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Maarer Drehorgelspieler Walter Günther gab Hof-Konzert für AWO Sozialzentrum in LauterbachTrotz Besuchsverbot werden Senioren nicht vergessen

LAUTERBACH (ol). Walter Günther, Drehorgelspieler aus Maar, ist dem AWO Sozialzentrum Lauterbach schon lange verbunden. Zu Festen und Veranstaltungen ist er ein gern gesehener Gast. Jetzt in Zeiten der Corona-Krise und dem Besuchsverbot in allen Pflegeheimen hatte er die tolle Idee: Er besuchte die Senioren und spielte für Sie im Hof der Einrichtung.

In der Pressemitteilung heißt es, viele Heimbewohner und Mieter im betreuten Wohnen freuten sich schon auf die willkommene Abwechslung. Am Mittwoch um 15 Uhr baute Walter Günther dann seine Drehorgel vor der AWO bei eisigen Temperaturen und strahlend blauem Himmel auf. Einige Bewohner genossen das Konzert von ihren Fenstern aus, die meisten aber waren – in gebotenem Abstand – in der Halle, sangen die bekannten Melodien mit oder schwangen sogar das Tanzbein.

Vom Kontaktverbot seien Pflegeheime intern ausdrücklich ausgenommen, Körperpflege funktioniere auch nicht mit zwei Metern Abstand. Trotzdem versuchen die Verantwortlichen auch hier das Ansteckungsrisiko zu minimieren. So gebe es beispielsweise keine Gruppenveranstaltungen mehr.

Zur Musik wurde getanzt. Foto: AWO Sozialzentrum

„Noch haben wir keinerlei Verdachtsfälle“, sagte Betriebsleiterin Carola Strecker, „aber das kann sich jederzeit ändern.“ Dann werde es auch in Lauterbach schwierig, denn Einmal-Handschuhe, Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken seien derzeit kaum zu bekommen. Derzeit locken sogar dubiose Online-Händler mit Angeboten gegen Vorkasse. Gezahlt werde, Ware komme aber nie an.

Unter dem Hashtag #Wir machen weiter der AWO werde jetzt gezeigt unter welch erschwerten Bedingungen die Mitarbeiter für die Menschen eintreten, die Hilfe brauchen. Viele in der Pflege arbeiten am Limit. Auf diese Aktion wurde ebenfalls hingewiesen.

Auch wenn die Zeiten hart sind: #Wir machen weiter. Foto: AWO Sozialzentrum

Trotz dieser schwierigen Situation habe Walter Günther den Senioren und Mitarbeitern eine große Freude bereitet. Schöner noch als die Musik der Drehorgel war das Zeichen der Solidarität. Hier habe ein Mitbürger gezeigt, dass alte Menschen nicht vergessen sind. Dafür sage die AWO herzlichst Danke!

Und immer schön den Sicherheitsabstand einhalten! Foto: AWO Sozialzentrum

3 Gedanken zu “Trotz Besuchsverbot werden Senioren nicht vergessen

  1. Trotzdem hinterlassen die Fotos der alten Leute mit ihren „Wir machen weiter“-Schildern bei mir den Eindruck von Traurigkeit. Diesen ganzen Corona-Mist haben wir nicht verdient! So viele allein stehende Senioren, die ohnehin schon von Einsamkeit betroffen sind, haben jetzt noch weniger Sozialkontakte. Und dann die ganzen Geringverdiener, kleinen Selbständigen und Unternehmensgründer, die jetzt den letzten Rest von sozialer Sicherheit noch verlieren und um ihre Existenzen und Zukunftshoffnungen gebracht werden. Es ist einfach eine schreiende Ungerechtigkeit, für die man nicht einmal Verantwortliche findet, weil eine Pandemie aus viel zu vielen unglücklichen Zufällen und Versäumnissen resultiert. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht im Zuge der vielleicht jetzt noch gar nicht absehbaren wirtschaftlichen Einbußen dann doch noch eine irrationale Suche nach „Schuldigen“ beginnt. Historische Beispiele hierfür gibt es leider genug.

    1. Lieber Leierkastenmann…fang noch mal von vorne an. Ist diese sicherlich gut gemeinte Aktion vor dem Pandemie-Hintergrund nicht doch ein bißchen makaber? Immerhin wird hier die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe für eine Durchhalte-Aktion in Szene gesetzt. „Und immer schön den Sicherheitsabstand einhalten!“ Dann schaut mal auf das oberste Foto. Da sehe ich zwei sehr unterschiedliche Sicherheitsabstände. Doch nur eine fragwürdige Werbeaktion für das AWO Sozialzentrum in Lauterbach? Wer weiß…

  2. Solche Menschen wie Walter Günther sind so wertvoll,gerade für die Senioren . Ich kenne Walter Günther schon sehr lange und ziehe vor ihm den Hut.

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