Sichtlich erleichtert sind die Verantwortlichen für den Erhalt des Herchenhainer Skiliftes. Foto: Skiclub Herchenhain e.V.

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Der Skiclub Herchenhain hat durch "Crowdfunding" den Anfang zum Erhalt des Skiliftes gemachtErster Schritt zum Erhalt des Herchenhainer Skilifts

HERCHENHAIN (ol). Der Herchenhainer Skilift soll erhalten bleiben. Das hat sich der Skiclub Herchenhain e.V. zur Aufgabe gemacht – und dazu muss eine Menge geschehen. Der Reparaturstau von etwa 30 Jahren muss nachgeholt werden und dazu seien umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich: Seil, elektrischer Antrieb, Sicherheitselektrik, Elektrik allgemein oder aber das Lifthäuschen Tal und Berg. Mit Crowdfunding kam bereits eine stolze Summe zusammen. Jetzt wird tatkräftige Unterstützung gesucht.

Rückblick: Der aktuelle Betreiber des Herchenhainer Skilifts wird den Liftbetrieb nicht weiter führen können und die Pachtverträge liefen aus – der sofortige Abbau der Liftanlage drohte. Der Skiclub Herchenhain wollte die das Lift in Eigenleistung weiter betreiben und setzte sich dafür ein. Zunächst wurde nach Spende gesucht.

Die Gesamtkosten für diese umfassende Reparatur, Sanierung und langfristige Erhaltung sollen sich nach Angaben des Vereins auf ca. 70.000-95.000 Euro belaufen. Einige Maßnahmen müssen sofort durchgeführt werden, damit der Liftbetrieb auch in der kommenden Saison gesichert sei. Eine davon sei das Liftseil, welches mit etwa 10.000 Euro zu Buche schlage.

Doch woher kurzfristig so viel Geld nehmen?

Bei dieser Frage kam schnell das Thema „Crowdfundig“ auf. Zunächst sei da das Urvogelsberger Bauchgefühl gewesen, dass diesem Thema ablehnend gegenüber stand, doch nachdem sich der Verein näher damit bestäftigt habe, sei diese Möglichkeit sehr attraktiv geworden. Mit Zusammenarbeit der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen wurde an anderen Projekten das komplizierte Thema schnell und einfach erklärt. Die VR Bank bezuschusst das Projekt mit 25 Prozent der Gesamtsumme. Jede Spende wird durch die Bank verdoppelt bis 25 Prozent der Gesamtsummer erreicht sind. Spenden könne man bequem und direkt online.

Zunächst galt es die Online-Projektseite mit Leben zu füllen. Für ein 10.000 Euro Projekt benötige man 100 Fans damit das Projekt in die Finanzierungsphase komme. Dabei könne jeder unverbindlich Fan werden. Die Werbung erfolgte über die sozialen Medien, lokale Zeitungen und natürlich Mund-zu-Mund. Nach zehn Tagen seien die 100 Fans beisammen gewesen, so dass das Projekt tatsächlich beginnen konnte. Werbung und die persönliche Ansprache von rund 70 unterschiedlichen Unternehmen habe die Spendensumme schnell wachsen lassen. Sollte die Gesamtsumme nicht erreicht werden, erhalte jeder Spender sein Geld zurück

Und dann ging alles recht schnell

Am 22. Mai habe der Verein über 100 Fans gewonnen und damit die Finanzierung begonnen. Am 4. Juni seien bereits 5.000 Euro gespendet worden, wobei das auf die jeweilige Verdopplung durch die Bank zurück zu führen sei. Doch schon am 19. Juni soll der Kontostand über 10.000 Euro angezeigt haben. Das Projekt endete am 10. August mit einer Endsumme von 13.307 Euro.

„Mit diesem großen Rückhalt aus der Bevölkerung für unseren Skilift haben wir nicht gerechnet – vielen, vielen Dank. Diese Summe bildet den Grundstein für die Reparatur – das Liftseil ist somit gesichert“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Gemeinsam mit einer weiteren großen Spende und den Förderzusagen von Gemeinde (etwa 10 Prozent) und Kreis (etwa 10 Prozent) soll die Finanzierung auf einem soliden Weg sein.

Da es nun von der Schreibtischarbeit des Vorstandes an den Arbeitseinsatz gehe, der vor allem durch Eigenleistung bewältigt werden soll, hoffe der Verein auf tatkräfigte Unterstützung aus der Bevölkerung: „Hier ist der Weg eher steinig und schwer. Wer also gerne mit anpacken möchte und uns mit seiner Arbeitskraft unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen“, heißt es abschließend.