Politik19

Neujahrsempfangs des CDU-Stadtverbandes RomrodNeu Aufbrechen in ein neues Jahrzehnt

ROMROD (ol). Der Bundestagsabgeordnete Michael Brand rief den CDU-Stadtverband Romrod auf dessen Neujahrsempfang zu einem Aufbruch in ein neues Jahrzehnt auf. Die CDU lebe vom Wandel und müsse diesem ein unmissverständliches Profil geben, welches die Dynamik der Entwicklung, die gemeinsame Verantwortung und den gemeinsamen Weg thematisiert und ausformt.

Was ist eigentlich wichtig? Was ist eigentlich das Wesentliche, fragte sich Brand im Angesicht der aktuellen politischen Situation? In Teilen der Bevölkerung habe sich eine bedenkliche Stimmung ausgebreitet, die den Kompromiss als politische Lösung immer mehr verächtlich mache. Dabei habe sich ein bedenklicher Verzichtspopulismus gegen vieles und manchmal fast alles in diesen Teilen der Gesellschaft etabliert.

Deutschland sei dagegen ein schönes, wohlhabendes und soziales Land. Den Deutschen gehe es ganz überwiegend gut, vor allem im Vergleich zu den meisten Länder der Erde. Die letzten zehn Jahre der CDU-geführten Bundesregierung haben einen konstanten  wirtschaftlichen Aufschwung hervorgebracht, wie es ihn zuletzt während der industriellen Revolution im vorvergangenen 19. Jahrhundert gegeben habe. Es herrsche nahezu Vollbeschäftigung, die Löhne stiegen und der Bundeshaushalt sei ausgeglichen und verfügen sogar über ein kleines Plus.

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hatte im Zuge der friedlichen Revolution von blühenden Landschaften vor allem im Osten gesprochen und war dafür teilweise angefeindet worden. Wer allerdings im Jahre 2020 Städte im Osten Deutschlands besucht, der könne die enorme Entwicklung hin zu einer positiven Veränderung mit blühenden Landschaften nicht übersehen. „Welche Nation hätte den Wiederaufbau so schnell leisten können?“, fragte Brand. In diesem Sinne plädierte er für einen offenen und gestalterischen Weg, der Meinungen anderer selbstverständlich zulasse, und der sich dann jedoch durch die ernsthafte Suche nach Kompromissen auszeichne, und der im Übrigen auch möglichst viele Momente guter Stimmung und guter Laune zulasse.

Einsatzbereitschaft der Bundeswehr müsse erhöht werden

Frieden und Sicherheit seien nicht selbstverständlich. Manche mögen im Angesicht der langen Friedenszeit in diesem Land die Gefahren in der Welt ausblenden, doch die Situation nicht nur in Syrien oder Libyen zeige, wie fragil der Frieden sei. Die NATO sei daher absolut notwendig, um nicht nur den Kampf gegen den Terrorismus, sondern auch gegen Menschenhandel und den Drogenhandel zu unterstützen. Außerdem sei das Bündnis Versicherung von Frieden und Freiheit auch gegenüber einem wieder aggressiven Russland vonnöten. Im Zuge dessen müsse die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr konsequent erhöht werden, so Brand.


Ein Blick ins Publikum. Fotos: Dr. K. Schlitt

Wichtige technische Ausrüstungsgegenstände für den Aufbau des für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft neuen Internetstandards 5G von wie China zu kaufen, sei ein fataler Fehler, warnte Michael Brand. Es müsse Schluss sein damit, dass sich zu viele zu unkritisch China an den Hals werfen. Die Gefahr, dass wir von einer autoritären chinesischen Führung später wirtschaftlich erpresst werden könnten und dass die unsere Standards von Rechtsstaat unter anderem auch in Europa durch China unterhöhlt werden, sei nicht zu unterschätzen.

Man müsse sich nur den Überwachungswahnsinn um die Uiguren anschauen, die mit einer kompletten Infrastruktur, Kameras an jeder Ecke und sogar mit zwangsweise auf den Handys installierten Überwachung-Apps ausspioniert und als Minderheit brutal unterdrückt würden. Daher plädiere er, genießen damit anderen Bundestagsabgeordneten, für eine eigene europäische Initiative, die darauf ausgerichtet sein müsse, die europäische Führungsposition in diesem Bereich wieder herzustellen und damit Deutschland und Europa unabhängig und damit unerpressbar von China und anderen autoritären Regimen zu machen

Auch in der Klimapolitik, man nur weiter, wenn es gelingt, andere Partner in anderen Ländern mit ins Boot zu holen. Momentan leben wir auf Kosten vieler Entwicklungsländer. Daher müsse Deutschland zunächst faire Handelsbedingungen mit China erreichen und durch technologische Innovation, neue Technologien auch im Umweltbereich den globalen Kampf gegen den Klimawandel positiv beeinflussen.

Es wäre vermessen zu glauben, dass Deutschland alleine, ohne die EU ohne Russland, die USA und China den globale Klimaschutz signifikant beeinflussen könnte. Der klimapolitisch falschen und fast hysterischen Aussage, hier auf möglichst viel wir müssen nur verzichten, und dann hätten wir viel für das Klima getan, würde dem Thema nicht wirklich helfen. Ohne Beteiligung dieser anderen Länder könnten die Anstrengungen eines einzelnen Landes, selbst Deutschlands, keine Wirkung zeigen.


Keine Koalition mit extremen Parteien im linken oder rechten Spektrum

Als letzte verbliebene Volkspartei habe die CDU die Aufgabe, eigene Inhalte und ein Profil zu entwickeln und dies klar zu formulieren. Daher müsse sich die CDU populistischen Parteitagsbeschlüssen, wie zum Beispiel dem der Grünen, bis zum Jahr 2030 den Verbrennungsmotor abschaffen zu wollen, entgegenstellen. Auch könne man weder mit extremen Parteien im linken und rechten Spektrum Koalitionen oder eine Zusammenarbeit oder Tolerierung eingehen. Die CDU brauche auch deshalb die politische Meinungsführerschaft im Lande, um denjenigen Feinden der Demokratie, die mittlerweile in unseren Parlamenten sitzen, politisch und moralisch die Stirn bieten zu können. Hierfür müsse die CDU klares Profil zeigen, indem sie an die eigene erfolgreiche Tradition anknüpft und zudem realistische Visionen mit klarem Profil für die Zukunft des Landes entwirft.

Bürgermeisterin Richtberg teilte nach ihrer Begrüßung der Gäste der Versammlung mit, dass sie aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit in der nächsten Zeit keine Außentermine mehr wahrnehmen könne und bat gleichzeitig um Verständnis. Im Moment ginge ihre Gesundheit vor und sie müsse sich schonen. Der Magistrat würde im Rahmen seiner Möglichkeiten, einzelne wichtige Termine wahrnehmen. Die Anstrengungen um LuWiA haben sich eventuell gesundheitlich ausgewirkt, heißt es in der Pressemitteilung.

Doch nun zeige sich, dass die durch die Vermietung hereinfließenden Gelder den Haushalt der Stadt Romrod derart entlasten, dass die Befreiung der Bürgerinnen und Bürger von den Straßenbaugebühren eventuell denkbar sei. Auch nach ihrer Meinung gelte es nun zu überlegen, welche Linie die CDU nach außen zu vertreten beabsichtige. Es müssen Wege gefunden werden, den Populismus von rechts einzudämmen. Zum anderen habe sie die jungen Familien im Fokus. Was ist zu tun, um diese hier in Romrod zu halten?

Der Bürgermeister der Stadt Alsfeld, Stephan Paule, ließ es sich nicht nehmen in seiner alten Heimatstadt Romrod, ebenfalls eine Ansprache zu halten. Er erinnerte zuerst an die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts: Kriegsende; Hyperinflation 1923; Hitler-Ludendorff-Putsch 1923; spanische Militärdiktatur; schwierige politische Situation im Parlament – regieren ohne Mehrheiten; Arbeitslosenversicherung 1927; Weltwirtschaftskrise 1929; der Versuch des Völkerbundes, die auseinanderstrebenden Völker zusammen zu halten.

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule während seiner Ansprache.


Was sind im Angesicht dieser dramatischen Geschichte die Zukunftsfragen der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts? Wie könne man aus dem, was wir haben, unsere Stadt, unser Land in eine positive Zukunft entwickeln? Wir dürfen uns hier im ländlichen Raum nicht immer nur schlecht reden, so Paule. Die Motoren des Wachstums unserer Region seien nicht nur unser Wasser für Rhein-Main, sondern auch unsere Handwerker, die sich von hier auf dem Weg ins Rhein-Main-Gebiet aufmachen und dort Großprojekte mit ihrer Arbeit vollenden.

„Uns am Markt behaupten“

Allerdings gelte es, die Verteilung der Ressourcen bei der Entwicklung nicht außer Acht zu lassen. Der Vogelsberg sei bei der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr immer noch zu sehr hinten dran. Viele haben ein Jobticket, doch dies ließe sich kaum benutzen. Aber es sei falsch, nur auf die Ballungsgebiete zu schauen. Beim Thema Eigentum sei man im Vogelsberg wesentlich begünstigter als in Frankfurt. Doch beim Thema Mobilität scheiden sich die Geister: Subvention im Ballungsraum und Landwirtschaftspflege im ländlichen Raum. Wir sind kein Landwirtschaftsschutzgebiet, sondern auch ein Wirtschaftsgebiet, so Paule. Daher müssen wir uns am Markt behaupten und brauchen es nicht, dass uns ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Die Arbeit der CDU des Vogelsbergkreises findet bei Paule sehr hohe Zustimmung. Herr Dr. Jens Mischak habe sich eine hohe Reputation erworben und leiste großartige Arbeit in seiner Funktion als Erster Kreisbeigeordneter. Die Handschrift der CDU sei seit 2016 sehr deutlich wahrzunehmen und die Richtung stimme. Dabei dürfe man die großen Ziele nicht aus dem Blick verlieren: wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und Klimawandel dürfen nicht zur bloßen Verzichtserklärung werden. Wenn wir alle in Deutschland wie vor hundert Jahren leben, dann habe sich für die Welt / Umwelt nichts getan.

Er sei froh, dass man in der Schulpolitik das Konzept „kurze Beine, kurze Wege“ durchgehalten habe, so Paule. Es sei gut, dass jedes Kind zumindest in der Heimatgemeinde die Grundschule besuchen könne. Nun bestehe allerdings erhöhter Sanierungsbedarf in Schotten, Grebenhain, Schlitz und Mücke (Sportanlagen). Dazu kommen fast alle Grundschulen und zusätzlich die Einrichtung von Mensen – zusammen ein Betrag von weit über 20 Millionen Euro. Hier gelte es mit Augenmaß voranzuschreiten und die finanziellen Mittel des Kreises nicht zu erschöpfen. Dass jetzt ein Haushalt eingebracht werden konnte, sei vielen Gesprächen zu verdanken.

Stillstand sei keine Option

Auch Hauke Schmehl schlug in seiner Ansprache die Brücke zu der Fragestellung, was müssen wir für die Zukunft tun? Stillstand gehe nicht, jede Zeit habe neue Herausforderungen, die einen verpflichten, sich diesen zu stellen. Dafür benötige man Persönlichkeiten unserer Stadt, die gewillt sind, den politischen Entscheidungsprozess mitzugestalten. Nur, wenn wir die nächste Generation mitnehmen, können wir laut Pressemitteilung die Kontinuität in der Partei wahren. „Wenn wir uns der Entwicklung gegenüber verweigern, dann könnte es uns ergehen wie Nokia oder der SPD“, so Hauke Schmehl.


Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass wir bei der nächsten Wahl wieder das gleich gute Ergebnis erzielen können, so Schmehl. In der Fraktion habe es unterschiedliche Meinungen bezüglich des Solarparks und des Baugebietes Krummacker gegeben. Beim Letzteren habe man sich für die jungen Familien und deren Wunsch, hier in Romrod zu bauen, entschieden. Hier galt es laut Pressemitteilung im Sinne des Vorredners Holger Brandt Profil zu zeigen, für die elementaren Themen der CDU und dazu gehöre nun einmal die Mitte unserer Gesellschaft, die jungen Familien.

In seinen Abschlussworten bedankte sich Hauke Schmehl ganz herzlich bei denjenigen Parteimitgliedern, die in den vergangenen Jahrzehnten die Politik des schönen Städtchens Romrod unter hohem zeitlichen Aufwand und hohem persönlichen Engagement mitgestaltet haben. Diese Persönlichkeiten seien Vorbilder für ihn gewesen. In diesem Sinne wolle auch er Vorbild sein.


19 Gedanken zu “Neu Aufbrechen in ein neues Jahrzehnt

  1. „Doch nun zeige sich, dass die durch die Vermietung hereinfließenden Gelder den Haushalt der Stadt Romrod derart entlasten, dass die Befreiung der Bürgerinnen und Bürger von den Straßenbaugebühren eventuell denkbar sei.“

    … diese Rechnung verstehe ich nicht so ganz? Kann mir das einer nochmal genau erklären? Wie genau entlastet dieses Luwia den Haushalt?

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  2. So schnell kann eine Königin abgeschrieben werden, wenn sie dem Hofadel nicht mehr passt. Lang lebe nun König Hauke. Man darf sich in den nächsten Wochen auf weitere Inszenierungen des neuen Zugpferdes mehr oder weniger freuen… Mehr wird sich der alte Hofadel freuen, der ihn mehr und mehr zügelt und in die gewünschte Richtung lenkt…

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  3. Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger
    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen
    Volksvertreter verkaufen……. das Volk – und zwar offensichtlich für blöd

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    1. Ach, Bürger*innen höret auf zu dissen
      Die sich in hohem Staatsamt einst verschlissen
      Und lasset neidlos auch diejenigen hoch leben
      Die erst noch nach der fetten Pfründe streben

      Verkaufte man euch auch des Kaisers neue Kleider
      Wer darin nicht gut aussieht, findet keine Neider
      Ist nicht der alten Frau mit dem Gemüsegarten
      Genauso kluge Lebensplanung anzuraten?

      So lasst euch denn von den Parteien inspirieren
      Statt deren Selbstversorger hier zu kritisieren
      Nach einer Wahl geht früher als er dachte
      So mancher Bonze ungewollt ans Eingemachte

      Denn wie so vieles ist Karriere Glück
      Und manchem bleibt nur der Karriere Knick
      Da ist man froh, wenn unter den Gewinnern
      Noch welche sind, die dankbar sich erinnern

      Wenn Amtspersonen bis hin zu Ministern
      Hellhörig wurden bei der Scheine Knistern
      Und haben niemals ihre Pflicht vergessen
      Zu dienen den entsprechenden Interessen

      Da ist’s nur billig, und damit will ich auch enden,
      Dass sie im Anschluss in der Wirtschaft zu verwenden
      sind – ein Eignungsnachweis hin oder her –
      Im Staatsamt konnten die oft auch nicht mehr.

      So kann, wer tief stürzt, dennoch sehr weich fallen
      Dies zeigte ein gewisser Herr Pofalla allen
      Die – wie sein Name sagt – mit dem Gesäß
      Auch post-po-litisch saßen po-sitionsgemäß.

      Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
      Ob du’n Sigmar warst oder ein Heinz
      Amüsierst du dich, denn das findet sich
      Auf der Bundesbank nachts um halb eins

      Silbern klingt und springt die Heuer
      Heut‘ speel ick dat feine Oos
      Heute ist mir nichts zu teuer
      Und morgen geht’s von vorne los.

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      1. Silbern klingt und springt die Heuer
        Heut‘ speel ick dat feine Oos
        Heute ist mir nichts zu teuer
        Und morgen geht’s von vorne los.
        Die letzte Strophe würde ich heraus nehmen und als Refrain verwenden. Sonst gutes Gedicht!

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  4. …und stoßen ins Horn! Doch wenn regionale CDU-Verbände „neu in ein neues Jahrzehnt aufbrechen, fühlt man sich eher aufgefordert, auf zu stoßen und ins Horn zu brechen.

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  5. „Die Motoren des Wachstums unserer Region seien nicht nur unser Wasser für Rhein-Main, sondern auch unsere Handwerker, die sich von hier auf dem Weg ins Rhein-Main-Gebiet aufmachen und dort Großprojekte mit ihrer Arbeit vollenden.“
    Da fällt dem Herrn Paule zum schönen Selbstbild der Vogelsberger aber nur das Allervordergründigste ein: Dass da aus unserer Region Handwerker auspendeln und „auf dem Weg ins Rhein-Main-Gebiet“ irgendwo Großprojekte vollenden. Was machen die wohl, wenn sie dann im Rhein-Main-Gebiet angekommen sind? Verzocken wahrscheinlich ihren Lohn in libanesischen Spielhöllen oder gehen groß einkaufen. So bleibt die Kohle da, wo sie verdient wird.
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    P.S.: Manche nutzen das großstädtische Angebot natürlich auch, um Superfood zu kaufen, das es im Vogelsberg leider nicht gibt (siehe https://www.youtube.com/watch?v=3qriEMo1iIM).

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  6. Im Vergleich zu diesen tollen Typen ist selbst Donald Trump ein Amateur, und der hat bei seinem Auftritt in Davos schon ziemlich dick aufgetragen.
    Glauben diese Politiker wirklich das was sie da von sich geben?

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    1. Donald Trump I-S-T definitiv ein Amateur und im Vergleich mit dem sind alle anderen Fachleute. Im Übrigen lügen Politiker ja nicht, um selbst daran zu glauben. Das wäre ja wie Crack selbst rauchen, das man eigentlich verkaufen wollte. Nein, sie suchen Dumme, die irgendeinen Grund haben, die Lügen für wahr zu halten bzw. auszugeben. Und Dumme sind gegenüber Amateuren inzwischen deutlich in der Überzahl. Die absolute Mehrheit stellen allerdings die dummen Amateure.

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    2. Denkst du vielleicht grad an mich?
      Dann singe ich ein Lied für dich
      Von neunundneunzig Luftballons
      Und dass sowas von Davos kommt

      Wer erwartet denn von dieser Selbstbefriedigungs-Elite noch irgendwelche gescheiten Ideen oder Lösungen?

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  7. Schwarzbraun ist die hohle Nuss und klappert natürlich am lautesten. Da muss irgendwo das CDU-Phrasenschwein geplatzt sein. So viele Plattheiten und halbe Wahrheiten auf einmal erträgt man nicht mal im Vollrausch. Aufbrechen in ein neues Jahrzehnt. Ja, wohin bricht man auf, wenn der Kalender 2020 anzeigt? Ins alte Jahrzehnt oder ins vergangene Jahrhundert? Und was hilft gegen schlechte Stimmung, etwa wenn der Bürger in all den faulen Kompromissen keine klare Richtung und keinen Fortschritt mehr sieht oder sich Verzichtspopulismus (sollten da ein sparsamerer Energieverbrauch oder die Flugscham gemeint sein?) ausbreitet? Richtig: Gute Stimmung. Und kein Verzicht. Wie bei den Geissens, die gerade zu einem preiswerteren Stromanbieter gewechselt haben und in ihrer Villa die Festbeleuchtung einschalten mit der verqueren Logik: Je mehr wir verbrauchen, desto mehr sparen wir! Und das machen wir so lange, bis alle Großmächte, gegen die wir uns europäisch behaupten müssen, beim Klimaschützen brav mitmachen. Da kann sich Greta ja gleich vor den Zug werfen. Denn daraus wird garantiert nichts!
    Sparen kann man sich auch die Träume von der früheren (wann zuletzt?) europäischen Führungsposition. Wer will die Weltgeschichte denn zurück drehen und aus China, Indien usw. wieder „Entwicklungsländer“ machen? Schauen wir doch mal, wie erfolgreich Brexit-England sein Commonwealth wieder herstellt. China hat inzwischen in allen Teilen der Welt eine Wirtschaftsmacht erreicht, dass selbst ein Donald Trump die A****backen zusammen kneifen und klein beigeben muss.
    Friedliche Revolution und blühende Landschaften im Osten… Da blüht wohl vor allem die Fantasie. Bei aller Bewunderung für den Mut derer, die damals auf die Straße gegangen sind: Es war nur eine Minderheit, die eine DDR in ihren früheren Machtstrukturen niemals bezwungen hätten. Nur weil Honecker nicht mehr auf den großen Bruder Sowjetunion zählen konnte und Gorbi gegen Lebensmittellieferungen aus dem Westen seine Truppen in den Kasernen ließ, endete die Sache nicht in einem Blutbad. Und an dem Widerstand der westlichen Verbündeten hätte der Traum von der Wiedervereinigung bis zuletzt scheitern können und wäre dies beinahe auch. Die blühenden Landschaften zuletzt waren potemkinsche Dörfer, deren hässliche Kehrseite in einem weitgehenden Kahlschlag bei der DDR-Wirtschaft bestand. Und dessen Auswirkungen auf einen Großteil der Erwerbsbiografien der Ostdeutschen wirken bis heute nach. Und schlussendlich blenden die aktuellen Wirtschaftsdaten der Bundesrepublik die Strukturveränderungen unserer Gesellschaft vollkommen aus. Mögen die Zahlen auch durch die Decke gehen; die Zahl derjenigen, die daran einen gerechten Anteil haben und sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen müssen, schrumpft dramatisch.
    Jubel, Trubel, CDU. Es ist wie in der Schulpolitik: Kurze Beine, kurze Wege. Will sagen: Lügen haben kurze Beine. Und mit kurzen Beinen ist man selbst auf kurzen Wegen verdammt lange unterwegs! In den Augen zu Vieler wird dabei Zeit verbraucht, die wir längst nicht mehr haben.

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      1. Zögern wir nicht, diesen Herrschaften die gute Stimmung zu verderben, indem wir sie populistisch zu radikalem Verzicht auf Beraterverträge, Nebeneinkünfte, Lobbyisten-honorare etc. zwingen und ihnen verwehren, z.B. als Agrarier und Parlamentarier in Personalunion Gesetze in eigener Sache und zum eigenen Vorteil zu beschließen, die ihnen fette Subventionen garantieren, aber zu Lasten der Interessen einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gehen. Aktuell hat der Hessische Rundfunk durch exklusive Recherchen nachgewiesen, wie eng vor allem bei CDU-Abgeordneten die Verflechtungen zwischen Eigeninteressen und parlamentarischen Entscheidungsprozessen, Agrarindustrie und Parlamentariern ist. Siehe https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS84MjQyMg!
        Erst wenn diesen fröhlichen „Volksvertretern“ die leeren Taschen heraus hängen und sie arm sind wie Hartz-IV-Empfänger, werden sie endlich Politik für die Mehrheit des Volkes machen.

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      2. @ Kassandra Mene-Tekel
        Es ist zwar alles sachlich richtig, was Sie schreiben. Aber wo soll politische Aufklärung der Bevölkerung hin führen? Wie soll unsere Demokratie Bestand haben, wenn der Wähler weiß, dass die von ihm gewählten Volksvertreter gar nicht das Volk vertreten, sondern nur ihrem Gewissen verpflicht sind. Und hier opfern sie sich auf im Kampf gegen ihre Gewissensbisse, die deshalb entstehen, weil es ihnen nur um ihre eigenen Geschäfte bzw. die ihrer Geldgeber aus der Agrarindustrie geht. Kein Mensch kann bei ständigen Konflikten am Arbeitsplatz gesund bleiben. Und gerade Abgeordnete der CDU/CSU müssen einem dauernden Interessenkonflikt standhalten. Wie muss sich ein Mensch fühlen, der schon morgens beim Blick in den Spiegel kotzen könnte? Ohne alternative Fakten haben Sie immer nur ein einseitiges Bild der Realität. Sie sind verantwortlich, wenn eine aufgeklärte Bevölkerung dann am Ende falsch wählt! Pfui!

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      3. „Wie soll unsere Demokratie Bestand haben, wenn der Wähler weiß, dass die von ihm gewählten Volksvertreter gar nicht das Volk vertreten, sondern nur ihrem Gewissen verpflicht sind. Und hier opfern sie sich auf im Kampf gegen ihre Gewissensbisse, die deshalb entstehen, weil es ihnen nur um ihre eigenen Geschäfte bzw. die ihrer Geldgeber aus der Agrarindustrie geht.“
        Gut gesehen, Votzenkamp! Aber – error, error, error – die Auftraggeber käuflicher Abgeordneter und als Abgeordnete getarnter Lobbyisten kommen ja nicht nur aus der Agrarindustrie. Eine Reportage wie „Gekaufte Agrarpolitik“ könnte man über nahezu jeden Politikbereich drehen! „Gekaufte Republik“ lautete ein Buchtitel aus den 1980er Jahren. „Das könnte es heute nicht mehr geben“, glaubten Klugsch***** seither zu wissen. Irrtum. So sind beispielsweise 70 Jahre Bundesrepublik auch 70 Jahre Parteispendenaffairen (https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/parteispendenskandale-chronik-100.html). Und Ex-Verteidigungs-Uschi von der Leyen nimmt es sich heraus, ihre als Beweismittel angeforderten Handys gemäß Leitfaden der Bundesregierung (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/-retten-loeschen-bergen-schuetzen–450332) einfach zu löschen. Denn sie hatte natürlich etwas zu ver-bergen: Es brannte die Hütte und sie musste sich schützen und retten. Ihre Vorgänger wurden im Amt nicht selten zu Selbstverteidigungs-Ministern (https://www.welt.de/print-welt/article382947/Korruption-im-Verteidigungsministerium.html) oder waren einfach nur Luschen (https://www.youtube.com/watch?v=djv76sAV9EE). Und damit der Gesellschaft der Nachwuchs an korrupten Nichtsnutzen nicht ausgeht, bahnt vor allem die Wirtschaftselite schon früh Nachwuchskontakte an (https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-kaesers-angebot-an-neubauer-beschaedigt-aufsichtsraete/25444190.html?ticket=ST-1734997-vblk16Dr9gDlTcQETd3w-ap5), was aber auch gründlich in die Hose gehen kann. Alles eine Sache des Charakters.

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  8. Viel Blabla und das Märchen, dass es uns doch gut geht. Von Kritik an der eigenen Partei, oder den Witzfiguren in Berlin keine Spur. Das Problem wird wieder mal nur rechts gesehen, ansonsten ist ja alles in Butter, auf dem sinkenden Kutter.
    Na dann, liebe CDU, weiter so. Ihr tut alles um der SPD in die Bedeutungslosigkeit zu folgen.

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  9. Die alberne CDU ist nicht besser oder schlechter, als alle Regierungsparteien. Denken nur an sich, machen sich die Taschen voll und belügen den Bürger/Wähler nach Strich und Faden! Und dafür lassen sie sich bei solchen Veranstaltungen auch noch feiern… und die ganzen Lämmer watscheln artig hin und geben ihrem Metzger Applaus! Schwarzgeldskandal, Flugaffäre, Wir schaffen das… alles schon wieder vergessen!

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