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Vortrag des Chefarztes Innere Medizin und Kardiologie am Krankenhaus Eichhof zum Thema koronare HerzkrankheitDem Herzinfarkt vorbeugen, Heilungschancen nutzen

LAUTERBACH (ol). Akute und chronische Herzerkrankungen einschließlich ihrer Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System waren im April Thema der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Gesundheit“ am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach. Unter dem Motto „KHK – das rettet das Herz!“ ging Tobias Plücker, Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie, auf koronare Herzerkrankungen, deren Vorbeugung und mögliche Behandlungs- und Heilungschancen ein.

Der Herzinfarkt, eine Durchblutungsstörung, ausgelöst durch den Verschluss einer Herzkranzarterie, fortgeschrittene Herzinsuffizienz oder Herzversagen bei erhaltender Pumpfunktion waren früher oft das Todesurteil für Betroffene. Wer erkrankte, musste teilweise monatelang liegen und hatte einen langen Weg der Genesung vor sich.

„Das ist Dank der modernen Medizin heute anders. Geblieben ist, dass jeder Mensch vorbeugen kann“, erklärte Tobias Plücker, Chefarzt der Inneren Medizin und Kardiologie laut Pressemitteilung des Krankenhauses, dem Auditorium. Gesundes Essen, Bewegung, das Rauchen aufgeben und eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt würden das Risiko deutlich minimieren, sagte der Chefarzt.

Er beschrieb den Teilnehmern den Schmerzcharakter einer möglichen Erkrankung, Faktoren, die als Auslöser gewertet werden, die Lokalisation und mögliche Ausstrahlungen auf Arme, Rücken oder Oberbauch und ging auf die Entwicklung der Sterberate seit 1954 ein. Besonderes Augenmerk richtete der Facharzt für Kardiologie, Notfall- und Intensivmedizin auf die Bedeutung des zeitlichen Ablaufs bei einem akuten Infarkt und machte klar, dass eine schnelle Reaktion unumgänglich ist.

Dunkle Schokolade ist gut für das Herz-Kreislauf-System

Mit einer Übersicht über das individuelle Risiko – im Fachjargon „arriba“ genannt – erläuterte der Mediziner die einzelnen Bestandteile der medizinischen Entscheidungshilfe, wie Aufgabe gemeinsam definieren, subjektives und objektives Risiko, Informationen über Präventionsmöglichkeiten sowie deren Bewertung und Absprache über das weitere Vorgehen. Dabei ging er auch auf genetische Prädispositionen ein, beleuchtete Zusammenhänge mit Vorerkrankungen, wie Diabetes, warnte vor dem großen Risiko durch Rauchen und gab den Zuhörern die Bedeutung gesunder Ernährung mit auf den Weg.


„Mit viel Obst und Gemüse, der Verwendung wertvoller Öle beim Kochen, dem eingeschränkten Genuss von Fleisch und Wurst sowie stark gezuckerter Lebensmittel kann einer Herzerkrankung vorgebeugt werden“, informierte der Chefarzt. Einen Lichtblick für Genussmenschen hatte der Facharzt jedoch auch im Gepäck: die wissenschaftlich bewiesen gute Auswirkung von dunkler Schokolade auf das Herz-Kreislauf-System.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil seines Vortrages sei das Thema Bewegung gewesen. Hier ging Plücker auf die unterschiedlichen Typen bei Übergewicht ein und betonte, dass die sportliche Mobilisierung jederzeit bis ins hohe Alter möglich sei. „Es gibt viele Möglichkeiten, fit zu bleiben und seinem Herzen etwas Gutes zu tun. Allein durch Treppen steigen, Spazierengehen, Walken oder Fahrrad fahren können Menschen aktiv ihre Gesundheit unterstützen“, riet der Referent.

Wenn doch ein Notfall eintrete, gebe es heutzutage modernste medizinische Möglichkeiten der Therapie. Tobias Plücker erklärte die Bedeutung des Herzkatheters und informierte ausführlich über die Behandlungs- und OP-Methoden am Krankenhaus Eichhof. Er erläuterte die Unterschiede zwischen Draht, Ballon und Stent und stellte auch die Entwicklung seit der ersten Koronardilatation im Jahr 1977 durch den Arzt Andreas Grüntzig vor.