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BUND untersuchte Bahnverbindungen, Bisfahrpläne, Zustände von Bahnhöfen und Haltestellen30-seitige Stellungnahme zum aktuellen Nahverkehrsplan

VOGELSBERGKREIS (ol). Ein gut funktionierendes Netz aus Bus und Bahn sei ein Lebenselixier für die Entwicklung des Vogelsbergs. Der Bund für Umwelt-und Naturschutz (BUND) stellt deshalb seine 30-seitige Stellungnahme zum aktuellen Nahverkehrsplan vor. In der Stellungnahme wurden Bahnverbindungen und Busfahrpläne ebenso untersucht wie der Zustand von Bahnhöfen und Haltestellen.

„Weil wir mit Matthias Pippert einen eingearbeiteten Fachwissenschaftler in unseren Reihen haben, und weil unsere Mitglieder zahlreiche Verbesserungsvorschläge eingebracht haben, konnten wir diese Aufgabe stemmen“ sagt laut Pressemitteilung des BUND Dr. Wolfgang Dennhöfer für den Vorstand. Der Umweltverband hatte sich am Anhörungsverfahren des Zweckverbands Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) beteiligt, den Zustand des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) analysiert und die aktuellen Planungen für den Vogelsbergkreis unter die Lupe genommen.

Erreichte und anstehende Verbesserungen

Pippert lobte, dass seit 2013 wichtige Verbesserungen erreicht wurden: „Auf der Vogelsbergbahn wurden zusätzliche Verbindungen am Abend eingerichtet und am Wochenende ist der Fahrplan zum Stundentakt verdichtet worden.“ Damit der ÖPNV im Vogelsbergkreis zu einer alltagstauglichen Alternative zum Auto werden könne, seien aus Sicht des BUND-Kreisverbandes folgende Aspekte besonders wichtig:

• weitere Verbesserungen bei der Vogelsbergbahn, besonders abends weitere durchgehende Spätverbindungen zwischen Gießen und Fulda, ebenso auch am Sonntagmorgen

• der systematische (Wieder-)Aufbau eines überregionalen Busnetzes

• Verdichtung der Takte und Ausdehnung der Betriebszeiten (vor allem abends), so dass die Buslinien nicht nur für den Schülerverkehr, sondern auch für Berufspendler und für Tagesausflüge brauchbar sind

• Verbesserungen, Vereinfachungen und Qualitätssicherung im Anruf- Linientaxi-Verkehr

• bessere Anbindung der Stadtteile an die Kernbereiche der Städte, insbesondere in Lauterbach und Alsfeld

Wichtig ist für den BUND, dass die ÖPNV-Planung auch die tatsächlichen Verkehrs- und Pendlerbeziehungen berücksichtigt: Wer im südlichen Kreisgebiet wohne und in der Wetterau oder im Rhein-Main-Gebiet arbeite, brauche direkte und ganztägig angebotene Verbindungen dorthin und nicht nur Busse nach Lauterbach oder Alsfeld. „Besonders stolz sind wir auch auf die vielen Hinweise unserer Mitglieder“, sagt Dennhöfer, der einige Beispiele nennt: Die Bahnsteige und Bushaltestellen müssen barrierefrei erreichbar sein. Davon würden Radfahrer ebenso profitieren wie Personen mit Gehbehinderungen oder Kinderwagen.

Miserable Zustände der Bahnhöfe

Heute seien die Bahnsteige in Alsfeld und Grünberg nur über steile Treppen erreichbar – oder mühsam und illegal quer über die Gleise. Und: An Bahnhöfen wünsche sich der BUND einen trockenen und geschützten Wartebereich mit Sitzmöglichkeiten, Orientierungshilfen, Reise- und Tourismusinformationen, Verpflegung und Toiletten. Stattdessen gebe es baufällige, vernagelte Bahnhofsgebäude wie beispielsweise in Burg-und Nieder-Gemünden. In Ehringshausen gebe es nicht einmal eine Fahrtrichtungsanzeige: Wer auf dem Bahnsteig auf der falschen Seite der Schranke stehe, der könne sehen wo er bleibt.

Ein wichtiger Kritikpunkt sei auch die Erreichbarkeit von Krankenhäusern: „In Marburgs ist auf den Lahnbergen ein riesiger Universitäts- und Klinikkomplex entstanden, zu dem vielfältige Verkehrsbeziehungen aus dem westlichen Vogelsberg bestehen: Berufspendler, Studierende, Patienten und Besucher müssen dorthin. Eine direkte Verkehrsanbindung im ÖPNV fehlt jedoch weitgehend.“ Auch das Lauterbacher Krankenhaus solle an allen Wochentagen mindestens stündlich bedient werden. Derzeit werde das Krankenhaus in Lauterbach überhaupt nicht mehr von einem Bus angefahren.

Weiterhin ist es für den ÖPVN im Vogelsberg wichtig, dass die Bahn- und Bus-Betreiber  ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen. Solche „Tariftreuevorgaben“ müssen laut BUND in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden. Bei Neuvergaben müsse die Übernahme des Personals vorgeschrieben werden. „Damit werden Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Region geschützt“, sagt der Verkehrsexperte Pippert.

„Wir hoffen, dass wir bei den verantwortlichen Kommunalpolitiker Unterstützung erhalten und dass sich alle Parteien für die weitere Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs stark machen.“ sagt Dennhöfer abschließend. Die vollständige Stellungnahme des BUND kann unter bund-vogelsberg@gmx.de als pdf-datei angefordert werden oder von der Homepage des BUND heruntergeladen werden.

Ein Gedanke zu “30-seitige Stellungnahme zum aktuellen Nahverkehrsplan

  1. Was genau hat den der Bund für Umwelt- und Naturschutz mit den optischen und baulichen Zuständen von Haltestellen und Bahnhöfen zu tun? Mir ist schon klar das es besser für die Umwelt wäre auf Bus und Bahn umzusteigen aber hier gehen einige persönliche Interessen mit den des Verbandes durcheinander ?

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