Foto: NABU/Sebastian Hennigs

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Große NABU-Mitmachaktion vom 4. bis 6. JanuarDie Stunde der Wintervögel

VOGELSBERG (ol). Wer sich fürs neue Jahr vorgenommen hat, etwas für den Naturschutz zu tun, kann den Vorsatz kommendes Wochenende in die Tat umsetzen: Vom 4. bis 6. Januar findet die „Stunde der Wintervögel“ statt. Der NABU Hessen hofft auf möglichst viele Teilnehmer bei der bundesweiten Vogelzählung. Die Naturschützer sind gespannt, ob sich die vermehrten Beobachtungen aus der Bevölkerung bestätigen, nach denen sich derzeit weniger Singvögel in Hessens Gärten tummeln.


„Das Ausbleiben oder Fehlen der Vögel an Futterstellen kann unterschiedliche Gründe haben, wie zum Beispiel eine Störung oder eine zusätzliche Futterquelle in der Nähe“, erläutert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen laut Pressemitteilung des Naturschutzbundes. Der NABU möchte deshalb auch wissen, wo keine oder nur wenig Vögel zu beobachten sind. „Jede Meldung hilft uns dabei, einen besseren Überblick über die winterliche Vogelwelt im Garten zu erhalten“, sagt Eppler.

Kein Grund zur Besorgnis

Eine leere Futterstelle im Garten sei in der Regel noch kein Grund zur Besorgnis und könne verschiedene Gründe haben. Störungen durch Katzen oder zusätzliche Futterstellen in der Nachbarschaft verändern das Verhalten der Vögel. „Die gefiederten Wintergäste nutzen immer mehrere Futterquellen gleichzeitig. Das gehört zu ihrer Überlebensstrategie, um bei Kälte und Schnee möglichste einfach und schnell ihre Energiereserven wieder auffüllen zu können“, erklärt der Biologe Eppler.

Zudem gebe es in der freien Natur derzeit noch einiges zu fressen. Die meisten Bäume und Sträucher trugen im letzten Herbst viele Samen und Früchte, so zum Beispiel Buche, Walnuss, Haselnuss, Vogelbeere, Weißdorn und Kornelkirsche. Die „Stunde der Wintervögel“ sei Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum achten Mal statt. Der NABU ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

So funktioniert die Wintervogelzählung

Die Wintervogelzählung funktioniere ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann auf der Internetseite bis zum 15. Januar gemeldet werden. Zudem sei für telefonische Meldungen am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Mit dem neuen E-Learning-Tool „Vogeltrainer“ können Vogelfreunde unter www.vogeltrainer.de ihre Kenntnisse über die heimische Vogelwelt aufbessern und erweitern.

Bei der letzten Wintervogelzählung im Januar 2018 beteiligten sich in Hessen 7.972 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus mehr als 5.611 Gärten und Parks mit über 223.005 gezählten Vögeln ein. Bundesweit erreichte die Vogelzahl über 3,5 Millionen Meldungen. Der Haussperling ergatterte dabei den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Hessens Gärten, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 7. bis 11. Januar bietet die NAJU auf ihrer Internetseite Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.