Die Gäste zeigten großes Interesse – hier während des Vortrags von Martina Lenz. Foto: Lerch

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Vortrag über Leben und Reisen in der Mongolei – Kooperation zwischen Weltladen Alsfeld und Holiday LandDie Mongolei als Partner für faires Reisen und fairen Handel

ALSFELD (ol). Wer reist, kommt um die Welt. Das gilt nicht nur für das tatsächliche Reisen, sondern auch für Reisen in Bildern, Vorträgen und Geschichten. In der Themenwelt, dem Veranstaltungsraum des Reisebüros Holiday Land, konnte man nun innerhalb weniger Tage vom Polarkreis in die Mongolei reisen. Nach dem Eröffnungsvortrag über die Winterreise an den Nordpol, war es nun eine Kooperation mit den Weltladen Alsfeld, die den Gästen neue Horizonte eröffnete.

In der Pressemitteilung heißt es, auf Einladung des Alsfelder Vereins waren mit Gudrun Wippel und Martina Lenz zwei ausgewiesene Expertinnen für die Mongolei in die Fachwerkstadt gekommen, die eine referierte zum Thema Reisen, die andere zum Thema Fairer Handel.

Gudrun Wippel, Geschäftsführerin von Kia Ora Reisen, habe viele stimmungsvolle Bilder aus der Mongolei mitgebracht: Weite Steppen, geringe Bevölkerungsdichte, sehr geringes Alter der Bevölkerung, Landflucht, starkes Wachstum der Hauptstadt Ulan- Bator würden dieses Land. Die Referentin veranschaulichte, wie individuelles Reisen in der Mongolei aussieht: Wohnen bei Nomaden in der Jurte, traditionelle Lebensweise, Pferdetrecking, anspruchsvolle Wege, im Einklang mit der Natur und immer wieder gastfreundliche Menschen.

Man sage „In die Mongolei kommt man als Gast und geht als Freund“, schloss die Rednerin ihren Vortrag und hatte sicherlich bei vielen Gästen im Publikum Neugierde auf dieses ferne Land geweckt. Auch Carmen Lerch, Inhaberin des Reisebüros Holiday Land, zeigte sich beeindruckt: „Die Mongolei ist kein klassisches touristisches Reiseziel – eine Reise dorthin hat wirklich eine ganz besondere Qualität“, unterstrich sie auch die Bedeutung eines kompetenten Anbieter, der Land und Leute kennt und dem Land auch Respekt entgegenbringt.

Weiterer Themenkomplex: Fairer Handel

Ein weiterer Aspekt des Abends sei dem Thema Fairer Handel gewidmet gewesen. Schon lange habe der Alsfelder Weltladen Produkte aus der Mongolei im Angebot, wie Sabine Kehm von Weltladen -Team ausführte. Martina Lentz von der Fairhandelsorganisation Colombo3 stellte die Möglichkeiten des fairen Handels mit der Mongolei vor. Hier seien es besonders die Frauen, die mit alten Handwerkstechniken das Familieneinkommen sichern. Eine weitere Einnahmequelle stellten die Viehherden dar: Die Frauen kümmern sich um große Herden mit Pferden, Yaks, Kamelen, Ziegen und Schafen.

Aus der feinen Wolle des Yaks würden hochwertige Strickwaren hergestellt: Pullover, Schals, Cardigans, Ponchos oder Mützen würden komplett in der Mongolei gefertigt – die Wertschöpfung bleibe vor Ort. Wie gut sich die Wolle in ihren vielen Farbschattierungen anfühle, das konnten die Gäste direkt ausprobieren. „Durch die Projektarbeit von Colombo3 wird Aufbauhilfe in der Mongolei geleistet“, führte die Referentin aus. „Dabei steht der Umsatz nicht im Vordergrund, sondern es soll Raum für Produktentwicklungen geben. Ziel ist es, dass die Produzenten völlige Unabhängigkeit erlangen, die es ihnen ermöglicht, selbstbestimmt zu produzieren und ihre Vertragspartner auszusuchen.“

Der Abend wurde abgerundet durch eine Reise mit Bilderimpressionen über Land und Leute, untermalt mit dem typischen Kehlkopfgesang der Mongolen. Und während sich die eine oder andere Diskussion über faires Reisen und fairen Handel entspann, war bestimmt jede Menge Fernweh geweckt worden – Neugierde auf ein fernes Land und seine Menschen. Die nächste Veranstaltung des Weltladens finde bereits am 17. November statt. Die Gruppe „Grupo Sal“ werde zum 15-jährigen Vereinsjubiläum um 20 Uhr im Getürms in Billertshausen aufspielen.

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