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Alter Menhir – eine Sphinx oberhalb von EhringshausenDer Heinzemann mit seinen 12 Hühnern

EHRINGSHAUSEN (ol). Der Heinzemannm: Ein neuer und sehr abwechslungsreicher Wanderweg rund um Ehringshausen soll nach ihm benannt werden. Und: Wer sich aufmacht zur 13 km langen Tour entdeckt vielleicht die 12 Hühner, die der Sage nach aus dem sich öffnenden Fels gackernd um den Fels herumlaufen, um kurz darauf wieder in das sich schließende Gestein schlüpfen. Aber nur, wenn er genau um 12 Uhr am Felsen vorbeischaut.

Das Flüsschen Felda habe laut Pressemitteilung im Laufe der Zeit eine große Arbeit vollbracht: Eine basaltische Felsformation herauspräpariert, wie sie kein Künstler hätte schaffen können. Bereits in der jüngeren Steinzeit und in der Bronzezeit sei der Menhir als Fruchtbarkeits- und astronomischer Stein genutzt worden sein. Heute stehe er geheimnisvoll in einem Waldstück, das von Hessen Forst aus der Nutzung genommen wurde und als Kernfläche Prozessschutz genieße. Hier würden Wald und Natur sich selbst überlassen bleiben und eine erstaunliche Artenvielfalt hervorbringen.

Der Heinzmannskopf. Foto: Vogelsbergkreis

Der Heinzemann sei mit seinen rund zehn Metern beeindruckend hoch – und im Detail sei er nicht weniger aufregend, weil die kleinen Bläschen im Basanit-Gestein teilweise mit Zeolithmineralen ausgekleidet seien und Drusen bilden. Wer genau hinschaut, erkenne grünliches Erdmantelgestein, vom Fachmann Peridotit genannt, und Einschlüsse älterer Nebengesteine aus der Erdkruste.

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Der Schutz von Geotopen

Was sind Geotope?

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. Dabei kann es sich um natürliche oder vom Menschen geschaffene Aufschlüsse handeln, um Landschaftsformen oder um Erscheinungen, die das Wirken geologischer Kräfte und Spuren des fossilen Lebens zeigen.

Welche Geotope sind schutzwürdig?

Aus der Gesamtheit der Geotope sollen nur diejenigen geschützt werden, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen. Die Erhaltung der Geotope erfordert, sie zugänglich zu machen und zu pflegen (Schutz durch Nutzung). Sie können insbesondere dann, wenn sie gefährdet sind und vergleichbare Geotope zum Ausgleich nicht zur Verfügung stehen, eines rechtlichen Schutzes bedürfen. Um die Konflikte zwischen Geotopschutz und anderen Nutzungsansprüchen gering zu halten, können allerdings nur Objekte von besonderem fachlichem oder öffentlichem Interesse geschützt werden.

Was sind die Ziele des Geotopschutzes?

Ziel des Geotopschutzes ist die Erhaltung der Vielfalt geowissenschaftlicher Objekte und Landschaftsteile. Seit 1978 werden Geotope vom HLUG (damals noch Hessisches Landesamt für Bodenforschung) als geowissenschaftlich schutzwürdige Objekte erfasst und bewertet. Durch Verwitterung und Bewuchs sowie Baumaßnahmen können sie in ihrem Bestand gefährdet sein. Durch frühzeitige Absprachen werden Interessenkonflikte – etwa mit dem Rohstoffabbau oder dem Biotopschutz – im Hinblick auf die konkurrierenden Nutzungsansprüche in Einklang gebracht.

Wie werden Geotope in Hessen geschützt?

Die rechtliche Unterschutzstellung von Geotopen erfolgt in der Regel im Rahmen des Hessischen Naturschutzgesetzes als „Naturdenkmal“, „Geschützter Landschaftsbestandteil“ oder als „Naturschutzgebiet“. Bei einzelnen Fossilfundstellen geschieht die Unterschutzstellung nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Viele der erfassten und auch schutzwürdigen Geotope sind noch nicht unter Schutz gestellt.

Welche Geotoptypen gibt es in Hessen?

Aufschlüsse

Aufschlüsse sind Freilegungen von Gesteinen und Böden, die durch natürliche (Hanganrisse, Felswände, Prallhänge, Kliffs und Bachprofile) oder anthropogene Prozesse (Steinbrüche, Ton-, Sand-, Kiesgruben, künstliche Böschungen, Hohlwege, Baugruben sowie untertägig durch Bergbau oder Bohrtechnik geschaffene Aufschlüsse) entstanden sind.

In Aufschlüssen können: Gesteine, Böden, Mineralien, Fossilien, Lagerungsverhältnisse/ Tektonik oder Sedimentstrukturen freigelegt sein. Ferner können sie Typlokalitäten darstellen.

Formen

Hierzu zählen alle Landschaftsformen und Bildungen an der Erdoberfläche, die durch natürliche Vorgänge entstanden oder im Verlauf der Erdgeschichte verändert worden sind. Künstliche Landschaftsformen werden – auch wenn sie natürlichen Gegebenheiten nachgebildet sind – nicht als Geotope eingestuft.

Formen werden untergliedert in:

Abtragungs- und Ablagerungsformen: fluviatile und gravitative, windbedingte, lösungsbedingte, Verwitterungsbildungen, Seen und Moore, magmatische Bildungen, Impaktbildungen (Einschläge von Meteoriten).

Weiterführende Informationen gibt es auch auf der Webseite des Geoparks Vulkanregion Vogelsberg e. V: http://www.geopark-vogelsberg.de/ Quelle: www.hlnug.de/start/geologie/geotope.html