Windkraftanlagen bei Helpershain. Symbolfoto: cdl/archiv

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Vogelsberger Gemeinden beklagten Stromausfall - Thomas Seipp von der ovag hat uns in einem Kurzinterview Auskunft gegebenOVAG: Großer Zufall ließ flächig Lichter ausgehen

VOGELSBERGKREIS (cdl.) In vielen Gemeinden im Vogelsberg wunderten sich gestern Abend die Bewohner als plötzlich der Strom ausfiel. Die Ortschaften Berfa und Lingelbach traf es am heftigsten. Sie waren zwei Stunden ohne Strom, berichtete die ovag Netz Ag auf Anfrage. Als Ursache gibt der Netzbetreiber eine defekte Mittelspannungsschaltanlage in einem privaten Windpark an.

Neben den genannten Ortschaften traf es viele weitere Gemeinden im Voglesberg. Zunächst kam es gegen 19:30 Uhr für eine halbe Stunde in den Herbsteiner Stadtteilen Rixfeld, Schadges, Stockhausen, Schlechtenwegen und in den beiden Wartenberger Ortsteilen Angersbach und Landenhausen zu einem Stromausfall. Grund waren hier zwei gestörte Mittelspannungskabel im Bereich Wartenberg-Landenhausen und Herbstein-Stockhausen, deren genaue Ursache noch nicht bekannt ist, berichtet die ovag Netz AG.

Während der Eingrenzung der gestörten Bereiche durch das eingesetzte Personal der Rufbereitschaft zeigte eine zusätzliche Fehlermeldung der Leitstelle in Friedberg einen weiteren massiven Fehler im Bereich Alsfeld an. Daraufhin fiel der Strom in den Ortschaften zwischen Antriffttal und Grebenau gegen 19:45 Uhr aus. Die Kernstadt Alsfeld war zu keiner Zeit betroffen. Nach einer ersten Lokalisation konnten die meisten Ortschaften nach knapp einer Viertelstunde wieder versorgt werden.

Nachgefragt: Der Abteilungsleiter der ovag Netz AG für Bau und Betrieb Thomas Seipp hat uns eine Auskunft zum Ablauf der Störungsbeseitigung gegeben.

Oberhessen-live: Am Dienstagabend kam es in Teilen des Vogelsbergkreises zu Stromausfällen. Waren es wirkliche einzelne Störungen an unterschiedlichen Orten, oder hat die erste Störung – etwa aufgrund von Überspannung – die weitern Störungen hervorgerufen?

Thomas Seipp: Es hat sich tatsächlich um einen großen Zufall gehandelt. Trotz der Nähe zueinander handelt es sich um zwei völlig voneinander getrennte Netze, die an unterschiedliche Umspannwerke angeschlossen sind. Der Fachmann spricht hier von galvanisch getrennten Netzen. Durch unseren hohen Automatisierungsgrad konnten wir die Fehlerquellen im Bereich Herbstein und Wartenberg gut eingrenzen und unser Personal zielgerichtet verteilen. Trotz des höheren Koordinierungsaufwandes konnten die Störquellen in angemessener Zeit behoben werden, obwohl wir an zwei Stellen gleichzeitig arbeiten mussten.

Oberhessen-live: Zu Stromausfällen kommt es in unserer Region sehr selten, und wenn sind sie sehr kurz. Was waren die Ursachen für den zweistündigen Stromausfall in den Orten Lingelbach und Berfa? Warum dauerten die Reparaturarbeiten so lang?

Thomas Seipp: Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ging die Störquelle von einer Schaltanlage in einem privaten Windpark aus, da unsere Netzüberwachungstechnik hier nicht greift, mussten wir zunächst die exakte Störquelle identifizieren. Zum anderen kommt hinzu, dass wir bislang über die schlechte Mobilfunkabdeckung in diesem Gebiet nicht so umfassend Kenntnis hatten. Aus Sicherheitsgründen müssen unsere Techniker vor Ort bei jedem Arbeitsschritt mit der Leitstelle in Verbindung stehen. Daher mussten wir ständig zur Aufrechterhaltung der Kommunikation die Standorte wechseln, was die Störungseingrenzung verzögerte.

 

 

 

Christian Dickel

War von 2016-2017 Redakteur bei Oberhessen-live, Studienabschluss an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, Fachjournalistik Geschichte

6 Gedanken zu “OVAG: Großer Zufall ließ flächig Lichter ausgehen

  1. Es kann immer mal etwas kaputt gehen aber das es immer noch sehr viele Dörfer im Vogelsberg gibt, wo noch nicht einmal ein GSM Netz verfügbar ist und die Einwohner stolz sind wenn sie ein Internet haben mit 1500er Leistung, zeigt wie vergessen diese Gegend ist.
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    Aber Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will ja Glasfaserleitungen an Autobahnen legen, damit das Internet schneller wird.
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    So haben die OVAG Arbeiter große Pobleme überhaupt eine Verbindung mit einen Handy zur Zentrale aufzubauen.
    – Die einzigste Zukunft ist für den Vogelsberg die Stromerzeugung durch Windräder, die aber nicht nur Potthäßlich sind, sondern auch sonst die Gemüter erhitzen.

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  2. Kurz nach Erfindung der Dampflock (übrigens Kohlebetrieben) warnten die damaligen Wissenschaftler, dass der menschliche Körper Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h einfach nicht aushalten könne. Und das menschliche Gehirn schon gar nicht! Geistesstörungen wären sicherlich die Folge. Die Paralelen zur Neuzeit liegen wohl in der Natur der Dinge.

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  3. Christian Wettermann
    *IRONIE EIN*
    Bitte ein Windrad zu Christian Pettermann ,
    Die Kohle die wir in Deutschland haben wird uns irgendwann noch mal den „Arsch“ retten.
    Die Zeiten werden sich ändern!!!!
    *IRONIE AUS*

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  4. *IRONIE EIN*
    Genau Frau Schneider-Kimm, da gebe ich Ihnen völlig Recht. Ich bedauere es auch zutiefst, dass diese hässlichen Windräder bei uns in der Landschaft aufgestellt werden. Viel besser ist es doch, wenn in der Lausitz die Landschaft von Grosskonzernen umgegraben wird, um daraus billigen Kohlestrom zu machen. Sollen meine Enkel sich doch um den Dreck kümmern, der übrig bleibt. Ich zumindest freue mich über die anhaltenden Wärmeperioden der vergangenen Winter.
    *IRONIE AUS*

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  5. Es liegt wohl eher daran das die Ovag zum Jahresbeginn einen Teil des ehemaligen ENM – EON Netztes übernommen hat – der Fehler war ja dort !

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  6. Wissenschaftler warnen ja schon lange vor dem kollabieren der Netze. Jetzt ist also auch der VB betroffen. Wundern braucht einen das nicht. Die Stromnetze sind nicht für die vielen Windparks und Solaranlagen ausgelegt.
    Der Energiewende und ihren Profiteuren sei dank! Aber Hauptsache im VB wir
    das Weltklima gerettet. Dafür nimmt man sowas schon mal in Kauf.

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