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Fotografien und Gemälde zum Welthospiztag„Wegbegleiter im Sterben“ und „Farbspiel“ – Ausstellung bis zum 18. Oktober in der Museumsscheune

ALSFELD (ol). Anlässlich des Welthospiztages wurde am 10. Oktober in der Alsfelder Museumsscheune eine Doppelausstellung eröffnet. Schwarzweiß-Fotografien von Werner Feldmann aus dem Hospizalltag treffen auf farbenfrohe Gemälde der Malgruppe „Farbspiel“ der Alsfelder Landfrauen. Bei der Eröffnung informierte die Lichtermeer-Stiftung zudem über den Bau des stationären Hospizes in Alsfeld, dessen Betrieb voraussichtlich im Herbst 2027 beginnen soll. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Oktober zu sehen.

Ein Zusammenspiel aus Schwarzweiß-Fotografien und farbenfrohen Gemälden ist derzeit in der Alsfelder Museumsscheune zu sehen. Anlässlich des Welthospiztages wurde dort am Samstag die Ausstellung „Wegbegleiter im Sterben“ mit Fotografien von Werner Feldmann eröffnet. Seine Aufnahmen zeigen Menschen im Hospiz in alltäglichen Situationen, persönlichen Momenten und Begegnungen. Ergänzt werden sie durch die Ausstellung „Farbspiel“ der gleichnamigen Malgruppe der Alsfelder Landfrauen. Gemeinsam sollen beide Ausstellungen die unterschiedlichen Facetten des Lebens und Sterbens sichtbar machen, heißt es in einer Pressemitteilung der Lichtermeer-Stiftung.

Wie Hedwig Kluth, Vorsitzende des Alsfelder Hospizvereins, in ihrer Begrüßung erläuterte, sei das Schwarzweiß der Fotografien nur eine Seite der Medaille. Passend dazu stehe der diesjährige Welthospiztag unter dem Motto „So bunt wie das Leben. Hospiz.“ des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes. Die Organisatorinnen von Hospizverein und Lichtermeer-Stiftung hätten deshalb den Fotografien bewusst farbenfrohe Gemälde gegenübergestellt.

Die Verbindung beider Ausstellungen soll verdeutlichen, dass Leben und Sterben nicht ausschließlich von Dunkelheit oder Licht geprägt sind, sondern zahlreiche Zwischentöne umfassen.

Musikalisch eröffnete die Lauterbacher Künstlerin Sabine Dietrich die Veranstaltung in der voll besetzten Museumsscheune mit dem Lied „Colours of my Life – Farben meines Lebens“. Weitere von ihr ausgewählte Lieder beschäftigten sich mit Leben und Sterben, Tragen und Loslassen.

Hedwig Kluth betonte die Bedeutung des Welthospiztages, der die Hospiz- und Palliativversorgung stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken soll. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass sich auch der Vogelsbergkreis als Träger des Hospiz- und Palliativnetzwerks diesem Anliegen angeschlossen habe.

Der Erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug hob in seinem Grußwort hervor, dass gerade das Zusammenspiel der Fotografien und Gemälde das Thema greifbar und erlebbar mache. Im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativversorgung stünden die Wahrung der Menschenwürde und eine angemessene Unterstützung. Zwar leiste der Vogelsbergkreis einen Beitrag zur Versorgung, ohne das Engagement haupt- und ehrenamtlich tätiger Menschen sei diese Arbeit jedoch nicht möglich.

Susanne Botthof-Schlitt, Palliativkoordinatorin des Vogelsbergkreises, informierte über die bestehenden Versorgungsangebote. „Wir sind Wegbegleiter im Sterben“, sagte sie in Anlehnung an den Titel der Fotoausstellung. Dabei betonte sie, dass eine palliative Begleitung nicht erst in den letzten Wochen vor dem Tod beginne, sondern bereits ab einer entsprechenden Diagnose sinnvoll sein könne. Diese Möglichkeit müsse Betroffenen frühzeitig vermittelt werden. „Die Bilder dieser Ausstellung machen deutlich, wie besonders diese Lebensphase ist“, erklärte sie.

Über den aktuellen Stand des entstehenden stationären Hospizes in Alsfeld berichtete Tanja Bohn, Stiftungsratsvorsitzende der Lichtermeer-Stiftung. Anfang November soll am Standort Am Lieden das Richtfest stattfinden. Bohn zeigte sich zuversichtlich, dass der Betrieb im Herbst kommenden Jahres aufgenommen werden könne.

Sie erläuterte zudem die Finanzierung eines Hospizes. Fünf Prozent der Betriebskosten müssten durch Spenden gedeckt werden. Für die Hospizgäste selbst sei der Aufenthalt hingegen vollständig kostenlos; eine Selbstbeteiligung falle nicht an.

Heidemarie Löb von den Alsfelder Landfrauen stellte die Werke der Malgruppe „Farbspiel“ vor. Sie begrüßte die Möglichkeit, mit der Ausstellung dazu beizutragen, den Hospizgedanken stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Einige entsprechend gekennzeichnete Gemälde können gegen eine Spende erworben werden. Der Erlös kommt dem Hospiz zugute.

Zum Abschluss der offiziellen Eröffnung erläuterte Hedwig Kluth die Entstehung der Fotoausstellung „Wegbegleiter im Sterben“. Sie ging aus einer Kooperation zwischen dem stationären Hospiz St. Christophorus in Mainz-Drais, der Palliativstation der Universitätsmedizin Mainz und dem Bilhildis-Altenheim in Mainz hervor.

Beteiligt waren außerdem das Studio für Fotokommunikation von Werner Feldmann aus Bodenheim, Schülerinnen und Schüler der Altenpflege-Schule Bilhildis in Mainz sowie die Ökumenische Hans-Voshage-Hospizstiftung. Erstmals wurde die Ausstellung 2011 im Mainzer Dom gezeigt.

„Lassen Sie sich berühren“, lud Kluth die Besucher ein. Diesen Gedanken griff auch Sabine Dietrich mit ihrer musikalischen Begleitung auf. Mit dem Lied „Wunder geschehen“ beschloss sie die Feierstunde.

Die Fotografien werden durch kurze erläuternde Texte ergänzt. Sie zeigen Menschen in ihren letzten Lebensminuten, aber auch persönliche Momente wie die Auswahl eines letzten Kleides. Die Aufnahmen dokumentieren den Versuch, angesichts des nahenden Todes Alltag zu bewahren, und machen zugleich Einsamkeit, Verlust, Trost und menschliche Nähe sichtbar.

Die farbenfrohen Gemälde der Landfrauen mit Blumen, Menschen und Landschaften bilden dazu einen bewussten Kontrast. Sie greifen das Motto des Welthospiztages auf und ergänzen die Fotografien um weitere Perspektiven auf das Leben. Die Besucher sind eingeladen, sich selbst mit den unterschiedlichen Darstellungen auseinanderzusetzen und einen persönlichen Zugang zu den Themen Abschied, Würde und Hoffnung zu finden.

Die Ausstellung ist vom 11. bis 17. Oktober täglich von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, den 18. Oktober, dem Tag der Finissage, kann sie von 11 bis 15 Uhr besucht werden.

Fotos: Traudi Schlitt

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