Gesellschaft0

Abschlusskonzert mit Junior-Brass und 60 Juniorbläsern zum Abschluss des Junior-BläsertagsDer Chattanooga Choo Choo fuhr in der Walpurgiskirche

ALSFELD (ol). So fetzig wie mit dem guten alten Swing-Titel „Chattanooga Choo Choo“ in der ehrwürdigen Alsfelder Walpurgiskirche begrüßt zu werden – damit hatte wohl niemand gerechnet. Doch wer am Samstagabend zu der Konzertandacht als Abschluss des Oberhessischen Junior-Bläsertages in die Walpurgiskirche gekommen sei, der hatte hören und sehen können, dass Posaunenchormusik durchaus nicht nur das Spielen von Chorälen und das Begleiten von Gottesdiensten sei.

Laut der Pressemeldung des evangelischen Dekanats konnten die Besucher außerdem lernen, dass Menschen, die morgens ihren ersten Ton auf einer Trompete, einem Tenorhorn oder einer Posaune geblasen haben, am Abend durchaus – gemeinsam mit hundert weiteren Musikern – ein Konzert bestreiten können. Bereits zum dritten Mal fand der Junior-Bläsertag des Bezirks Oberhessen des Posaunenwerks der EKHN nun statt. Eingeladen hatten, mit Unterstützung des evangelischen Dekanats Alsfeld, neben Landesposaunenwart Albert Wanner drei regionale Dozenten und Chorleiter, namentlich Dirk Weber, Max Althaus und Johannes Becker.

Anstrengend, mitreißend und gut gelaunt

Neben ihnen seien zahlreiche weitere ehrenamtliche Dozenten im Einsatz gewesen, die von morgens um neun bis nachmittags gegen 17 Uhr mit den gut 60 Interessenten probten. Eingeteilt nach Leistungsstand in sieben Lerngruppen, hatten sich die Jung- und Erstbläser in verschiedenen Gebäuden der Stadt verteilt und probten einen Tag lang, was das Zeug hielt. An einem heißen Frühlingstag sei das sowohl schweißtreibend und anstrengend, aber auch mitreißend und sehr gut gelaunt verlaufen – insbesondere Letzteres sei allen Beteiligten anzumerken gewesen.

„Wir wollen mit diesem Junior-Bläsertag zeigen, was alles möglich ist mit unserer Blechblasmusik“, skizzierte Wanner eine Intention hinter diesem Angebot. Simone Koch, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung der evangelischen Bläserarbeit Oberhessen e.V, präzisierte: „Posaunenchorarbeit ist mehr als Musik. Sie stärkt das soziale Miteinander, ist getragen von einem christlichen Hintergrund, schafft Gemeinschaft und bringt großartige Leistungen mit hervorragender musikalischer Qualität hervor.“ Der Förderverein unterstütze solche Tage daher finanziell, ebenso wie er andere Dinge ermögliche, die von kirchlicher Seite nicht getragen werden.

Marina Jung und Jonas Lehnen moderierten locker und sehr kompetent. Alle Fotos: Traudi Schlitt


Blasinstrumente spielen kann man schnell lernen

„Solche großangelegten Workshop-Tage mit hochwertigen Referenten sind eine einmalige Gelegenheit für neue, junge und älter Bläser, fundierten Unterricht zu erhalten“, fügte Wanner hinzu. Und dieses Angebot ließen sich viele nicht entgehen: Zwischen fünf und weit über 18 Jahre hinaus sei das Alter der Teilnehmenden gewesen, die ihren ersten Ton bliesen, ihr Wissen ein wenig auffrischen wollten oder aus purer Freude und Interesse dabei gewesen sein. Das Ergebnis in der am Abend gutbesetzten Kirche hatte sich sehen und vor allem hören lassen können: Moderiert von Marina Jung und Jonas Lehnen, beide Mitglieder von Junior-Brass, hatten die 40 Musiker des Auswahl-Posaunenchor der Bezirke Oberhessen und Nord-Nassau, ein abwechslungsreiches Repertoire zu Gehör gebracht.

Einige der jungen Bläser hatten sich im Dirigat abgewechselt. Bei zahlreichen Stücken hatten die verschiedenen Übungsgruppen des Tages, teilweise dirigiert von ihren Dozenten, mit eingestimmt. So nahmen sie ihr begeistertes Publikum nicht nur mit auf die „Sentimental Journey“ oder zum Mond mit „Fly me to the Moon“, sondern auch mit zu Captain Jack Sparrow in die Karibik. „Ein Freund, ein guter Freund“, brachten sie zu Gehör, daneben „Sound of Silence“ und den unverwüstlichen Klassiker „Cantina Band.“ Ihr Programm, das sie voller Spielfreude und Ausdrucksstärke darboten, hätte abwechslungsreicher nicht sein können und hatte mit dem Abendsegen aus der Oper „Hänsel und Gretel“ geendet. Von diesem musikalischen Genuss hatten alle mehr gewollt, so dass die Zugaben und der stehende Applaus vorprogrammiert gewesen seien.

Pfarrer Doktor Uwe Ritter hatte in seiner Begrüßung gesagt, Geduld zahle sich aus. Sowohl die Geduld zu lernen, als auch die Geduld auf ein tolles Konzert zu warten. Wie recht er damit hatte, das sei nach dieser schönen, musikalischen Stunde an einem Sommerabend allen klar geworden. Der Alsfelder Posaunenchor biete unter der Leitung von Max Althaus und Johannes Becker seit wenigen Wochen wieder Übungsstunden für Jungbläser an. Diese fänden jeden Mittwoch um 18 Uhr im Tilemann-Schnabel-Haus statt. Interessenten können jederzeit zum Schnuppern oder gleich Mitmachen dort vorbeikommen.

Weitere Eindrücke: