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Marburger Uni bittet um Freiwillige aus dem Lauterbacher UmlandSenioren für Spaziergeh-Studie gesucht

LAUTERBACH/MARBURG (ol). Wie wirkt sich regelmäßiges Spazierengehen unter Begleitung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen aus? Dieser Frage gehen Wissenschaftler der Uni Marburg nach – und suchen dafür freiwillige Studienteilnehmer über 65 Jahre aus dem Lauterbacher Umland.

Das Experiment läuft schon eine Weile in Marburg. Um mehr mögliche Teilnehmer der Studie zu erreichen, machen sich die Forscher nun auf die Suche nach Freiwilligen im Raum Lauterbach. Das sagte die Studienleiterin Nina Grede, die selbst aus Lauterbach kommt, gegenüber Oberhessen-live. Das Einzugsgebiet betrage dabei etwa zehn Kilometer rund um die Kreisstadt.

Der Aufruf der Marburger richtet sich dabei zum einen an Senioren über 65 Jahre, die selbst spazieren gehen wollen und zum anderen an ehrenamtliche Helfer, die die älteren Menschen nach einer entsprechenden Schulung bei ihren Touren begleiten. Dabei werden einige der Senioren jedoch gar nicht selbst Spazieren gehen müssen. Sie dienen den Wissenschaftlern als Kontrollgruppe, um zu überprüfen, ob sich durch regelmäßige Bewegung auch wirklich messbar etwas bei den Spaziergehern ändert. Die freiwilligen Senioren werden zufällig auf eine der beiden Gruppen verteilt. Das Angebot zur Teilnahme richtet sich besonders an ältere Menschen, denen soziale Kontakte fehlen und die sich unter anderem deswegen selbst nur mäßig motivieren können, regelmäßig vor die Tür zu gehen.

Für die Spaziergeher unter den Versuchsteilnehmern steht zwei bis dreimal Spaziergehen die Woche auf dem Programm, wobei eine Tour zwischen 30 bis 50 Minuten dauern soll. „Bewegungsmangel begünstigt vor allem bei älteren Personen das Auftreten von chronischen Erkrankungen. Daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche“, heißt es in dem Aufruf der Marburger Mediziner. Wenn das Wetter schlecht ist, werden sich die Teilnehmer mit entsprechenden Übungen zusammen mit den Helfern im trockenen Zuhause bewegen. Der Versuchszeitraum beträgt sechs Monate. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe können an Schulungen teilnehmen, um etwas über Gesundheit im Alter zu lernen.

Gefördert vom Bund

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist als Verbundprojekt konzipiert unter Beteiligung der Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin der Philipps-Universität Marburg und des Instituts für Allgemein-medizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke sowie des Instituts für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in beratender Funktion.


Senioren und mögliche Helfer, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich auf folgenden Wegen an die Marburger Forscher wenden: Eine E-Mail an power-info@uni-marburg.de oder anrufen, unter der Telefonnummer 06421-2865124. Bewerbungen sind bis Ende September möglich.


Ein Gedanke zu “Senioren für Spaziergeh-Studie gesucht

  1. Ein ganz wichtiges Projekt im Rahmen der geriatrischen Prophylaxe, das ältere Menschen befähigen kann, die Phase der Selbständigkeit im eigenen Haushalt um viele Jahre zu verlängern. Zudem eine schöne Anregung für freiwillige Helfer im Bereich der Seniorenarbeit. „Spazierengehen“ kann praktisch jeder, und die sozialen Kontakte, die das vermittelt, sind eine Bereicherung des Alltags.

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