Blaulicht0

Pfarrer Dmytruk: „Dass Menschen bereit sind, sich für andere Menschen einzusetzen, ist schon ein Segen“Eröffnung Feuerwache als „Investition in die Zukunft“

ALSFELD (ol). Schätzungsweise 6.000 Besucher strömten am Sonntag zur offiziellen Eröffnung der neuen Feuerwache der Stadt Alsfeld. Mit einem Tag des offenen Tores hatten die Alsfelder Feuerwehrleute und Feuerwehrmusiker in ihre neuen Räumlichkeiten eingeladen. Über 150 Helfer sorgten für den reibungslosen Ablauf des historischen Tages für die Stadt Alsfeld, der mit einigen Überraschungen aufwartete.

Bereits in der Nacht musste ein brennendes Haus gelöscht werden, in den Mittagsstunden galt es auflodernde Flammen in der Brandruine zu bekämpfen und dann noch ein brennendes Auto auf der A5 zu löschen.

Pfarrer Peter Remy und Pfarrer Jerzy Dmytruk. Alle Fotos: privat

Mit einer ökumenischen Predigt segneten Pfarrer Peter Remy und Pfarrer Jerzy Dmytruk die neue Feuerwache, dazu wurde die Fassade auch mit Weihwasser besprenkelt. „Dass Menschen bereit sind, sich für andere Menschen einzusetzen, ist schon ein Segen“, eröffnete Pfarrer Dmytruk. Dem ergänzte Pfarrer Remy: „Der Segen ist nicht nur ein altes Ritual, sondern auch ein Zeichen“. Beide Geistlichen hielten die Feuerwehrleute an, hin und wieder Inne zu halten. „Euer Dienst am Nächsten ist so wichtig, dass man Kraft braucht“, waren sich Remy und Dmytruk einig. Im Hinblick auf das Weihwasser merkte Pfarrer Remy an, dass es in gewisser Form auch ein Löschwasser sei, um Ängste zu nehmen.

Neue Feuerwache für 10,25 Millionen Euro eröffnet

Die Eröffnung der Feuerwache erfolgte durch eine symbolische Schlüsselübergabe von Bürgermeister Stephan Paule an die Stadtbrandinspektoren Daniel Schäfer, Carsten Schmidt und Kevin Planz sowie einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt mit allen Projektbeteiligten. „Zehntausende ehrenamtliche Stunden werden von den Einsatzkräften aufgebracht, um in Ernstfall gut trainiert zu sein“, sagte Bürgermeister Paule zur 10,25 Millionen Euro Investition der Stadt Alsfeld. Wie er sagte, wurde das Projekt durch die gesamte Stadt Alsfeld mit ihrer gesamten Gemeinschaft ermöglicht. Die nach Bürgermeister Paule bezeichnete „finanzielle Last“ wurden durch einen Landeszuschuss in Höhe von 844 Tausend Euro und einen Kreiszuschuss in Höhe von 391 Tausend. Euro reduziert. Zur Realisierung des Projekts der neuen Feuerwache sagte Paule, dass alle Beteiligten zur Umsetzung wie Zahnräder ineinandergriffen.

Landesbranddirektor Harald Uschek trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Alsfeld ein.

Landesbranddirektor Harald Uschek hob in einem Grußwort die Bedeutung der zeitgemäßen Investition in die Freiwilligen Feuerwehren hervor. Den Ehrenamtlichen dankte er für ihr Engagement im Brandschutz: „Sie opfern Zeit für die Sicherheit ihrer Mitbürger“. Er stellte fest, dass freiwillige Feuerwehrleute öfters an der Arbeit, in der Familie oder im Freundeskreis anecken, wenn sie ein Alarm zur Hilfe ruft. Aus seiner Sicht ist ein funktionales Gebäude wie nun in Alsfeld eröffnet für den Feuerwehrdienst nötig. „Das motoviert auch die Ehrenamtlichen“, sagte Uschek. Wie er sagte, kann man auch überörtlich auf die Hilfe der Feuerwehr Alsfeld zählen. Die Förderung des Landes Hessen für den Bau der neuen Wache verdeutliche den hohen Stellenwert. „Es liegt nun an den Feuerwehrleuten, die sinnvolle Investition mit Leben zu füllen“, erklärte der Landesbranddirektor. Er hob hervor, dass die Alsfelder Feuerwehrleute alleine im Vorjahr zu über 230 Einsätzen ausrückten und dabei 39 Menschenleben retteten.

Landrat Görig: „Eine Investition in die Zukunft und Infrastruktur“

Landrat Manfred Görig sprach in seiner Rede von einem ganz besonderen Tag für die Feuerwehr in Alsfeld. „Es war die richtige Entscheidung für den Neubau“, sagte Görig. Wie er sagte, war die Alsfelder Feuerwehr schon immer ein Stützpunkt für die Region und Ausbildungsstätte für die Feuerwehrleute im Umkreis. Aus seiner Sicht war es eine enorme Herausforderung für die Stadt Alsfeld ein Haus in dieser Größenordnung zu bauen. „Es ist eine Investition in die Zukunft und Infrastruktur der Region“, so der Landrat.

Schlüsselübergabe von Bürgermeister Stephan Paule an Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer.

Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer bezeichnete die neue Feuerwache als Meilenstein in der 160-jährigen Geschichte der Feuerwehr Alsfeld. „Es war die Zeit gekommen, das alte Gebäude in Rente zu schicken“, erklärte Schäfer zur nicht mehr zeitgemäßen Wache in der Carl-Metz-Straße. Er erinnerte an den Umzug der Feuerwehr im laufenden Betrieb zur Wache am Fulder Tor, von wo bereits über 50 Einsätze gefahren wurden. „Groß, zweckmäßig, funktionell, aber kein Luxus“, so seine Definition der neuen Wache. Er dankte den bisherigen Stadtbrandinspektoren Horst Weber und Michael Eilts für ihr Engagement zum Neubau der Feuerwache. „Ehrenamt ist nicht Arbeit, die nicht bezahlt wird, sondern Arbeit, die nicht bezahlt werden kann“, so sein Credo.

Ehrenamt stellt den Brandschutz

Der eigentliche Tag des offenen Tores zeigte sich mit einer Fahrzeugausstellung, Hüpfburg, Konzerten der show and brass band sowie zahlreichen Führungen durch die Räumlichkeiten der neuen Wache. Nicht nur zahlreiche Feuerwehrleute aus der Region ließen sich über die Funktionalität und die Möglichkeiten der neuen Wache aufklären. Immer wieder überrascht zeigten sich die Besuchergruppen darüber, dass es im Vogelsbergkreis keine einzige Berufsfeuerwehr gibt und in Alsfeld das Ehrenamt den Brandschutz stellt.

Blick in den besucher gefüllten Innenhof der neuen Wache.

Parallel zur Eröffnung der neuen Feuerwache fanden die Landesentscheide der Hessischen Feuerwehrleistungsübung und der Jugendfeuerwehrwettbewerbe in Alsfeld statt. Zu deren Siegerehrung sagte der Hessische Innenminister: „Die Stadt Alsfeld hat mit dem Neubau gezeigt, dass sie in die Sicherheit der Bürger investiert“.

Weitere Eindrücke von der offiziellen Eröffnung der neuen Alsfelder Feuerwache: