Die Alsfelder Obergasse soll zur Herberstraße werden. Montage: OL

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April, April!Alsfelder Obergasse soll zur „Herbertstraße“ werden

ALSFELD (ol). In der Alsfelder Obergasse macht ein Geschäft nach dem anderen dicht. Die Stadt möchte diesen Trend nun beenden – und holt sich dabei Anregungen aus Hamburg. Aus der Obergasse soll die „Herbertstraße“ werden. Mit Stripclubs, Bars und offenherzigen Damen in Schaufenstern. Damit soll auch einem bekannten Bürgermeister ein Denkmal gesetzt werden.


Die Idee, die Obergasse zur roten Amüsiermeile umzufunktionieren, stammt von niemand geringerem als Marko Berg. Berg saß einst für die Uwa im Alsfelder Stadtparlament und hat sich dort mit so einigen Auftritten eine gewisse Berühmtheit erarbeitet. Doch vor einigen Jahren zog es ihn nach Hamburg, der Liebe wegen. Also, nicht der käuflichen, sondern wegen seiner Ehefrau. Doch das ist nun aus, Berg ist zurück in seiner Heimat und will die Ärmel hochkrempeln, etwas vor Ort bewegen.

„So`n Schiet!“ sagt Berg mit norddeutschem Schlag, als er in der Alsfelder Obergasse steht und gen Marktplatz blickt. Als er hörte, dass es mit dem Leerstand immer schlimmer wird in der Obergasse, musste Berg sofort an die Hansestadt und St. Pauli denken. Genauer gesagt an die Herbertstraße. Jenes weltberühmtes, kleines Gässchen in Hamburgs Amüsierviertel, wo leicht bekleidete Damen in Schaufenstern sitzen und auf zahlungsfreudige Kundschaft warten.

„Das passt hier doch perfekt“, sagt Berg, als er sich umschaut. „Hier stehen so viele Schaufenster leer, da müssen wir nicht einmal mehr was ausräumen, damit die Damen Platz haben“, schiebt er grinsend nach.

„Wir leben ja schließlich im Jahr 2019“

Die Alsfelder Herbertstraße solle jedoch keine einfache Kopie des Originals in Hamburg werden. Anders als in der Hansestadt, soll es in der Gasse selbst auch mehrere Stripclubs und Kneipen geben. Und anders als in Hamburg soll es auch Frauen, die nicht dort arbeiten, weiterhin erlaubt sein, die Straße entlangzulaufen. „Wir leben ja schließlich im Jahr 2019“, fügt Berg an.

Der Name soll jedoch dem des Hamburger Originals entsprechen – und zwar aus einem ganz bestimmten Grund. „Es ist eine prima Gelegenheit, dem Alsfelder Ex-Bürgermeister Herbert Diestelmann ein Denkmal zu setzen“, sagt Berg.

Der Ludwigsplatz als Aushängeschild

Bürgermeister Stephan Paule zeigt sich begeistert von der Idee. Der Koalitionspartner sei ja bekannt für ausgebuffte Ideen, auf die die CDU manchmal neidisch hinschiele, sagte der Rathauschef. „Aber das ist doch wirklich eine prima Idee, die sich hervorragend in unser Konzept der Altstadtsanierung eingliedert. Man darf nichts unversucht lassen, Alsfeld wieder zu beleben“, sagt Paule. So könne das Parkhaus, was bei der Schellengasse entstehen soll, perfekt von den Besuchern der Herbertstraße genutzt werden. „Der ganze Bereich um den Ludwigsplatz wird somit zum Aushängeschild unserer Stadt“, schwärmt Paule.

So nur etwas „lebendiger“ könnte die Alsfelder Herbertstraße aussehen.

Rotes … pardon … Grünes Licht gibt es auch von Uwe Eifert, dem Wirtschaftsförderer der Stadt. „Das horizontale ist nun mal das älteste Gewerbe der Welt“, sagt er. „Da kann ich aus fachlicher Sicht also nichts dagegen haben.“ Eifert verweist jedoch auf eine Kleinigkeit am Rande, die ihm besonders wichtig sei. Die Stadt müsse Warnschilder aufhängen, um sicherzustellen, dass kein Besucher der Herbertstraße nach einer durchzechten Nacht betrunken ins Auto steige. „Das wäre nicht gut für den Ruf der Stadt, wenn da jemand erwischt würde“, sagt Eifert.

Marco Berg jedenfalls freut sich auf die Diskussionen über sein Vorschlag im Stadtparlament. Über die Anwohner, so sagt er, mache er sich keine Sorgen. „Ich wohne jetzt selbst in der Obergasse. Ich werd`die Nachtschichten am Tresen übernehmen. Und das mit den Nachbarn kriege ich auch schon hin.“

7 Gedanken zu “Alsfelder Obergasse soll zur „Herbertstraße“ werden

  1. Guter Aprilscherz…allerdings nicht von Herrn Berg erfunden. War bereits ein Thema bei Faschingssitzungen umliegender Veranstaltungen in diesem Jahr. Die Verknüpfung zu einem Ex-Bürgermeister finde ich sehr grenzwertig.

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    1. Merke: Nichts ist so alt wie der Aprilscherz von Vorgestern! Übrigens soll das Alsfelder zukünftig unter der Markenbezeichnung „Astra“ verkauft werden. Daneben die Mineralwasser-Marke „St. Pauli“ (classic, medium und still) sowie die Trend-Spirituose „Kleiner Herbert“.

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  2. Wie, noch mehr Verkehr am Ludwigsplatz…….
    Ob das die älteren Anwohner verkraften.
    Andererseits könnten sich neue Geschäftsfelder für die Gewerbetreibenden in Alsfelds Innenstadt erschließen:
    Dessous vulgo Reizwäsche im Bekleidungsgeschäft, Marzipan-Mumus oder Pimmel in der Konditorei, Stärkungsmittel jeglicher Art in der Apotheke……
    Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
    Auch neue Arbeitsplätze in der Verkehrsüberwachung könnten sich ergeben.

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  3. schade das es nur ein April Scherz ist…. dann wäre endlich in der Obergasse mal wieder was los:-)

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