Aktenstudium bei dichtem Qualm: Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dargestellt durch Burghart Klaußner. Foto: zero one film/alamodefilm/Martin Valentin Menke

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Auftakt mit "Der Staat gegen Fritz Bauer" am kommenden Mittwoch, den 10. Oktober um 19 UhrVogelsberger Kirchenkino startet in das 12. Jahr

ALSFELD (ol). „In einer Zeit von Trump, Orban, Kurz und Gauland vermissen wir auch heute die Gegenläufer“, verrät Ralf Müller vom Evangelischen Dekanat die Leitidee der neuen Kirchenkino-Saison – und die startet an diesem Mittwoch mit dem Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“.

Fritz Bauer war ein echter „Gegenläufer“: Während Bundeskanzler Adenauer einen „Schlussstrich“ unter den Nationalsozialismus ziehen wollte und viele hohe Posten in Politik und Justizwesen längst durch ehemalige Nationalsozialisten wiederbesetzt waren, forcierte der hessische Generalstaatsanwalt die Festnahme Adolf Eichmanns und führte die Frankfurter Auschwitz-Prozesse herbei. „Gegenläufer“ wie Fritz Bauer präsentiert das Vogelsberger Kirchenkino in seinem zwölften Jahr monatlich ab diesem Oktober.

Darum geht es in dem Film:

Bauer, so macht der deutsche Spielfilm aus 2015 deutlich, konnte seine Ermittlungen nur mit Rückendeckung des damaligen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn vorantreiben. Das Bundeskriminalamt, der Bundesnachrichtendienst und der Verfassungsschutz waren mit ehemaligen Nationalsozialisten durchsetzt, die an der juristischen Aufarbeitung des „Dritten Reiches“ somit schon persönlich nicht interessiert sein konnten. Sogar Ermittlungsakten verschwanden im eigenen Hause immer wieder. Gemeinsam mit dem (nicht historischen) jungen Staatsanwalt Karl Angermann versucht Bauer dennoch, Adolf Eichmann ausfindig zu machen und zu stellen.

Der hessische Generalstaatsanwalt war ein „Gegenläufer“ in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Er stand für seine Position und durchkämpfte sie auch gegen eine weitverbreitete Kultur der „Mitläufer“, die persönliche Verantwortung und gesellschaftliches Engagement ablehnen.

Für die monatlichen Filmabende von Oktober 2018 bis März des kommenden Jahres habe die Kirchenkino-Crew deswegen nach Filmen recherchiert, die „Gegenläufer“ im Mittelpunkt haben – nicht nur in der Politik, sondern auch im Berufs- und Privatleben. „All den schlechten Nachrichten und Entwicklungen dieses Sommers wollen wir entgegenstellen, dass es auch weiterhin solche Gegenläufer gibt, die mit Standhaftigkeit für Mitmenschlichkeit und humanitäre Werte eintreten“, erklärte Müller weiter. Mit „Der Staat gegen Fritz Bauer“ startet das Vogelsberger Kirchenkino am Mittwoch, den 10. Oktober um 19 Uhr im Kinocenter Alsfeld in sein zwölftes Jahr.

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