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Vorstellung des Alsfelder Wintermärchens - Drei Aufführungen in der Alsfelder StadthalleMärchen „Zwerg Nase“ begleitet durch den Winter

ALSFELD (ol/kd). Es ist wieder so weit: Der Dezember naht und das Wintermärchen, das die Alsfelder bereits seit vielen Jahren durch die kalte Jahreszeit begleitet steht in den Startlöchern. „Zwerg Nase“ soll es in diesem Jahr werden: Das Märchen von Wilhelm Hauff – und wie immer, modern und auf ganz eigene Weise von Regisseurin Johanna Mildner interpretiert.

Mittlerweile ist es eine feste Institution: das Wintermärchen. Bereits zum sechsten Mal finden die Theateraufführungen im Dezember statt und begleiten die Alsfelder nicht nur durch die kalte Jahreszeit, sondern auch durch die Vorweihnachtszeit. „Wie immer ist die Zusammenarbeit dieser festen Tradition gelungen“, freute sich Bürgermeister Stephan Paule bei der traditionellen Pressekonferenz und Vorstellung des Wintermärchens an diesem Mittwochnachmittag im Alsfelder Rathaus. Neben dem Rathauschef und Regisseurin Johanna Mildner waren auch Romina Braun vom Tourist Center in Alsfeld, das bereits seit Jahren als Veranstalter des Wintermärchens fungiert, Kostümbildnerin Ruth Henkel und Bühnenbildnerin Inge Zuschlag sowie ein paar Mitglieder der Marktspielgruppe vor Ort.

„Das Wintermärchen ist ein fester Termin im Kalender der Stadt Alsfeld“, betonte Paule vorab. Und so stand auch für die Alsfelder Marktspielgruppe eins ziemlich schnell fest: Trotz des Lutherspektakels, solle das Weihnachtsmärchen auf keinen Fall ausfallen. „Alle haben ‚ja‘ geschrien“, beschrieb Regisseurin Johanna Mildner.

Im Sitzungssaal des Rathauses stellte Johanna Mildner das Wintermärchen vor. Fotos: kd

Proben, Bühnenbild und Kostüme schon längst im Gange

Schon seit längerer Zeit laufen die Proben des Märchens auf Hochtouren und nicht nur das: Die Marktspielgruppe ist bereits fleißig damit beschäftigt, die Kostüme des Lutherspektakels aufzuwerten und für das Wintermärchen umzugestalten, und auch die Arbeiten für das perfekte Bühnenbild von Inge Zuschlag sind bereits voll im Gang. Insgesamt elf „knackige“ Darsteller sollen in diesem Jahr auf der Bühne stehen und dabei das Allein für die Kostüme habe man ein komplettes Wochenende unter der Anleitung von Ruth Henkel gearbeitet. Alles geschehe in Eigenregie. „Auch in diesem Jahr arbeiten wir natürlich mit dem altbewährten Team“, bestätigte die Regisseurin Johanna Mildner und bedankte sich für die Arbeit von Ruth Henkel und Inge Zuschlag. Und alle seien schon seit Monaten mit Leib und Seele dabei.


Die Entwicklung des Wintermärchens sei über die Jahre enorm gewesen, gab der Stadthallenbetreiber Torsten Schneider, der bei der Pressekonferenz an diesem Tag nicht teilnehmen konnte, auf Rückfrage von Oberhessen-live zu verstehen: „Die Entwicklung der Inszenierungen in den vergangenen Jahren ist wirklich beachtlich“. Schon jetzt freue er sich das Wintermärchen wieder in der Stadthalle präsentieren zu dürfen – es verspreche jetzt schon ein voller Erfolg zu werden. „Bunte Kostüme, aufregende Kulissen und starke Schauspielkunst. Das Wintermärchen entwickelt sich von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Highlight des städtischen Jahresprogrammes“, ergänzte er.

Wie gewohnt gab es auch in diesem Jahr wieder das Modell des Bühne – selbstgebaut von der Regisseurin.

Erste Schulaufführung bereits jetzt ausverkauft

Das TCA als Veranstalter organisiert bereits vorab der öffentlichen Vorstellung –  vom 12. bis zum 14. Dezember –  drei Vorstellungen für Schulen und Kindergärten, die nicht nur aus der näheren Umgebung stammen. „Dieses Jahr steckt besonders viel Arbeit hinter dem Märchen“, erklärte auch Romina Braun ihren Eindruck. Schon jetzt sei die Vorfreude der Schulen auf die Aufführungen groß – der erste Termin sei mit gut 900 Kindern bereits jetzt ausgebucht: „Hierfür schon jetzt ein besonderes Dankeschön“.

Und eins stehe fest – und da waren sich alle Beteiligten einig – „Zwerg Nase“, das Wintermärchen 2017, werde ganz bestimmt an den Erfolg der vergangenen Stücke anschließen. „Wir freuen uns auf jeden Fall jetzt schon“, gab Johanna Mildner abschließend zu verstehen.

Wintermärchen „Zwerg Nase“ – worum geht es?

Der Junge Jakob ist ein bisschen böse auf dieses hässliche Kräuterweib mit der krummen, langen Nase: steckt sie doch diese gar zu tief in die Gemüsekisten seiner Mutter! Und dann drückt und quetscht sie mit ihren spitzen, dürren Finger auch noch die köstlichsten Früchte. Das geht nun wirklich zu weit, denkt Jakob und macht sich über das Aussehen der alten Frau ordentlich lustig. Was er nicht weiß: Es ist die berühmt-berüchtigte Fee Kräuterweis, die da vor ihm steht und mal eben so aus Lust und Laune Mensch und Tier verzaubern kann. Und so lockt die bucklige Hexe Jakob zu sich nach Hause und verwandelt ihn zur Strafe über die Spöttelei in einen Zwerg, wie er nur im Märchen zu finden ist: krumm und bucklig und mit einer langen Nase.


Mit dabei auf der Pressekonferenz waren auch ein paar Darsteller der Marktspielgruppe.

Allerdings bringt sie ihm auch die Kunst des Kochens bei, schließlich wollen auch Hexen sehr gut essen! Als Jakob endlich nach Hause darf, erkennt ihn seine eigene Mutter nicht mehr, die Nachbarn und Freunde lachen ihn aus und da steht er nun, einsam und allein, der Jakob, und fragt sich, wie es weitergeht.

Und es geht weiter! Und wie: Jakob (ab sofort „Zwerg Nase“) erkocht sich seinen Platz als Spitzenkoch in der Schlossküche des Grafen. In der sprechenden Gans Mimi findet er eine beste Freundin. Beide begeben sich auf die Suche nach dem Zauberkraut, das nicht nur die fehlende Zutat für ein Geheimrezept ist, sondern auch für die Rückverwandlung nötig ist.

Drei Aufführungen im Dezember

Man darf sich also auch in diesem Jahr wieder auf eine verzauberte Winterzeit samt witzigem, bunten und wie immer individuellen Wintermärchen freuen. Es wird viel zu sehen geben – vielleicht sogar so viel, dass man gleich ein zweites Mal zur Vorstellung muss.

Die Aufführen finden am 17. Dezember um 15 Uhr, am 23. Dezember um 15 Uhr und am 27. Dezember ebenfalls um 15 Uhr in der Stadthalle in Alsfeld statt. Einlass ist auch in diesem Jahr jeweils eine Stunde vor Beginn. Karten sind bei der VR Bank HessenLand, bei Buch 2000, im TCA und über den Vobitz-Ticketshop erhältlich.


Eindrücke vom letzten Wintermärchen „Das singende springende Löweneckerchen“: