Spaß haben und Gutes tun: Sophie und Noah stellen aus Herzenslust Vogelfutter her! Foto: Traudi Schlitt

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Ferienbetreuung der bhvb - Behindertenhilfe Vogelsbergkreis e.V. bietet auch im Winter viel Spaß und AbwechslungVom Ferienkind zum Vogelkundler

HERBSTEIN (ol). Noah und Sophie nehmen in diesen Tagen, laut Pressemeldung, wie elf weitere Kinder an der Ferienbetreuung der bhvb – Behindertenhilfe Vogelsbergkreis e.V. teil. Alle gemeinsam verbringen sie ein oder zwei schöne Wochen voller neuer Ideen, kleiner Abenteuer und jeder Menge Freude.

Noah und Sophie haben ihre Hände beide in einer großen Schüssel. Darin: Fett, Körner und Kerne, Nüsse und Flocken. Sie vermischen alles zu einer gleichmäßigen Masse und füllen es dann mit bloßen Händen in ein kleines Töpfchen oder in einen länglichen Holzquader mit verschiedenen Bohrungen. Begeistert sind sie bei der Sache, wissen sie doch, dass sie dabei nicht nur ganz viel Spaß haben, sondern auch noch etwas Gutes tun.

Für Arbeitspädagoge Sven Nophut und Heilerzieherin Albina Kuhn sei es immer wieder schön zu sehen, wie begeistert die Kinder bei der Sache seien. Kein Wunder: Die beiden Fachkräfte bieten ihren jungen Gästen viel, unter anderem die Möglichkeit selbst zu bestimmen, was sie in den Ferientagen gerne tun wollen. „Wir bereiten natürlich ein Angebot vor, das sportliche Aktivitäten genauso beinhaltet wie Exkursionen in die Natur, gemeinsames Spiel und vieles mehr. Was letztendlich realisiert wird, bestimmen die Kinder mit“, berichtete Nophut, der sich als fachkundiger Naturführer in diesem Jahr ganz besonders mit der hiesigen Vogelwelt auseinandersetzt und mit seinen Kindern vor Ort viel Wissenswertes entdeckt.

Wissenswertes rund um die Welt der Vögel entdeckt

Was sind Zugvögel und welche Vögel bleiben über den Winter im Vogelsberg? Wie heißen die buntgefiederten Tiere, die man jetzt hier und da sehen kann und die sich freuen, wenn sie leckeres Vogelfutter finden, das für sie in der kalten Jahreszeit doch recht knapp wird? Welche Feinde haben die Vögel und was hat eigentlich der Mensch für einen Anteil daran, dass es auch hierzulande immer weniger davon gibt?

Schaut her! Stolz zeigen die Ferienkinder gemeinsam mit Sven Nophut (links) und Albina Kuhn (Zweite von rechts) ihre selbstgemalten und selbstgebauten Dinge, die nicht nur ganz viel Spaß machen, sondern auch noch richtig wichtig sind! Foto: Traudi Schlitt

Kindgerecht und doch sehr lehrreich hatten Nophut und Kuhn den Ferienkindern ganz viel Wissen präsentiert, die Fünf- bis Achtjährigen saugten alles auf, malten die Vögel und die Natur auf farbenfrohe Bilder und freuten sich schon darauf, am Abend ihren Geschwistern, Eltern oder Großeltern von alldem zu berichten. Und natürlich könnten sie auch zuhause etwas für die Vögel tun: In dem kleinen Werkraum haben sie unter fachkundiger Anleitung und mit ganz viel Geduld und ein wenig Hilfe, ihre eigenen Futtersäulen hergestellt: Längliche Holzquader mit großen Bohrungen für das selbstgemachte Futter und kleineren Bohrungen für die selbst gesuchten Äste, die dort eingesteckt werden könnten, damit die Vögel sich daraufsetzen oder kopfüber dranhängen könnten. „Und die Futtersäulen müssen wir da aufhängen, wo keine Feinde wie Katzen oder Marder hinkommen“, hatte Henry gelernt. Stolz und Freude schwangen an diesem Tag mit, als sie sich mit ihren Sachen unter das selbstgebaute Vogelhaus am Insektenhotel zum Foto aufstellten. Am nächsten Tag, das wissen sie schon, werden sie ihr eigenes Vogelhaus bauen – auch dafür werden sie zuhause wieder einen geeigneten Platz finden und ihre eigenen Vogelbeobachtungen anstellen können.

Dabei sei das nur ein kleiner Teil dessen, was in den zwei Wochen der Betreuung alles stattfinde: Winderwanderungen, ob mit oder ohne Schnee, Kegeln, Sport in der Turnhalle oder draußen, freies Spiel, gemeinsames Essen, malen, Lego, gemütliches Beisammensein – nichts komme zu kurz und für alle Kinder seien gute Angebote dabei. Natürlich hatte die Betreuung in den Ferien den Hintergrund, dass viele berufstätige Eltern sie einfach brauchen. Für die Kinder sei das eher zweitrangig, denn sie haben hier alles, was zu schönen Ferien dazugehört, und das sei viel mehr als zuhause chillen und Langeweile haben. Die meisten Kinder kämen schon zum wiederholten Mal in die Ferienbetreuung. Sie treffen hier Freunde und haben in diesem Jahr noch viele neue kennengelernt: den Dompfaff, die Blaumeise und den Stieglitz zum Beispiel. Viel besser als das könne man kaum in das neue Jahr starten.