
Jolie ist das OL-Tier der WocheGemeinsam einen Weg gehen, wenn das Ziel auch ungewiss scheint
ALSFELD (ol). Auch an diesem Wochenende sucht das Tierheim Alsfeld in Zusammenarbeit mit Oberhessen-live nach einem neuen Zuhause für einen ihrer Schützlinge. Dieses Mal hofft Katzendame Jolie auf eine liebevolle Familie.
Katze Jolie leidet aufgrund eines neurologischen Krankheitsbildes unter erheblichen Bewegungsstörungen. Das Tier bewegt sich überwiegend in kreisenden Bewegungen fort und weist eine ausgeprägte Kopfschiefhaltung auf. Durch intensive Betreuung und regelmäßige physiotherapeutische Behandlungen konnten inzwischen erste Fortschritte erzielt werden. Nun sucht das Alsfelder Tierheim weitere Unterstützung sowie möglicherweise ein geeignetes neues Zuhause für Jolie.
Die Aufnahme von Jolie stellte das Tierheim zunächst vor große Herausforderungen. Nach gemeinsamen Absprachen entschieden sich die Verantwortlichen jedoch, die Katze aufzunehmen und ihre weitere Entwicklung zu begleiten. Unterstützt wird sie seither von den Mitarbeitern des Tierheims, der betreuenden Tierärztin, der ehrenamtlichen Fahrerin Frau Römer sowie weiteren Helfern.
Eine wichtige Rolle übernimmt die Tierphysiotherapeutin Frau Geißler, die Jolie in ihren Behandlungsplan aufgenommen hat. Sie entwickelte verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und gab der Pflegestelle Hinweise zur täglichen Unterstützung. Jolie erhält inzwischen wöchentlich physiotherapeutische Behandlungen.
Zunächst konzentrierte sich die Therapie auf die ausgeprägte Kopfschiefhaltung, die sich bis in den Halsbereich erstreckt. Ziel war es, dauerhafte Schäden an der Muskulatur infolge der Fehlhaltung zu vermeiden. Zum Einsatz kamen manuelle Therapien, Akupunktur und Mittelfrequenztherapie. Darüber hinaus wurde die Pflegestelle in geeignete Massagetechniken eingewiesen.
Nach Angaben des Tierheims zeigten diese Maßnahmen positive Auswirkungen. Mittlerweile kann Jolie ihren Kopf selbstständig nach rechts bewegen und zeitweise gerade halten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Behandlung liegt darauf, der Katze längere Ruhe- und Entspannungsphasen zu ermöglichen. Hierzu wurden unter anderem Körperbänder beziehungsweise ein sogenanntes Thundershirt sowie Magnetfeldtherapie ausprobiert. Beide Anwendungen zeigten kleinere, allerdings nicht dauerhafte Erfolge.
Derzeit scheint Jolie insbesondere von der Mittelfrequenztherapie zu profitieren. Seit der regelmäßigen Behandlung mit neurologischen Programmen haben sich laut Tierheim ihre Schlaf- und Ruhephasen verbessert. Die Katze schläft inzwischen länger und wirkt dabei entspannter.
Auch ihre Bewegungsabläufe haben sich teilweise verändert. Die kreisenden Bewegungen bestehen weiterhin und werden nach Einschätzung des Tierheims vermutlich dauerhaft zu ihrem Alltag gehören. Allerdings treten sie inzwischen seltener auf. Zudem ist die Kopfschiefhaltung weniger ausgeprägt, und Jolie kann ihren Kopf auch zur rechten Seite bewegen.

Foto: Tierheim Alsfeld
Im Alltag zeigt die Katze nach Angaben ihrer Betreuer ein ausgeprägtes Bedürfnis nach menschlichem Kontakt. Sie liegt auf dem Schoß oder in ihrem Körbchen, lässt sich gerne streicheln und findet dabei längere Ruhephasen. Unter Aufsicht erkundet sie außerdem den Garten, schnuppert an Pflanzen und beschäftigt sich mit einer Katzenangel.
Um die Ursache ihrer Beschwerden abzuklären, wurde Jolie bereits zweimal in einer großen Tierklinik vorgestellt und umfangreich untersucht. Ein eindeutiger Befund konnte bislang jedoch nicht erhoben werden. Auch eine weitere Vorstellung bei einem Spezialisten führte zu keiner anschließenden Behandlung. Über die bisherigen Untersuchungen informiert das Tierheim auf Anfrage.
Jolie lebt derzeit auf einer Pflegestelle gemeinsam mit Hunden und anderen Katzen. Nach Angaben ihrer Betreuer zeigt sie sich trotz ihrer Einschränkungen neugierig und lebensfroh. Auch ihre Fellpflege übernimmt sie selbstständig.
Das Tierheim möchte nun weitere Menschen finden, die Jolie unterstützen. Neben Patenschaften wird insbesondere nach einer möglichen neuen Pflege- oder dauerhaften Endstelle gesucht. Voraussetzung ist ein Umfeld, in dem ausreichend Zeit für die Betreuung, Zuwendung und Beschäftigung mit der Katze vorhanden ist. Als besonders geeignet nennt das Tierheim beispielsweise Menschen, die im Homeoffice arbeiten.
Darüber hinaus werden Futterspenden, Katzenzubehör wie Baldriankissen, Katzenangeln und Körbchen, Gutscheine für physiotherapeutische Behandlungen sowie Geldspenden benötigt.

Foto: Tierheim Alsfeld
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