Heli Ziegler möchte einen Hubschrauberlandeplatz in Lauterbach bauen, doch in der Bevölkerung gibt es Widerstand. Jetzt hat auch der Kreis bedenken angemeldet. Foto: cdl/archiv

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Geplanter Hubschrauber-Landeplatz: Bauvorbescheid an den InvestorBauamt meldet Zweifel an Genehmigungsfähigkeit an

LAUTERBACH (ol). Seit Anfang Januar existiert die Voranfrage für einen Hubschrauberlandeplatz in Lauterbach unterhalb des Eichhof-Krankenhauses, in der Nähe der Firma STI.

Der Investor Heli-Service Ziegler plant dort die Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes, einer Unterstellhalle mit einer Wohneinheit und eine Geländeauffüllung. Diese Bauvoranfrage wurde von der unteren Bauaufsichtsbehörde in den vergangenen Wochen geprüft, der Investor hat am Mittwoch einen Bauvorbescheid erhalten, teilte die Pressestelle des Vogelsbergkreises mit.

„Es gibt mehrere Gründe, unabhängig von nachbarschaftlichen und immissionschutzrechtlichen Belangen, die eine Verwirklichung an diesem Standort aus bauaufsichtlicher Bewertung äußerst schwierig machen“, teilt Baudezernent Dr. Jens Mischak mit. Die Problematik und die Hürden seien den Investor auch im Bauvorbescheid erläutert worden.


Als Beispiel nennt Bauamtsleiter Bernhard Hofmann den Trinkwasserschutz: „Das Bauvorhaben liegt innerhalb der Zone drei eines amtlich festgesetzten Trinkwasserschutzgebietes“, so Hofmann, „in solch einem Gebiet ist kein Flugverkehr zulässig, das bedürfte einer Ausnahmegenehmigung, bei der der auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sein Einvernehmen erteilen müsste.“ Auch sei die geplante großflächige Aufschüttung aus Gründen des Bodenschutzes nicht möglich, nannte er ein weiteres Beispiel. Für ein späteres Baugenehmigungsverfahren müsste zusätzlich noch ein positives Immissionsschutzgutachten vorliegen sowie die Genehmigungsfähigkeit nach dem Luftverkehrsgesetz gegeben sein.

„In der Summe sind dies erhebliche Hürden, so dass wir die Verwirklichung an diesem Standort aus fachlicher Sicht als sehr kritisch ansehen“, fasst Baudezernent Mischak zusammen, „aber wir kommen gerne der Bitte des Investors nach, ihm bei der Suche nach einem besser geeigneten Standort behilflich zu sein.“ Dazu werde es demnächst einen gemeinsamen Termin mit Bürgermeister Vollmöller, dem Baudezernenten, dem Investor selbst, dem Amt für Bauen und Umwelt sowie dem Stadtbauamt geben.

5 Gedanken zu “Bauamt meldet Zweifel an Genehmigungsfähigkeit an

  1. Würde mich mal interessieren welche Gemeinde oder Stadt überhaupt dem Unternehmen ohne Probleme dem Ganzen positiv eine Chance gibt, wir haben einfach zuviele dickköpfe in unseren Verwaltungen.

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  2. Ein verschlafenes Dorf wie Lauterbach wird von „Lärmquellen gequält“? Wie denn das? Ist natürlich doof, wenn man direkt an einer Einfallstraße wohnt. Blöd, wer überhaupt dort ein Haus gebaut hat. Ja, vor 80 Jahren sind dort nur Pferdefuhrwerke vorbeigefahren. Aber die Zeiten ändern sich eben. Ansonsten wünsche ich Herrn Ziegler, daß er mit seinem Vorhaben Erfolg hat.

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  3. Hier werden Äpfel und Birnen durcheinandergeworfen. Das Problem Landeplatz Rettungshubschrauber existiert bereits seit dem Bau der psychiatrischen Abteilung des Eichhofs vor etlichen Jahren. Den Bewohnern des von vielen anderen Lärmquellen gequälten Bereichs Lauterbachs nun vorzuwerfen,sie seien gegen den Einsatz von Rettungshubschraubern, wenn sie den Hubschrauber-Hangar ablehnen, ist ziemlich vermessen. In dem einen Fall geht es um rein wirtschaftliche Interessen einer Einzelperson auf Kosten vieler anderer, im anderen Falle um ein Problem, das seit Jahren ungelöst ist und nun ziemlich auf den Nägeln brennt. Die Landung des Rettungshubschraubers am Eichhof ist eine Notwendigkeit, das der Vostand der Stiftung nun anderweitig endlich lösen muss, den Hubschrauber-Hangar an dieser Stelle lehne ich wie viele andere auch ab, weil es unnötigen zusätzlichen Lärm bringt und dem Bau noch viele weitere auch naturschutzrechtliche Belange entgegenstehen. Ich lade den Schreiber obiger Zeilenübrigens gerne mal ein, in der über drei Jahren gehenden Umleitungphase für die Bundesstrasse mal einen Tag vor Ort zu verbringen.

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  4. Den Gegenwind hätte ich ihnen Herr Ziegler nicht gewünscht. Ihre „Mitmenschen“ dürften allerdings so gesund sein, dass sie nie auf einen Rettungshubschraubereinsatz angewiesen sein werden. Ab Januar 2018 ist bekanntlich Schluss mit Außenlandungen auf grüner Wiese, sollte jetzt jedem klar sein. Alternative FriedWald? Zukünftig tolle Notfallversorgung der Lauterbacher Bevölkerung.

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