
Susanne Fröhlich und Constanze Kleis zu Gast in Büdingen und Lauterbach„Ihr könnt euch mal gernhaben“
BÜDINGEN/LAUTERBACH (ol). Susanne Fröhlich und Constanze Kleis stellen im November ihr gemeinsames Buch „Ihr könnt euch mal gernhaben“ in Oberhessen vor. Auf Einladung der OVAG gastieren sie am 17. November in der Willi-Zinnkann-Halle in Büdingen und am 23. November in der Adolf-Spiess-Halle in Lauterbach. Beide Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. In einem begleitenden Interview sprechen die Autorinnen über Selbstliebe, zwischenmenschliche Erwartungen, gesellschaftliche Herausforderungen und den Einfluss sozialer Vergleiche.
Susanne Fröhlich und Constanze Kleis stellen ihr neues gemeinsames Buch „Ihr könnt euch mal gernhaben“ in Oberhessen vor. Auf Einladung der OVAG gastieren die beiden Autorinnen im Rahmen der Reihe „Leseland Oberhessen“ am Dienstag, 17. November, um 20 Uhr in der Willi-Zinnkann-Halle in Büdingen sowie am Montag, 23. November, ebenfalls um 20 Uhr in der Adolf-Spiess-Halle in Lauterbach. In einem begleitenden Interview sprechen sie über Humor als Ventil, den Good-Mood-Club und darüber, warum es leichter fällt, andere Menschen gernzuhaben, wenn man sich selbst mag, heißt es in der Pressemitteilung der OVAG.
Ihr Buch heißt „Ihr könnt euch mal gernhaben“. Eigentlich ein lustiges Wortspiel – aber warum fällt es uns tatsächlich oft so schwer, uns selbst gernzuhaben?
Susanne Fröhlich: „Es gibt einfach zu viele Angebote, sich schlecht zu fühlen. Zum Beispiel der globale Vergleichswettbewerb – in Sachen Beauty oder Mutterschaft. Früher brauchten wir uns bloß mit Elke aus der Parallelklasse oder Sabine von Gegenüber zu messen. Heute werden uns – natürlich-unnatürlich – überbearbeitete Leben aus aller Welt unter die Nase gerieben. Nach der Devise: Schau, was die anderen haben, das dir fehlt.“
Und wie sieht es mit den anderen aus: Fällt es uns leichter, andere Menschen gernzuhaben als uns selbst?
Constanze Kleis: „Wenn wir mit uns im Reinen sind, fällt es uns auch leichter, anderen dieselbe Sympathie, den gleichen Respekt und auch Anerkennung entgegenzubringen. Und umgekehrt.“
Susanne Fröhlich: „Meint: Wenn wir zu anderen freundlich sind, streuen wir dabei auch Glitter über das eigene Leben. Nett-sein ist auch ein Akt der Selbstliebe. Übrigens ist das wissenschaftlich belegt.“
Sie schreiben, man könne auch die falschen Erwartungen an die richtigen Personen haben. Woran merke ich, dass nicht mein Gegenüber das Problem ist, sondern meine Erwartung an diesen Menschen?
Constanze Kleis: „Wenn sich die ‚Enttäuschungen‘ häufen. Es hilft, wenn man sich sagt: Es sind meine Erwartungen. Nicht die des Gegenübers. Sie oder er haben ihre eigenen und die haben genauso Berechtigung wie meine. Um auf ein gemeinsames Vielfaches zu kommen, sollte man reden. Oft wissen die anderen ja gar nicht, was ich von ihnen erwarte und also auch nicht, wieso ich eigentlich dauernd so eingeschnappt bin.“
Die Nachrichtenlage, Inflation, politische und gesellschaftliche Konflikte – Gründe für schlechte Stimmung finden sich leicht. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen einem gesunden Blick auf das Positive und dem bloßen Verdrängen von Problemen?
Susanne Fröhlich: „Wer nichts weiß, muss alles glauben. Auch jenen, die uns gerade so viel Angst machen. Es ist immer besser, informiert zu sein. Und eben nicht alles wegzuschieben. Auch, um die Handlungsspielräume zu erkennen, die man ja immer hat. Und: Je mehr man sich engagiert, damit es – wenigstens im Kleinen – besser wird, umso mehr stärkt man das, was man in der Psychologie ‚Selbstwirksamkeit‘ nennt. Die Erfahrung: Ich kann etwas bewegen. Das ist unser gesunder Blick auf das Positive.“
In Ihrem Buch geht es unter anderem auch um Neid und Vergleiche – welche Rolle spielen soziale Medien und wie haben sie die „tödliche Vergleichsspirale“ Ihrer Ansicht nach verändert?
Constanze Kleis: „Wir sehen immer weniger den Preis, den die Menschen für die so glänzende Fassade zahlen. Dass das Model mit der Superfigur natürlich großartig aussieht – aber eben auch sehr viel Sport machen muss und nur sehr wenig essen darf. Dass die Mutter mit den vier süßen Kindern und dem Job einer Mammi-Fluencerin vermutlich nicht nur eine Kinderbetreuung, sondern auch eine Haushälterin hat. Das muss man sich klar machen und sich auch fragen: Ist das überhaupt mein Begehr und nicht doch eher das einer anderen Frau.“
Sie selbst nutzen soziale Medien. Könnten Sie sich vorstellen, wieder ohne sie zu leben?
Beide: „Klar! Für das Buch haben wir uns noch einmal mehr mit dem Phänomen befasst und auch noch einmal mehr festgestellt, dass man sich ihm nur mit äußerster Vorsicht nähern sollte.“
Sie treten dafür ein, Dinge mit Humor zu nehmen. Was kann Humor, wenn wir mit Frust, Enttäuschung, Ängsten oder Selbstzweifeln kämpfen – und wo stößt er an seine Grenzen?
Susanne Fröhlich: „Er kann uns auf Abstand bringen zu unseren Sorgen. Aus der Ferne betrachtet, sind sie schon nicht mehr so groß. Es ist, wie wir auch in unserem Buch schreiben: Selbst auf der Palliativstation wird noch viel gelacht. Das können wir qualifiziert beurteilen, weil eine von uns dort ehrenamtlich tätig ist. Das bedeutet nicht, dass man manchmal einfach nur heulen kann. Auch das hat natürlich seine Berechtigung.“
Sie sind gute Freundinnen und haben gemeinsam bereits mehrere Bücher geschrieben. Gab es beim Schreiben diesmal Momente, in denen Sie sich gegenseitig gesagt haben: „Schau mal, genau das müsstest du – oder müsste ich – eigentlich selbst beherzigen“?
Constanze Kleis: „Klar! Wir haben zum Beispiel noch mal ein größeres Bewusstsein dafür bekommen, wie sehr wir Menschen auf das Negative fokussiert sind. Einfach weil es vor sehr länger Zeit mal überlebenswichtig war.“
Susanne Fröhlich: „Wir richten uns einfach auf der Palme gern wohnlich ein. Unser Gegenmittel: Sich neu in das eigene Leben verlieben.“
In Ihrem Buch stellen Sie auch Instrumente aus der Psychologie vor, die dabei helfen sollen, besser mit Frust, Ärger, Enttäuschung, Furcht und Selbstzweifeln umzugehen. Können Sie uns einen kleinen Einblick geben, welche das sind?
Susanne Fröhlich: „Das sind unter anderem ein Plüschflugzeug, ein kleiner Nager, eine Anleitung, wie man einen Elefanten reitet und eine Idee, wie man der „Idiotenhölle“ entrinnt …“
Und zum Abschluss: Was erwartet die Zuhörer bei der Lesung?
Constanze Kleis: „Die Auflösung des eben sicher etwas rätselhaften Mix oben und eine Mitgliedschaft im Good-Mood-Club.“

Foto: Gaby Gerster
Karten
Tickets für die Lesungen gibt es auf online auf shop.ovag.tixu.io sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen.
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