Wasser aus Bächen, Flüssen oder Seen zu entnehmen kann ziemlich teuer werden. Der Vogelsberg hat ein verbot ausgesprochen. Foto: privat/archiv

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Wegen Trockenheit wird Wasserentnahme verboten - Mischak: „Wir müssen unsere Lebensgrundlage Wasser schützen“Wasser entnehmen verboten!

VOGELSBERG (ol). Seit Wochen und Monaten hat es nicht geregnet und die anhaltende Trockenheit hat zu sehr niedrigen Wasserständen in Bächen, Flüssen und Seen geführt. Aus diesem Grund ruft der Vogelsberg jetzt ein Verbot aus: Es darf kein Wasser mehr aus Bächen, Flüssen oder Seen entnommen werden. wer es trotzdem tut, dem droht unter Umständen eine sattes Bußgeld.

„Wir müssen unsere Lebensgrundlage Wasser, gewässerökologische Belange und das Wohl der Allgemeinheit schützen und erhalten, deshalb muss die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern bis auf weiteres untersagt werden“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Jens Mischak in einer Pressemitteilung. Auch in den beiden Nachbarkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg ist ein solches Verbot bereits ausgesprochen worden.

Das Verbot gelte auch für den Fall, wenn bislang eine Erlaubnis zur Wasserentnahme durch die Wasserbehörde erteilt worden war. Eine solche Entnahme sei allerdings nur möglich, wenn die Abflussmengen erhalten bleiben, die für das Gewässer erforderlich seien. Diese Mindestwasserführung sei derzeit nicht mehr gewährleistet.

„Eine Änderung der Wetterlage ist im Moment nicht in Sicht, mit einer Entspannung kann nicht gerechnet werden“, sagt Mischak. „Das ist eine wirklich extreme Situation für das Ökosystem Bach. Die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen haben sich massiv verschlechtert. Es gilt, die Natur zu schützen“, macht Dr. Mischak deutlich. Deshalb könne das Verbot auch erst aufgehoben werden, wenn sich die Witterungsverhältnisse deutlich verbessert haben.

Wer sich nicht an das Verbot des Vogelsbergkreises halte, für den könne es teuer werden: Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und werden im Einzelfall mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet.

3 Gedanken zu “Wasser entnehmen verboten!

  1. Da wird von „gleichwertigen Lebensverhältnissen“ in Stadt und Land phantasiert, aber nach wie vor dienen die „abgehängten ländlichen Regionen“ ausschließlich dazu, das Leben in den urbanen Ballungszentren immer noch attraktiver zu machen, so dass immer mehr Menschen (inklusive der „Flüchtlinge“, die dort ihren finsteren Geschäften nachgehen) dort abhängen wollen. Jetzt propagiert man auch noch „urban gardening“, d.h. der Landwirt aus der Wetterau kann sich demnächst den Weg auf den Markt nach Frankfurt sparen. Deshalb geht das mit dem „schnellen Internet“ ja so langsam, weil dann viele Arbeitsplätze aufs Land zurückwandern und die Menschen entdecken würden, dass allein der preiwswertere Wohnraum den Gehaltsunterschied ausgleicht. Dort wo schnelles Internet vorhanden ist (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) ist die Rückkehrwelle bereits in vollem Gange (https://www.moz.de/wirtschaft/regionale-wirtschaft/artikel-ansicht/dg/0/1/1671094/). Leider haben die schwarz-grüne Landesregierung wie auch die Verantwortlichen im Vogelsbergkreis das Thema Glasfaseranschlüsse über Jahre versemmelt und verschlafen. Und man spricht immer noch von „Breitband“ (Telekom-Kupfer-Technologie für billige, aber veraltete Hausanschlüsse), als sei das das Weltraumprogramm für den Vogelsberg. Stattdessen führt man eine lächerliche „Wir gehören jetzt zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“-Posse auf. Dabei darf der VB nur deshalb mit am Tisch der reichen Metropol-Kommunen sitzen, weil man sein Wasser braucht. Aber man sitzt genau mit an dem Tisch, über den man anschließend gezogen wird. Und die dabei entstehende Reibungswärme wird als „Politik für die Heimat“ verkauft.

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  2. Der Vogelsberger soll mal versuchen uns Frankfurtern etwas zu verbieten. Da wir Frankfurter die besseren Menschen sind steht uns euer Wasser ja wohl zu… Sonnenbrille auf, Gartendusche an!

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  3. Und was ist jetzt mit den Frankfurtern und dem für ihre Grünanlagen „verschleudertem“ Vogelsberger Trinkwasser? Es fällt schwer sich an das Verbot zur Wasserentnahme aus Bächen zu halten, wenn so ungleich verfahren wird. Das drängt sich doch die Frage auf, welchen Wert wir was die Großstädter haben, wenn sie sich so großzügig bedienen. Schimpf und Schande den Verantwortlichen!

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