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VHC-Lauterbach wanderte im FrankenwaldWanderfahrt in einer schwierigen Zeit

LAUTERBACH (ol). Wandern in Corona-Zeiten ist für jeden Wanderführer eine besondere Herausforderung, weil strikte Vorgaben für Busfahrten und Hotelunterkunft immer uneingeschränkt einzuhalten sind. Dies alles galt auch für Marius Ortmann, der kürzlich die diesjährige dreitägige Wanderfahrt des Vogelsberger-Höhen-Clubs Lauterbach (VHC) in aktuell schwieriger Zeit organisierte und verantwortlich leitete. Und so kehrten die 24 Teilnehmer nach einem tollen Wandererlebnis mit bisweilen zwar etwas Muskelkater, jedoch glücklich und zufrieden, vor allem aber gesund nach Hause zurück.

Mit dem reizvollen oberfränkischem Kurort Bad Steben in der „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ stand schon einmal ein lukratives Reiseziel fest und wurde eigentlich nur noch vom vorzüglich ausgewählten Quartier im 4-Sterne relaxa-Hotel in der allgemeinen Bewertung übertroffen, heißt es in der Pressemitteilung des VHC-Lauterbach.

Die täglichen Wanderrouten von jeweils rund 15 Kilometern führten durch reizvolle Gegenden des Frankenwaldes, einem Mittelgebirge im nördlichen Bayern mit recht vielen lohnenswerten Sehenswürdigkeiten. Am Anfang stand eine Wanderung bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Qualitätsweg „Grenzer Weg“ entlang der Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen.

Auf dem als Wanderweg umfunktionierten Kolonnenweg des ehemaligen DDR-Grenzstreifens kam bei dem einen oder anderen schon etwas Beklemmung mit der Erinnerung an die düstere Vergangenheit auf, als hier noch hinter einem brutal gesicherten Grenzzaun unablässig Soldaten der Nationalen Volksarmee (NVA) mit ihren Fahrzeugen patrouillierten und damit faktisch unser Vaterland zweiteilten, heißt es weiter. Über weite Feld- und Wiesenweg und durch kleine Orte mit schwarzen Schieferkacheln an den Häusern und auf den Dächern ging es schließlich zurück nach Franken und zum Hotelquartier in Bad Steben.

Die Rundwanderung am zweiten Tag führte durch den sogenannten Seifengrund und zu den 12 Aposteln beim Dorf Langenbach, einer archäologischen Fundstätte mit zwölf aufgerichteten Steinen, deren Bedeutung heute noch nicht bekannt sei. Zunächst aber führte die Route über den Kurpark, an der Bad Stebener Therme vorbei und hinauf zum Aussichtsturm Frankenwarte (679 Meter), wo ein wolkenbehangener Himmel mit Dauerregen die angekündigte Fernsicht leider verhinderte.

Es folgte über den Ort Steinbach der Anstieg auf den Langesbühl (700 Meter) mit seiner Wasserwarte und einem weiteren Aussichtspunkt. Und schließlich gelangten die VHC´ler nach Langenbach zu den geheimnisumwitterten Steinen „Die Zwölf Apostel“. Endstation nach dieser Etappe war wiederum der Kurpark von Bad Steben, wo im relaxa-Hotel ein köstliches Abendmenü auf die hungrige Wandergruppe wartete.

Der letzte Tag galt einer 15 Kilometer langen Rundwanderroute zur Burg Lichtenberg sowie dem angrenzenden wildromantischen Höllental. Dieses Wandererlebnis war gewissermaßen das „High Light“ der Reise in den Naturpark Frankenwald und begeisterte vor allem mit großer Artenvielfalt an Flora und Fauna und bizarren Felsgruppen und Gesteinsvorsprüngen. Auf dem sogenannten Röhrensteig, der im Boden verborgenen Zuleitung für das Wasserkraftwerk an der Selbitz mit seiner 36 Meter hohen Fontäne und den lohnenden Abstechern zu dem sehenswerten Jungfernsteg sowie dem malerisch gelegenen Teufelssteg.

So blieben viele größtenteils neue Eindrücke bei den Reiseteilnehmern über die Gegend um Bad Steben, dem höchstgelegenen Staatsbad Bayerns und lange Zeit Zentrum des Bergbaus im Frankenwald, zurück. Übrigens wirkte in dieser beschaulichen Gegend von 1972 bis 1795 auch Alexander von Humboldt als Bergassessor und war im Fürstentum Bayreuth, das zu Preußen gehörte, damit beauftragt, den Bergbau in dieser Region auf Vordermann zu bringen. Abgebaut wurden Gold, Silber, Nickel, Zinn und Eisen sowie das „blaue Gold“, der Schiefer. Von dem berühmten Naturforscher soll übrigens über seine Wirkungsstätte in Steben die Aussage stammen: „Diesseits des Meeres finde ich nie wieder so einen Ort“.

Auf der dreieinhalb stündigen Heimfahrt nach Lauterbach konnten die Reiseteilnehmer schon einmal über die erlebnisreiche Wanderfahrt nachdenken und dem erfahrenen Wanderführer Marius Ortmann für die vorbildliche Programmgestaltung und Durchführung ein aufrichtiges „Dankeschön“ sagen.

2 Gedanken zu “Wanderfahrt in einer schwierigen Zeit

  1. Senioren ohne Abstand oder Maske – so langsam schwindet mein Restverständnis.

    Es ist fuer uns alle anstrengend, aber warum genau nochmal fahren wir Jüngeren unser Freizeitleben auf Null herunter und riskieren die Gesundheit am Arbeitsplatz? Unsere Unternehmen, alles was nicht „systemrelevant“ ist?
    Fuer solche Fotos???
    Es mag ja sein, dass alles corona-konform abgelaufen ist und die Teilnehmer den Urlaub von der Krise genossen haben, leider wirkt dieses Foto aber mehr als sorglos.

    Ich buche jetzt heute abend auch Urlaub im Herbst im Ausland, hier bekomme ich sonst nur noch schlechtere Laune und einen Herzinfarkt.
    Schluss mit übertriebener Rücksichtnahme.

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