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Feierlich, coronakonform und open airKerstin und Michael Gütgemann als neues Pfarrehepaar in Angerbach eingeführt

ANGERSBACH (ol). Zwar sind Kerstin und Michael Gütgemann bereits seit dem 1. April in den Kirchengemeinden Angersbach-Rudlos und Landenhausen als Pfarrer im Dienst, doch ihre offizielle Amtseinführung musste coronabedingt erst einmal verschoben werden. Das Warten darauf hatte jetzt am Wochenende endlich ein Ende. Im Beisein von etwa 120 Gästen wurde das Pfarrehepaar in Angersbach nun endlich offiziell begrüßt – feierlich, coronakonform und open air.

Es war ein herzlicher, von vielen Helfern mitgestalteter Begrüßungsgottesdienst für das Pfarrehepaar Kerstin und Michael Gütgemann, der am Wochenende stattgefunden hat, heißt es in der Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats. Mit reichlich Abstand hatten die zahlreichen Gäste im Kirchgarten vor der Angersbacher Kirche unter verschiedenen Pavillions Platz genommen. Michael Gütgemann betonte, „wie schön das heute ist, den Leuten das erste Mal bei einer Andacht persönlich ins Gesicht blicken zu können.“

Den Altar hatten die Ehrenamtlichen im Haupteingang der Kirche aufgebaut, über Boxen von Till Eifert ertönte die Orgelmusik von Organist Karl Möller ins Freie. Musikalisch begleitet wurde der etwa zweistündige Gottesdienst mit anschließenden Grußworten von einem Vokalensemble, bestehend aus Vera Ströher, Ute Krömmelbein sowie Inge-Lore Möller und das dirigiert wurde von Helmut Ströher. Ivonne Dahlmann und ihre Tochter Clara spielten auf der Flöte das Vivace aus der Sonate F-Dur von Jean Baptiste Loeillet de Gant.

Dekanin Dr. Dorette Seibert vom evangelischen Dekanat Vogelsberg eröffnete den Begrüßungsgottesdienst. Sie würdigte in ihrer Predigt, dass die Gütgemanns „zu Coronazeiten Wege gefunden haben, um dennoch mit ihren Gemeinden in Kontakt zu bleiben“. Neben Gesprächen „am Gartenzaun“, war das Pfarrehepaar stets per Telefon oder E-Mail in Kontakt mit seinen Gemeindegliedern, Kirchenvorständen und Mitarbeitenden. „Darüber hinaus haben Sie auch digitale Wege gewählt, um Ihren Gemeinden auf Distanz zu begegnen und Andachten „to go“ in die Haushalte verteilt.“

Wertschätzung des Engagements

Dr. Dorette Seibert zitierte in ihrer Predigt weiterhin die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Margot Käßmann, mit den Worten: „Wir sind angesehene Leute, weil Gott uns ansieht.“ Die Dekanin erklärte: „Für mich bedeutet das, dass es nicht in erster Linie darum geht, wie einfallsreich und kreativ wir unser Gemeindeleben gestalten, und uns damit Ansehen als Pfarrerin und Pfarrer oder als Gemeinde erwerben, sondern darum, dass unser Tun im Glauben wurzelt.“ Dr. Dorette Seibert wertschätzte das Engagement der Gütgemanns, da es „Ihnen und Ihren beiden Kirchengemeinden gelungen ist, gemeinsame Wege zu finden, genau das zu leben. Und ich wünsche Ihnen, dass Ihnen das im Miteinander und mit Gottes Hilfe auch weiterhin gelingen wird.“

Foto: Patricia Luft

Dekanin Seibert dankte zudem auch Pfarrerin Dorothea Göbel und Pfarrer Sven Kießling für die Vakanz-Vertretung seit dem Weggang des Pfarrerehepaars Weinmann im vergangenen Jahr sowie den Kirchenvorständen, „die das Kirchenleben aufrecht halten“. Die beiden Kirchenvorstandsvorsitzenden Marion Schindler und Inge-Lore Möller unterstützten die Dekanin bei den biblischen Lesungen. Weiterhin waren Dr. Berthold von Riedesel, Freiherr zu Eisenbach als Patronatsvertreter, und die Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller aus Lauterbach und Dr. Olaf Dahlmann aus Wartenberg gekommen, um Kerstin und Michael Gütgemann noch einmal offiziell willkommen zu heißen.

Am Ende des Gottesdienstes dankte das Pfarrehepaar allen Gästen für die herzliche Aufnahme in den Kirchengemeinden, das Engagement der zahlreichen Helfer für die Vorbereitungen für den Gottesdienst sowie Pfarrer Rolf Ehlert aus Stockhausen für das „An-die-Hand-nehmen“ bei der Ankunft in Wartenberg.

Mit Blick auf das zukünftige Wirken des Pfarrehepaars betonte Michael Gütgemann: „Wir brauchen eine junge, bunte und vor allem offene Kirche, die Fantasie will und Neues wagt. Wir finden Gottes Nähe nur, wenn wir den Blick hinaus wenden in die Welt und vor allem auf Menschen, die Hilfe benötigen. Kirche ist ein Symbol der Heimat im Ort – und genau so eine Kirche wollen wir hier in unserer neuen Heimat für jeden Menschen sein.“ Pfarrerin Kerstin Gütgemann fasste zusammen: „Kirche sind wir alle.“

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