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Wissenschaftliche Interviews zur Gesundheitskompetenz durch die Hochschule FuldaVerantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen

HERBSTEIN (ol). Als kürzlich eine fünfköpfige Gruppe aus jungen Studentinnen die Herbsteiner Werkstatt von Kompass Leben besuchte, durften zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine spannende neue Erfahrung machen: Im Rahmen des Forschungsvorhabens „GeKoMB“ (Gesundheitskompetenz bei Menschen mit geistiger Behinderung) fand eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda und Kompass Leben statt, um verschiedene Interviews zum Thema Gesundheitskompetenz durchzuführen.


Nach einer Führung durch das Gebäude mit Ansprechpartner Björn Mizdalski vom Sozialdienst, wurde laut Pressemitteilung von Kompass Leben über den ganzen Tag verteilt 30 Mitarbeiter/-innen durch die Studentinnen der HS Fulda zum Thema befragt. Konkret ging es hierbei um die Erforschung der individuellen Gesundheitskompetenz von Menschen mit unter anderem geistiger Behinderung (Befragung der Menschen mit Behinderung), sowie der organisationalen Gesundheitskompetenz der Einrichtung von Kompass Leben  (Befragung der Fach- und Leitungskräfte).

In der Gesundheitswissenschaft beschreibe man mit der Gesundheitskompetenz die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für die eigene Gesundheit anzuwenden. Diese Kompetenz korreliere nach aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen unmittelbar mit entsprechenden positiven oder negativen Folgen für die eigene Gesundheit.

In diesem Bereich biete sich vor allem für Organisationen und Unternehmen die Möglichkeit der Unterstützung der Mitarbeitenden auf einer verhältnispräventiven Ebene: Das zur Verfügung stellen von leicht verständlichen Gesundheitsinformationen und barrierefreiem Informationsmaterial im Unternehmen wären hier nur einige wenige Beispiele, um die Gesundheitskompetenz aller Beschäftigten zu fördern.

Die Interviews von Menschen mit geistiger Behinderung verliefen an diesem Tag in zahlreichen Einzelgesprächen mit dem anschließenden ausfüllen von Fragebögen (in leichter Sprache), um die individuelle Gesundheitskompetenz zu erfassen. Am nächsten Tag erfolgte ein circa 60 minütiges ergänzendes Experteninterview mit Björn Mizdalski, das auf die subjektiven Erfahrungen und Perspektiven zum Thema abzielte.

Dadurch sollen im Nachgang das Verständnis einer gesundheitskompetenten Einrichtung, gesundheitsförderliche Strukturen, aber auch mögliche Barrieren für die Umsetzung auf dem Weg zu einer gesundheitskompetenten Organisation identifiziert werden. Kompass Leben e.V. bedankt sich für die spannende Kooperation mit der Hochschule Fulda und für die Chance, Teil eines hochrelevanten Forschungsvorhabens zu sein.