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Blick in die Nachbarschaft: David Wollschläger aus Wetzlar kam bis ins Finale der Unterhaltungsshow "Ninja Warrior"„Ich bin ein Kämpfer und wenn die Kraft schwindet wird weiter gekämpft“

INTERVIEW|WETZLAR (bk). Ninja Warrior ist nicht nur ein riesen Hype, sondern auch eine sportliche Herausforderung der Extraklasse. Ob nun in den verschiedensten Ländern der Welt oder seit zwei Jahren auch in Deutschland – das Fernsehformat macht einfach Spaß. Mit dabei in diesem Jahr: David Wollschläger aus Wetzlar, der es sogar unter die Finalisten geschafft hat. Oberhessen-live hat mit ihm über das Format, den Extremsport und seine Motivation gesprochen.

In der letzten Staffel, die am vergangenen Sonntag im großen Finale gegipfelt ist, waren einige Athleten aus der Region dabei. Unter anderen David Wollschläger oder „Der Nacken“, wie er vom Moderatorenteam Jan Köppen und Frank „Buschi“ Buschmann während der Show genannt wurde. Oberhessen-live hat die Chance genutzt und dem Finalteilnehmer aus Wetzlar einige Fragen gestellt.

Hangeln, springen, weiter Hangeln – Eine harte Herausforderung, die nicht jeder bewältigen kann. Foto: MG RTL D

Interview mit David Wollschläger

Oberhessen-live: Seit wann machst du Sport und was genau machst du?

David: Ich habe erst mit 18 Jahren mit Sport angefangen. Bis ich ungefähr 21 Jahre alt war, habe ich in Wetzlar Parcours und Freerunning gemacht. Ab da habe ich dann mehr Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht gemacht – auch Calisthenics beziehungsweise Street Workout genannt.


Wie kam es, dass du bei Ninja Warrior mitgemacht hast?

Ich war schon immer ein riesiger Ninja Warrior Fan. Habe es immer in England und den USA verfolgt, da es genau die perfekte Kombinationen meiner Sportarten ist. Love it.

Als ich dann mitbekommen habe, dass es in Deutschland gedreht wird, habe ich mich natürlich direkt beworben. Nachdem ich dann in der ersten Staffel beim Sportcasting der Beste war, wurde ich auch genommen.

Wie enttäuscht warst du, nachdem es 2016 nicht geklappt hat?

Ja ich war schon mega enttäuscht. Vor allem war es nur weil meine Hände so verschwitzt waren. Da war ich schon echt sauer auf mich selbst.


Viele Athleten haben sich den Parcours größtenteils nachgebaut, gehörst du auch dazu? Wie hast du dich in diesem Jahr auf die Herausforderung vorbereitet?

Dieses Jahr, also für die zweite Staffel, konnte ich mich leider gar nicht gezielt vorbereiten, da fast zeitgleich die deutsche Meisterschaft in Calisthenics stattfand und ich mich darauf, anscheinend erfolgreich, vorbereitet habe.

Was war in diesem Jahr dein gestecktes Ziel bei der Show und wie glücklich bist du es erreicht zu haben? 

Mein Ziel für dieses Jahr war, wenigstens die erste Runde zu schaffen und alles danach war nice to have. Da es dieses Jahr auch noch eine Runde mehr gab, war ich natürlich noch glücklicher dass ich es bis ins Finale geschafft habe.

Sportliche Höchstleistungen müssen die Athleten bei Ninja Warrior bringen, um letztlich den Mount Midoriyama zu erklimmen und ein Preisgeld in Höhe von 200.000 Euro zu kassieren. Foto: MG RTL D


Wenn die Kraft langsam schwindet: Wie motivierst du dich doch noch weiter zu machen?

Ich bin ein Kämpfer und wenn die Kraft schwindet wird zusammen gebissen und weiter gekämpft, denn wenn man denkt es geht nichts mehr, kann man immer noch locker 20 Prozent aus sich rausholen, wenn der Wille da ist. Ein „ich kann nicht mehr“, gibt es bei mir nicht. Außerdem steckt man sich ja Ziele, die man erreichen möchte.

Im Fernsehen bekommt man ja immer nur einen kleinen Teil vom großen Ganzen zu sehen. Hinter so einer Produktion steckt ja viel mehr – wie läuft es wirklich ab?

Naja, zuerst muss man sich bei Ninja Warrior schriftlich bewerben. Dann wird man zu einem Sportcasting eingeladen. Dort wird man dann in vier bis fünfer Gruppen eingeteilt und muss fünf bis sechs verschiedene Sportübungen absolvieren. Da gibt es dann Punkte auf die persönliche Leistung. 2017 gab es 13.000 Bewerber von denen 2.000 zum Casting eingeladen wurden.

Daraufhin wartet man eine Zeit lang bis alle Castings in allen Städten durch sind. Dann bekommt man entweder eine Zusage oder auch nicht. Letztlich wurden 350 von 13.000 Bewerbern in die Show eingeladen. Die Show an sich beziehungsweise die Dreharbeiten sind ganz cool. Also man kann sich echt nicht beschweren, da man kaum selbst Kosten hat. Auch wird man als Athlet vor Ort gut verpflegt und bekommt vier Sterne Hotels gestellt.


Die Drehtage waren teilweise echt lange. Aber das kann man denke ich nicht ändern – es waren schon sehr viele Athleten. Morgens um 9 Uhr ging es los und endete Nachts um Mitternacht oder sogar noch später. Zum Beispiel die Vorrunden starteten um 13 Uhr und die Halbfinalqualifikation gingen erst um 23 Uhr los. Aber durch die Räumlichkeiten und alles drum herum konnte man sich auch gut entspannen und ausruhen. Auch Masseure standen zur Verfügung. Im Großen und Ganzen war ich sehr zufrieden, wie mit uns Athleten von seitens RTL umgegangen wurde.

Ein freundschaftliches Miteinander ist nicht nur vor den Kameras zu sehen. Auch dahinter herrscht eine Einheit. Foto: MG RTL D

Wirst du auch im nächsten Jahr wieder dabei sein?

Ich werde sowas von im nächsten Jahr bei der dritten Staffel dabei sein. Einer muss ja Gewinnen.

Was für Pläne hast du, wenn du den Mount Midoriyama bezwingst und das Preisgeld gewinnst?


Was ich mit dem Preisgeld mache, habe ich mir noch gar nicht so genau überlegt.  Andere Athleten mit denen ich mich darüber unterhalten habe, wussten es auch noch nicht. Den Meisten geht es gar nicht um das Geld sondern nur um die Herausforderung an sich. Wahrscheinlich würde ich das Geld zum Reisen verwenden.

Apropos andere Athleten: Wie ist das Verhältnis unter den Teilnehmern?

Das Verhältnis zwischen den Teilnehmern ist echt herzlich. Wir haben uns alle direkt verstanden. Es war überhaupt keine Konkurrenz, wir haben uns alle gegenseitig beraten wie wir am besten die einzelnen Hindernisse bewältigen. Abends haben wir zusammen im Hotel gechillt und morgens zusammen gefrühstückt. Es wurden viele neue Freundschaften geschlossen.

Du nimmst ja auch an anderen Wettkämpfen teil steht denn in nächster Zeit noch etwas an?

Ja genau, ich hab 2015 bis 2017 an mehreren nationalen und internationalen Wettkämpfen im Bereich Calisthenics/Street Workout im Power erfolgreich teilgenommen. 2015 wurde ich deutscher Vizemeister, 2016/2017 deutscher Meister. 2016 habe ich auch noch in Frankreich bei Wettkämpfen den ersten und dritten Platz gemacht und in England den zweiten Platz. Aber jetzt für den Rest des Jahres ist erstmal nichts geplant. Eventuell nehme ich spontan nochmal irgendwo teil.


Wie sehr hat sich dein Leben durch Ninja Warrior verändert?

Hat mich eigentlich nicht großartig verändert. Außer dass ich viele neue Freundschaften geschlossen habe. Ninja Warrior hat mega Spaß gemacht und ist eine großartige Erfahrung mit wenig Konkurrenz.

Vielen Dank für das Interview.