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Grüne fragen nachWas braucht der Vogelsberg – und wie setzt der Kreis seine Mittel sinnvoll ein?

VOGELSBERGKREIS (ol). Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat mehrere Anträge und Anfragen zur Entwicklung des Vogelsbergkreises eingebracht. Dabei geht es unter anderem um die geplante Umwandlung eines Naturrasenplatzes in Lauterbach in einen Kunstrasenplatz, die Belastung der Feuerwehren durch Einsätze am Ohmtal-Dreieck und den Raumbedarf der Kreisverwaltung.

Gute Bedingungen für Sport und Ehrenamt, ein wirtschaftlicher Umgang mit öffentlichen Gebäuden und eine vorausschauende Entwicklung des Kreises: Diese Ziele verfolgt die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit mehreren Anträgen und Anfragen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Vorhaben und Entscheidungen – vom geplanten Kunstrasenplatz in Lauterbach über Feuerwehreinsätze am Ohmtal-Dreieck bis zur Nutzung von Solarstrom auf kreiseigenen Liegenschaften, heißt es in einer Mitteilung der Grünen.

„Wir wollen, dass der Kreis seine Entscheidungen auf nachvollziehbare Fakten stützt und die langfristigen Folgen im Blick behält“, erklärt Fraktionsvorsitzender Dr. Udo Ornik. „Was wird gebraucht, welche Kosten entstehen und wie lassen sich Umwelt und öffentliche Haushalte entlasten? Diese Fragen gehören für uns zusammen.“

Zur geplanten Umwandlung eines Naturrasenplatzes an der Adolf-Spieß-Sportanlage in Lauterbach in einen Kunstrasenplatz fordert die Fraktion eine sorgfältige Prüfung. Dabei sollen insbesondere die Auswirkungen einer intensiveren Nutzung auf die Nachbarschaft sowie mögliche Umweltbelastungen untersucht werden. Auch die Kritik am Einsatz von Kunstrasen im Spitzensport sollte nach Ansicht der Grünen Anlass sein, Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen transparent abzuwägen.

Die Anfrage betrifft unter anderem die Genehmigungssituation, zusätzliche Trainingszeiten, Lärmbelastung und Flutlichtnutzung. Hinzu kommen Fragen zur sommerlichen Hitzeentwicklung, zur Versickerung, zum Kunststoffabrieb und zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen.

„Vereine und Schulen brauchen gute und verlässlich nutzbare Sportplätze. Die Vorteile einer längeren Nutzbarkeit sehen wir ausdrücklich“, sagt das Lauterbacher Fraktionsmitglied Daniel Schmidt. „Gleichzeitig liegt die Anlage unmittelbar in der Nähe von Wohnbebauung. Deshalb muss geklärt werden, was zusätzliche Abend- und Wochenendnutzung für die Nachbarschaft bedeutet und wie mit sommerlichem Aufheizen des Platzes, Entwässerung und Kunststoffeinträgen umgegangen wird. Eine gute Planung muss diese Fragen berücksichtigen.“

Schmidt betont, dass die Anfrage eine nachvollziehbare Bewertung des konkreten Vorhabens erreichen soll: „Wir wollen wissen, welche Untersuchungen vorliegen und welche Schutzmaßnahmen vorgesehen sind. Das schafft Klarheit für den Sport und für die Anwohner.“

Eine weitere Anfrage beschäftigt sich mit den Feuerwehren rund um das Ohmtal-Dreieck. Die Grünen wollen das Unfall- und Einsatzgeschehen seit der Verkehrsfreigabe des letzten Abschnitts der A49 auswerten lassen. Neben der Zahl und Art der Unfälle interessieren sie insbesondere die Belastung der einzelnen Feuerwehren, die Einsatzdauer, der Personalaufwand sowie ein möglicher zusätzlicher Ausstattungs- oder Ausbildungsbedarf. Auch die Kostenerstattung und zusätzliche finanzielle Belastungen für die Kommunen sollen dargestellt werden.

„Unsere überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte müssen sich darauf verlassen können, dass Ausstattung und Unterstützung zu ihren Aufgaben passen“, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cornelia Bothe. „Deshalb fragen wir genau nach: Welche Anforderungen entstehen durch die Einsätze am Ohmtal-Dreieck, und welche Hilfe brauchen die betroffenen Wehren und Gemeinden?“

Mit Blick auf die Verwaltungsgebäude des Kreises fordert die Fraktion eine Übersicht über die Entwicklung der genutzten Flächen, der Beschäftigtenzahlen und der Kosten. Dabei soll auch untersucht werden, wie sich Homeoffice, elektronische Akten und flexible Arbeitsplatzkonzepte auf den Raumbedarf auswirken.

„Zusätzliche Aufgaben können zusätzlichen Platz erfordern. Zugleich müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung auch bei der Gebäudeplanung berücksichtigt werden“, so Ornik. „Vor neuen Mietverträgen oder Baumaßnahmen brauchen wir eine belastbare Einschätzung, wie vorhandene Räume besser genutzt werden können.“

Ein weiterer Antrag befasst sich mit der stärkeren Nutzung von Solarstrom, der auf kreiseigenen Gebäuden erzeugt wird. Die Grünen wollen prüfen lassen, ob an Verwaltungs- und Schulstandorten Lademöglichkeiten für Fahrzeuge von Beschäftigten, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern eingerichtet werden können. Dabei sollen die technische Machbarkeit, die Wirtschaftlichkeit und eine individuelle Abrechnung untersucht werden.

„Sonnenstrom entsteht oft genau dann, wenn die Fahrzeuge über Stunden am Arbeitsplatz oder an der Schule stehen“, erläutert Bothe. „Dieses Potenzial sollten wir nutzen, wo es sich rechnet. Vorgesehen ist eine verbrauchsbezogene Bezahlung des Ladestroms.“

Schließlich fordert die Fraktion mit einem Berichtsantrag zum neuen Regionalplan Mittelhessen eine verständliche Darstellung der Veränderungen gegenüber dem bisherigen Plan. Diese soll möglichst für jede Stadt und Gemeinde des Vogelsbergkreises aufzeigen, welche Auswirkungen die neuen Festlegungen haben könnten.

Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Deponien, Energie sowie Natur- und Hochwasserschutz.

„Die Festlegungen des Regionalplans werden die Entwicklung unserer Kommunen über viele Jahre prägen“, erklärt Ornik. „Der Kreistag und die Öffentlichkeit müssen erkennen können, wo neue Möglichkeiten entstehen, wo Einschränkungen vorgesehen sind und welche Folgen das für konkrete Vorhaben im Vogelsberg hat.“

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