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Gefäßspezialist warnt zum Deutschen Venentag: Mehr als jeder Siebte leidet unter Varizen ¬– vor allem FrauenKrampfadern sollten nicht unterschätzt werden

SCHWALMTAL (ol). Krampfadern, medizinisch „Varizen“ genannt, werden von den zumeist betroffenen Frauen vor allem als kosmetisches Problem betrachtet. Tatsächlich aber können sie mitunter zu einem medizinischen Problem werden. Deshalb warnt Dr. med. Peter Dahl, Gefäßchirurg am Asklepios Klinikum in Schwalmstadt pünktlich zum Deutschen Venentag: Krampfadern sollten nicht unterschätzt werden.

In der Pressemitteilung des Klinikums heißt es, tatsächlich verändern die bläulichen „Besenreiser“ und die hervortretenden, erweiterten Knoten und Schlängelungen das Aussehen von Beinen mitunter deutlich. Unbehandelt verursachen sie häufig starke Beschwerden und können zu chronischen Wunden und Unterschenkelgeschwüren führen. Auch wird ein Zusammenhang zwischen Krampfadern und dem Auftreten von gefährlichen Komplikationen wie Thrombosen und der Verschleppung von Blutgerinnseln (Lungenembolie) diskutiert.

„Das Auftreten von Krampfadern ist meist Ausdruck einer Venenwandschwäche, die zu einer Erweiterung der oberflächlichen Beinvenen führt. Hierdurch können die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Das Blut ‚versackt‘ in den Beinen und fließt nicht mehr entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen“, sagt Dr. med. Peter Dahl, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Asklepios Klinikum Schwalmstadt.  „Meist liegt der Erkrankung eine angeborene Bindegewebsschwäche zugrunde“.

Diese kann man nicht beeinflussen, aber mit Vermeidung von Übergewicht und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung vorbeugen. Häufig treten sie erstmals nach einer Schwangerschaft auf oder nehmen dann zu. Neben Übergewicht begünstigen auch Bewegungsmangel und eine stehende berufliche Tätigkeit die Bildung von Krampfadern.

Die Behandlung sollte man nicht auf die lange Bank schieben

Die Behandlung sollte man vor allem dann nicht auf die lange Bank schieben, wenn Beschwerden (z. B. Schwellneigung, Hautverfärbung) vorliegen. Wenn das Gewebe bereits einen Schaden bekommen hat, ist auch die Behandlung nicht mehr so effektiv. In leichten Fällen könne eine Kompressions- und Verödungsbehandlung (Sklerosierung) ausreichend sein. Für fortgeschrittene Befunde gebe es grundsätzlich zwei Verfahren, das klassische „Stripping“, bei dem die erweiterten Venen abgetrennt und mit einer Sonde herausgezogen werden, und Katheterverfahren, bei denen vom Gefäßinnern mit einer Thermosonde oder einem Laser die Krampfadern verödet werden.


Dr. Dahl empfiehlt, sich an einen erfahrenen Gefäßmediziner zu wenden: „Wenn der Arzt alle Behandlungsverfahren beherrscht und mit ihnen Erfahrung hat, kann er die für den Patienten individuell beste Methode anwenden.“