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Bestandsgebäude sollen gekauft und renoviert werdenGrünes Licht für Förderprogramm „Jung kauft Alt“

ANTRIFTTAL (ol). Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Antrifttal hat in seiner Sitzung einstimmig für das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ votiert und somit der Gemeindevertretung die Annahme empfohlen. Dafür gibt es jetzt endlich grünes Licht: 8.000 Euro an Fördermöglichkeiten stehen dafür im Haushalt zur Verfügung.

In der Pressemitteilung der Gemeinde heißt es, mit dem Programm möchte die Gemeinde junge Familien animieren, Bestandsgebäude, die älter als 50 Jahre sind und mehr als drei Jahre leer stehen, zu kaufen und zu renovieren. Ausführlich stellte Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist das Leerstandskataster vor, das im Rahmen des Demografiedialogs mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt worden war und von der Verwaltung ständig fortgeschrieben wird.

„Wir haben in unserer Gemeinde in jedem Ortsteil einige Gebäude, die für dieses Programm in Frage kommen und zum Teil auch ortsbildprägend sind“, sagte Krist. Wenn es gelinge, diese wieder nutzbar zu machen, stärke das die Attraktivität des Ortes und trage mit dazu bei, die Ortskerne zu erhalten. Insgesamt 8.000 Euro stünden im diesjährigen Haushalt dafür zur Verfügung.

Neben einer individuellen Beratung über die Fördermöglichkeiten von Bundes- und Landesseite durch die Verwaltung, solle das gemeindeeigene Programm ein zusätzlicher Anreiz sein. Wenn die Gemeindevertretung im Juni zustimme, könnten noch in diesem Jahr Anträge gestellt werden.


3 Gedanken zu “Grünes Licht für Förderprogramm „Jung kauft Alt“

  1. kann man das nicht auch für Geringverdiener (Kleinrentner, Alleinerziehende etc.) machen, die nur mieten könnten (siehe „Bestandsgebäude sollen gekauft und renoviert werden“)? Der Verein „Miethäuser Syndikat“ (https://vimeo.com/275051039) macht vor, wie das geht. Projekte gibt es bereits auch in Hessen. Siehe z.B. die „Alte Kelterei“ in Kirtorf-Arnshain. Solche Projekte lassen sich hervorragend mit modernem Quartiersmanagement (Mehrgenerationenwohnen) oder mit neuen Formen des ökologisch optimierten Wohnens (intelligente Reduzierung des Platzbedarfs in Kleinsthäusern, Platzgewinn durch Raumsparmöbel, Bauen mit vorgefertigten Wohnmodulen usw.). Hierdurch muss viel weniger Kapital über die Miete refinanziert werden, der Energieverbrauch wird erheblich reduziert und den Mietern mit niedrigem Einkommen bleibt wesentlich mehr zum Leben, ohne dass zusätzliche Sozialleistungen (Wohngeld, ALG II usw.) erbracht werden müssen. Die Zeit ist reif!

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    1. Über das Mietshäuser Syndikat hat sogar schon die ARD ausführlich berichtet. Wer bei solchen Wohnprojekten mitmacht, muss aber u.U. viel Zeit für die Selbstverwaltung investieren und sollte gemeinschaftsfähig sein. Auf jeden Fall staunt man über die günstigen Mieten, den sozialen Zusammenhalt der Mieter und das hohe Maß an sozialer Sicherheit (Schutz vor Kündigung, Modernisierung usw.). Es wird allerhöchste Zeit, dass konstruktive Lösungen gegen den neoliberalen Wohnungsmarkt entwickelt werden, denn es handelt sich hier um die kapitalistische Prifitmaximierung in einem sensiblen Bereich: Wohnen ist Menschenrecht!

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      1. Nur der guten Ordnung halber: Wohnungsbaugenossenschaften und ähnliche Modelle stehen gerade zwar hoch in Kurs (siehe Wohnungsmangel), doch sollte man auch da genau hinsehen, wem man sein Geld anvertraut. Wie gerade bei Plusminus (ARD) berichtet, gibt es auch unter den „Gemeinnützigen“ böse Buben, während Privatunternehmen auch nicht von vornherein zwecks Profitmaximierung die Mieter ausnehmen (siehe https://www.hessenschau.de/tv-sendung/freundinnen-bauen-barrierefreie-wohnungen,video-90564.html).

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