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Nachhaltigkeit in vielen Schulfächern erlebenMit guten Ideen eine Welt für alle schaffen

LAUTERBACH (ol). Die Alexander-von-Humboldt-Schule in Lauterbach beteiligte sich mit zahlreichen Projekten am neunten Hessischen Tag der Nachhaltigkeit. Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich fächerübergreifend mit Klimaschutz, nachhaltigem Konsum, Ressourcenschonung und gesellschaftlicher Verantwortung. Darüber hinaus wurden mehrere Beiträge der Schule beim bundesweiten Schulwettbewerb für Entwicklungspolitik ausgezeichnet.

Neue Impulse setzen, Gewohnheiten hinterfragen und selbst aktiv werden – dazu soll der Hessische Tag der Nachhaltigkeit anregen. Unter dem diesjährigen Motto „Unser Hessen: Gemeinsam. Mehr. Bewegen.“ beteiligten sich auch zahlreiche Klassen und Kurse der Alexander-von-Humboldt-Schule in Lauterbach mit unterschiedlichen Projekten und Unterrichtsbeiträgen. Dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler, wie vielfältig sich Nachhaltigkeit im Schulalltag aufgreifen lässt, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Schulleiterin Gitta Holloch hob die kreativen Herangehensweisen der Schülerinnen und Schüler und die Bedeutung hervor, die sie dem Thema Nachhaltigkeit beimessen. Die Ergebnisse des Aktionstages zeigten, wie unterschiedlich sich die Lernenden mit den damit verbundenen Fragen auseinandersetzten.

Einige Lerngruppen beschäftigten sich insbesondere mit einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. So diskutierte die Klasse 6c darüber, wie der Bau einer Umgehungsstraße möglichst nachhaltig gestaltet werden könnte. Dabei berücksichtigten die Schülerinnen und Schüler gesundheitliche, ökologische und wirtschaftliche Aspekte und erprobten zugleich verschiedene Argumentationstechniken.

Die Mitglieder der Nachhaltigkeits-AG begaben sich gedanklich auf eine Forschungsreise mit dem Namensgeber ihrer Schule. Alexander von Humboldt hatte um das Jahr 1800 den Valencia-See in Venezuela untersucht, um herauszufinden, weshalb dieser Wasser verlor. Die Schülerinnen präsentierten ihre Erkenntnisse einem Biologie-Grundkurs der Qualifikationsphase Q1. Im Mittelpunkt stand Humboldts Feststellung „Alles ist Wechselwirkung“ und die Erkenntnis, dass Eingriffe in die Vegetation weitreichende ökologische Folgen haben können.

Dass sich Nachhaltigkeit auch im Mathematikunterricht behandeln lässt, zeigte die Klasse 5a. Sie beschäftigte sich mit Fast Fashion, analysierte Daten und setzte die gewonnenen Erkenntnisse praktisch ein.

Auch im Fremdsprachenunterricht wurde das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. In den Jahrgangsstufen 8 und 9 setzten sich die Lernenden anhand eines französischsprachigen Grundlagentextes mit Möglichkeiten auseinander, den Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Die Klasse 7b entwickelte im Rahmen der Unterrichtseinheit „The weekend workshop“ Ideen für den Wettbewerb „Our school – our future: making our school more sustainable“. In Kleingruppen erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler auf Englisch Vorschläge, wie die Alexander-von-Humboldt-Schule noch nachhaltiger werden könnte.

Selbst im Lateinunterricht der Sekundarstufe I spielte Nachhaltigkeit eine Rolle. Dort untersuchten die Lernenden den Verbrauch von Wasser und Holz in öffentlichen und privaten Thermen der Antike. Anschließend verglichen sie den damaligen Ressourcenbedarf mit heutigen Anforderungen und betrachteten kritisch das Freizeitverhalten rund um private Pools sowie Frei-, Schwimm- und Freizeitbäder.

Weitere Klassen, Arbeitsgemeinschaften und die Schülervertretung näherten sich dem Thema auf künstlerische, kreative und praktische Weise. Sie beschäftigten sich mit nachhaltiger Architektur, entwickelten Bastel- und Upcycling-Ideen und bereiteten aus Äpfeln und Kürbissen heimischer Gärten selbst gemachte Suppe und Muffins zu.

„alle für EINE WELT für alle“

Weitere Schülerinnen und Schüler hatten im Laufe des Schuljahres am bundesweiten Schulwettbewerb für Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ teilgenommen, der im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt wird. Am Tag der Nachhaltigkeit konnten sie ihre Urkunden und Preise entgegennehmen.

Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Fakten gecheckt? Verändert die Welt mit eurer Story!“. Im Mittelpunkt standen der kritische Umgang mit Informationen, die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und das Engagement für eine gerechtere Welt. Mehrere Beiträge der Alexander-von-Humboldt-Schule wurden von der Jury der Organisation Engagement Global gewürdigt.

Amelie Hendler und Jouleen Reiswich erhielten eine Urkunde für ihren Kurzfilm „Teil des Problems oder der Lösung“. In einem Dialog beschäftigen sie sich mit der Klimakrise, Hitzerekorden und persönlichen Konsumentscheidungen. Ihr Beitrag verdeutlicht, dass jeder Mensch durch sein Verhalten beeinflussen kann, ob er zur Verschärfung oder zur Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Probleme beiträgt.

Lenya Frohnapfel, Sofia Schein, Marie-Louise Kress, Chris Körber und Keanu Garbala entwickelten den Podcast „Unsere Städte im Klimawandel – warum ist Nachhaltigkeit entscheidend?“. Darin thematisieren sie städtische Hitzeinseln, versiegelte Flächen, Verkehr, Lärm und fehlende Grünflächen. Sie kommen zu dem Schluss, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung für die Lebensqualität der Menschen und die Zukunft der Städte von entscheidender Bedeutung ist.

Zwei weitere Gruppen erreichten jeweils einen vierten Platz und erhielten dafür ein Preisgeld von jeweils 100 Euro.

Olivia Adamczyk, Laureen Georg, Sofia Litvinko und Franziska Rentenatus entwickelten das analoge Motivationsspiel „Heute schon die Welt gerettet“. Es beschäftigt sich mit nachhaltigem Konsum und verantwortungsvoller Produktion. Ziel ist es, Wissen und alltägliches Handeln miteinander zu verbinden. Dazu müssen die Spieler verschiedene Herausforderungen bewältigen, etwa ausschließlich regionale Lebensmittel einkaufen, einen Fairtrade-Tag gestalten oder den eigenen Energieverbrauch überprüfen.

Der zweite Anerkennungspreis ging an die Nachhaltigkeits-AG für das Gesellschaftsspiel „Rund um den E-Schrott“. Das analoge Lernspiel vermittelt Wissen über Recycling, faire Rohstoffe und die Auswirkungen von Elektroschrott auf Umwelt und Gesundheit. Zugleich soll es dazu anregen, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen.

Mit den zahlreichen Unterrichtsprojekten und den ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträgen zeigte die Alexander-von-Humboldt-Schule, welchen Stellenwert das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Schulalltag einnimmt. Auch künftig soll es fest im Bildungsangebot des Gymnasiums verankert bleiben.

Fotos: Diehl/Fischer

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