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CDU-Kreistagsfraktion zu Besuch im Alsfelder Kreiskrankenhaus – Frage nach SanierungAssmus: „Neubau wäre die bessere Lösung“

ALSFELD (ol). Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Kreiskrankenhauses, insbesondere die Pläne für einen „Kommunalen Klinikverbund Osthessen“ und für bauliche Veränderungen am Standort Alsfeld waren Gegenstand eines Informationsbesuchs der CDU Kreistagsfraktion im Alsfelder Kreiskrankenhaus, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Dabei konnten die CDU-Vertreter neben der Geschäftsführung auch die ärztliche Leitung und mit den Betriebsrat sprechen.

 

Bei einem Rundgang durch das Haus erläuterte der ärztliche Leiter Dr. Arno Kneip die aus Sicht der Medizin erforderlichen baulichen Maßnahmen, die für einen guten Ablauf im Kreiskrankenhaus vonnöten seien. Einige Bereiche wurden bereits verbessert, grundlegendere Änderungen seien in der Zielplanung berücksichtigt. Mit dem neuen Schockraum, der Erweiterung der Intensivabteilung um drei Plätze und mit der Neubesetzung der in 2013 vakant gewordenen Arztstellen in verschiedenen Fachgebieten sei man medizinisch gut für die Zukunft aufgestellt, betonte Kneip. Nach einem aufgrund der Vakanzen sehr schlechten Geschäftsjahr 2013 sei in 2014 bedingt durch einige Maßnahmen auch in der Belegschaft eine optimistische Stimmung spürbar und die Fallzahlen wieder steigend.

Geschäftsführer Bodo Assmus erläuterte den CDU-Fraktionsmitgliedern die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem angestrebten kommunalen Klinikverbund Osthessen mit dem Klinikum Bad Hersfeld und dem städtischen Klinikum Fulda. Es wurden zur Vorbereitung insgesamt drei Studien erstellt. Zunächst eine „indikative Unternehmensbewertung“, die den aktuellen Wert der drei Häuser ermittelt habe, und anschließend eine Studie über die zu erwartenden Synergieeffekte. Demnach könnte der neue Klinikverbund bereits nach wenigen Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Die dritte Studie habe die kartellrechtlichen Alternativen geprüft, woraufhin zwischenzeitlich das Bundeskartellamt zur Genehmigungsprüfung eines Zusammenschlusses eingeschaltet wurde. Das Ergebnis der kartellrechtlichen Prüfung erwarte man für Herbst, so Assmus. Der ärztliche Leiter Dr. Kneip betonte, dass man im Verbund mit heutiger Technik schon viel über die Distanz zusammen arbeiten könne, wie es zum Beispiel schon mit der Teleradiologie praktiziert werde.

40 Millionen für einen Neubau

Hinsichtlich einer Entscheidung, ob eine Sanierung des bestehenden Gebäudes oder ein Komplett-Neubau für den Standort Alsfeld besser seien, bewertete Geschäftsführer Assmus einen Neubau „aus struktureller und zukunftssicherer Sicht“ als „die bessere Lösung“. Da ein Neubau aber rund 40 Millionen Euro kosten würde, sei er nur zu schultern, wenn vom Land Hessen entsprechende Zuschüsse bewilligt würden. Alternativ müsse auch die Planung einer Sanierung weiter bedacht werden, erklärte Assmus.

Der neue Betriebsratsvorsitzende Norbert Korzenek erklärte, dass man hinter den Bemühungen der Geschäftsführung und des Kreises für einen Osthessischen Klinikverbund stehe, da dies eine ernsthafte Option für die Zukunftssicherung des Alsfelder Hauses sei. Die CDU-Kreispolitiker mussten aber auch die Aussage Korzeneks hinnehmen, das Vertrauen der Belegschaft in die Politik habe aufgrund der seit 2009 andauernden Debatte über die Zukunft des Alsfelder Kreiskrankenhauses Schaden genommen. Korzenek machte aber auch deutlich, dass die Belegschaft des Hauses einen „Plan B“ erwarte, falls der Osthessische Klinikverbund nicht realisiert werden könne. CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Paule bedauerte daher, dass eine breite Mehrheit des Kreistages, den CDU-Vorstoß zur Suche nach Alternativen in seiner letzten Sitzung abgelehnt habe.


Die Frage nach der Geburtenstation

Als CDU-Fraktionsvorsitzender und auch als Alsfelder Bürgermeister stellte Stephan Paule die Frage nach der Zukunft der Geburtenstation im Alsfelder Kreiskrankenhaus. Er betonte, dass die CDU eine Geburtenstation als sehr wichtig erachte. Die Frage werde zurzeit viel diskutiert. Geschäftsführer Assmus erläuterte anhand aktueller Zahlen, dass die Geburtenzahl in Alsfeld von 2012 auf 2013 von 350 auf 300 Geburten zurückgegangen sei. In 2014 seien die Zahlen weiter stark rückläufig, so dass trotz aller Bemühungen, für das Kreiskrankenhaus als Geburtsstandort zu werben, auch in Zukunft nicht mit wirtschaftlich auskömmlichen Zahlen zu rechnen sei.

Zum Abschluss des Gesprächs konnten noch zahlreiche Detailfragen der CDU-Kreispolitiker von den Vertretern des Kreiskrankenhauses beantwortet werden. Der vom Land Hessen jüngst gewährte Sicherstellungszuschlag für das Kreiskrankenhaus Alsfeld leiste einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Hauses, waren sich Krankenhausvertreter und CDU-Politiker einig. Fraktionsvorsitzender Stephan Paule kündigte an, die inhaltliche Positionierung der CDU im Rahmen der Fraktionsarbeit zeitnah weiter zu thematisieren.