Der Wellpapp-Hocker als mobile Sitzgelegenheit auf der documenta. Foto: Sabine Boger

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Hocker als "conversation piece" für die documenta 14Wellpappe-Hocker made in Lauterbach auf der documenta

LAUTERBACH (ol). Kassel im Ausnahmezustand: Alle fünf Jahre verwandelt die documenta die nordhessische Stadt in ein Mekka für Kunstinteressierte. 100 Tage lang zeigen mehr als 160 Künstler an 30 Standorten ihre Werke. Für die Studierenden der Kunsthochschule Kassel bietet die documenta auch Inspiration für eigene Projekte, die sie im Rahmen eines Rundgangs an der Hochschule präsentieren – so wie Carina Jakisch.

Carina Jakisch, angehende Produktdesignerin im vierten Semester, entwarf einen Hocker aus Wellpappe für die documenta-Besucher. Entwickelt und produziert wurde er mit Unterstützung der STI Group. Das teilte das Unternehmen in einer Pressenotiz mit.

„Ein Hocker aus Wellpappe ist ideal für die Besucher der documenta. Die Ausstellung ist sehr weitläufig und man ist froh, eine mobile Sitzgelegenheit dabei zu haben“, erklärte Carina Jakisch. Der Hocker sei das Ergebnis ihres Semesterprojektes. Aufgabe der Studierenden war es, ein „conversation piece“ zu entwickeln – ein reproduzierbares Werkstück, das Aufmerksamkeit erregt und zur Konversation anregt.

Das Ergebnis: ein flexibles Sitzmöbel, das nur 500 Gramm leicht ist. Seine Maße entsprechen dem documenta-Taschenmaß, der Hocker kann also zu allen Ausstellungstätten mitgenommen werden. „Man möchte sich doch am liebsten direkt vor den Kunstwerken aufhalten und sich – am besten im Sitzen – darüber austauschen, was man sieht und empfindet“, sagte Jakisch.

Originelle Konstruktion, auffälliges Design

Das Design des Hockers lasse die filigrane Konstruktion optisch noch leichter wirken. Mit seinen knallig orangefarbenen Ecken ziehe er die Blicke der documenta-Besucher auf sich. Die Konstruktion kommt ohne Klebung aus und kann mit 43 x 20 x 4 Zentimetern sehr klein gefaltet werden.

Handlich: mit 43 x 20 x 4 cm entspricht der Wellpapp-Hocker dem documenta-Taschenmaß und kann überall mitgeführt werden. Foto: Sabine Boger

„Der Hocker ist originell konstruiert, kann schnell aufgebaut werden und ist wiederverwendbar“, lobte Claudia Rivinius, Marketing Director der STI Group, den documenta-Hocker. „Wir fanden die Idee von Anfang an toll und haben das Projekt gerne unterstützt, da wir bereits in verschiedenen Projekten mit Studierenden der Kunsthochschule zusammengearbeitet haben. Als Verpackungshersteller ist der Austausch mit kreativen Nachwuchsdesignern für uns sehr wichtig. Wir bekommen Einblick in neue Designströmungen und können die Studierenden auf der anderen Seite dabei unterstützen, ein Produkt serienreif zu gestalten.“

Für die Besucher der documenta wurde zunächst eine Kleinserie des „conversation piece“ documenta produziert. Carina Jakisch denke nun über weitere Einsatzmöglichkeiten und eine Weiterentwicklung ihres Wellpapp-Hockers nach. Die documenta 14 läuft noch bis zum 17. September und soll bis dahin über eine Million Besucher nach Kassel locken.