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VHC-Lauterbach wandert die HeinzemanntourDen grauen Corona-Alltag etwas freundlicher gestaltet

GEMÜNDEN (ol). „Gerade jetzt in der Corona-Krise ist Bewegung im Freien wichtig, denn es stärkt das Immunsystem und erfüllt in Gemeinsamkeit wichtige soziale Funktionen“: Diese Erkenntnis war für die Verantwortlichen beim Vogelsberger-Höhen-Club in Lauterbach ausschlaggebend, am vergangenen Sonntag eine 15 Kilometer lange Erlebniswanderung im nördlichen Vogelsberg durchzuführen – und zwar auf dem einladenden Premiumwanderweg HeinzemannTour Gemünden.

Und so war für Wanderführer Siegbert Ortmann diese gemeinschaftliche Bewegung in der Natur, selbstverständlich unter Beachtung der gültigen Abstands und Hygienevorschriften, für alle Teilnehmer sicherlich ein abwechslungsreiches Erlebnis, den grauen Corona-Alltag etwas freundlicher zu gestalten, heißt es in der Pressemitteilung des Clubs. Auch das Wetter spielte während des Tages ausgezeichnet mit und der Regen setzte erst ein, als am späten Nachmittag die Rückfahrt mit der Bahn nach Lauterbach angetreten wurde.

Die tagsüber erlebte Wanderung führte durch Felder, naturbelassene Wälder mit mächtigen Baumriesen, entlang idyllisch gelegener Teiche, zu wunderbaren Aussichtspunkten und schließlich der namensgebenden Felsformation: dem Geotop und Naturdenkmal „Heinzemann“. Die erste Rast nach einem längeren Anstieg wurde an der Mehlbacher Hütte am gleichnamigen „Mehlbacher Teich“ eingelegt, wo die durstigen Wanderer von zufällig anwesenden Forstleuten des staatlichen Forstamtes Romrod mit kühlen Getränken bereitwillig versorgt wurden.

Dann ging es hinunter zu dem sogenannten Backofenhausteich im „Hohlen Grund“. Dieses stille Gewässer habe seinen Namen von einem in den Berg hineingebauten Gewölbekeller, der die Form eines Backofens hat. Zu Zeiten der landgräflichen Jagden in dieser Gegend diente diese Stätte übrigens zur Versorgung und Lagerung des erlegten Wildes, heißt es weiter. Nach Überqueren der Felda schloss sich ein von bemoosten Felsbrocken durchsetzter Waldpfad mit gelegentlichen Ausblicken ins Wiesental der Felda an, der an den Elsgrabenteichen endete.

Dort soll der Sage nach die weiße Else in einer Höhle gewohnt haben, die den Menschen, die sie trafen, Glück brachte. Und weiter ging es bergwärts durch naturbelassenen Buchenmischwald zur Wegegabelung „Spinne“. Die Sitzmöglichkeiten vor der Forsthütte waren aber durch eine andere Wandergruppe  besetzt, so dass die Mittagsrast spontan zu einem weiter entfernten Aussichtspunkt verlegt wurde, der dann aber dafür mit einer wunderschönen Panoramaaussicht auf den Gemünder Ortsteil Hainbach und den hohen Vogelsberg entschädigte.

In den frühen Nachmittagsstunden führte die Wanderroute dann noch bei ausgezeichnetem Wanderwetter durch überwiegend  Feld- und Wiesenfluren schließlich zum Geotop und Naturdenkmal „Heinzmann“, einer mächtigen basaltischen Felsformation in markanter Form eines Kopfes und damit Namensgeber dieses wunderschönen regionalen Rundwanderweges.