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Am 3. Februar in Gemeinschaft für den Frieden strickenStrick-off für die SI Mitmach-Kunst-Aktion „Nie wieder Krieg!“

LAUTERBACH (ol). Mit einem offiziellen „Strick-off“ begann das Projekt „Nie wieder Krieg“ des Soroptimist (SI) Clubs Lauterbach-Vogelsberg vor der Hohhaus-Apotheke, an einer von sechs eingerichteten Wollstationen, und in Blickweite zum Löwendenkmal. Das steht im Mittelpunkt der SI Mitmach-Kunst-Aktion unter dem Titel „Nie wieder Krieg“.



In der Pressemitteilung des Clubs heißt es, der „Löwe“ wurde 1907 eingeweiht und sollte an den Sieg Deutschlands im Krieg gegen Frankreich 1870/71 erinnern. Es sei ein Siegesdenkmal, was heute nicht nur anachronistisch und unverständlich, sondern erschreckend erscheint. Ein Krieg bringe Verderben und Verlust für alle Beteiligten. Deutschland genieße seit über 70 Jahren Frieden, beheimate aber seit einigen Jahren viele Menschen, für die Krieg und Kriegsverderben ganz aktuelle Lebenserfahrungen seien. Es sei der Frieden, der eine Zukunft für alle sichere.

Daher sei der Löwe es, dem ein Denkmal gebühre. Das soll am 1. und 2. September entstehen, indem der Löwe mit gestrickten und gehäkelten Woll-Elementen eingehüllt werde. Das Projekt des SI Club Lauterbach-Vogelsberg, das von Designerin und Club-Mitglied Ute Kirst ausgedacht und konzipiert wurde, enthebe den Löwen symbolisch seines historischen Fundaments und setze ihn in neue, friedensbejahende Zusammenhänge. „Aus dem Kriegsdenkmal wird ein Friedensdenkmal, dessen umhüllende Wolle aus roten Farbtönen bestehen wird“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Mitmach-Kunst-Aktion für den Frieden

Das Besondere an der Idee sei die Einladung an alle Menschen, sich mittels eigenhändig gestrickter oder gehäkelter Woll-Elemente an der Aktion für den Frieden zu beteiligen, was dem Projekt seinen Untertitel „Mitmach-Kunst-Aktion“ gab. Hierfür seien Woll-Stationen eingerichtet, in denen man sich kostenlos Wolle abholen könne, um die benötigten Wollelemente zu fertigen. Maximal vier Knäuel pro Person können verstrickt oder verhäkelt werden, eine einfache Anleitung werde ebenfalls mitgegeben. In vorbereitete Listen trage man seinen Namen ein und könne entscheiden, ob man auf der eigens für das Projekt eingerichteten Internetseite genannt werden möchte.

„Strick-off“ vor Hohhaus-Apotheke und dem Löwendenkmal für das SI Mitmach-Kunst-Projekt „Nie wieder Krieg!“. Foto: SI Lauterbach-Vogelsberg/Deibel

Bis Ende September werde der Löwe seinen roten Woll-Umhang tragen. Dann werde die rote Hülle gewaschen und wieder in Einzelteile zerlegt, die man als Erinnerungsstücke käuflich erwerben könne. Der Erlös wird Organisationen für Kriegsopfer und Kriegstraumatisierte zukommen.

Vortrage und Lesungen begleiten die Aktion

Auch Vorträge und Lesungen sollen die Aktion begleiten. Aber es sei auch ein Projekt, das von denjenigen lebt, die sich daran beteiligen möchten – und dies nicht nur durch Stricken oder Häkeln. So seien Schulen im Kreis eingeladen, sich mit eigenen Projekten wie beispielsweise einer kleinen Ausstellung oder ähnlichem der Aktion für den Frieden anzuschließen. Sowohl Lauterbachs Partnerstadt Lèzignan-Corbiéres werde kontaktiert als auch SI Clubs in Frankreich, um an diesem Freundschafts- und Friedensprogramm teilzunehmen und teilzuhaben.

Wer Kontakt zur Projektleiterin Ute Kirst aufnehmen möchte, könne das über die Internetseite tun. Hier finden sich auch alle Details zum Projekt, die bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Sponsoren sowie Medienberichte – schon vor Beginn der Mitmach-Kunst-Aktion habe das Projekt viel positive Rückmeldungen erhalten, auch außerhalb der Region. Das werde sicher noch mehr werden, denn „Nie wieder Krieg“ werde maßgeblich vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ und dem mittelhessischen Kultursommer gefördert und sei damit Teil weitreichender öffentlichkeitswirksamer Netzwerke.

Die Wollstationen sind in Lauterbach: Kauppa, die Buchhandlungen „Lesezeichen“ und „Das Buch“, die Hohhaus-Apotheke, ZinnoberRot und die Apotheke in Herbstein. Wer nicht gerne alleine strickt, oder des Strickens noch nicht mächtig ist, könne am 3. Februar in der Buchhandlung „Das Buch“ in Lauterbach in Gemeinschaft für den Frieden handarbeiten.