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BUND informiert sich über RenaturierungBUND Vogelsberg zu Besuch beim BUND Schwalm-Eder

VOGELSBERGKREIS/SCHWALM-EDER (ol). Bei einer gemeinsamen Exkursion beschäftigten sich der BUND Vogelsberg und der BUND Schwalm-Eder mit dem Hochwasserschutz und der Renaturierung der Schwalm. Peter Kugler vom Wasserverband Schwalm erläuterte die Geschichte der Hochwasserrückhaltebecken und die ökologischen Verbesserungen an der Schwalm. Durch umfangreiche Erdarbeiten im Jahr 2023 wurden neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. Die Exkursion bot zudem Gelegenheit zum Austausch zwischen den beiden BUND-Kreisverbänden.

Hochwasserschutz und die Renaturierung der Schwalm standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Exkursion des BUND Vogelsberg und des BUND Schwalm-Eder. Eingeladen hatten Astrid und Claus Hartwig Otto vom BUND Schwalm-Eder. Die Führung übernahm Diplom-Ingenieur Peter Kugler vom Wasserverband Schwalm, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND Vogelsberg.

Ausgangspunkt der Erläuterungen war ein verheerendes Hochwasser, das 1960 die Orte Ziegenhain und Treysa traf. In der Folge wurde am 6. Dezember 1962 der Wasserverband Schwalm gegründet. Bis 1972 entstanden drei Hochwasserrückhaltebecken bei Treysa/Ziegenhain, Seibelsdorf und Heidelbach.

Dem Wasserverband Schwalm gehören 13 Kommunen aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie drei Kommunen aus dem Vogelsbergkreis an. Das Hochwasserrückhaltebecken in Ziegenhain verfügt über ein Fassungsvermögen von rund acht Millionen Kubikmetern und ist nach Angaben des Wasserverbands auf ein 10.000-jährliches Hochwasser ausgelegt. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1972 hat es bereits drei Jahrhunderthochwasser erlebt.

Wie Kugler erläuterte, seien bei der Gestaltung des Hochwasserschutzes in den 1970er-Jahren auch Fehler gemacht worden. Die Schwalm wurde damals in ein enges, trapezförmiges Flussbett eingefasst, wodurch nur wenig Raum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt blieb.

Dies habe sich inzwischen geändert. Im Zuge der Renaturierung wurden mehr als 20.000 Kubikmeter Erde bewegt. Der hochwertige Oberboden wurde auf landwirtschaftliche Flächen außerhalb des Einstaubereichs aufgebracht, während das übrige Material zur Verstärkung des Damms verwendet wurde.

Die Maßnahme wurde 2023 umgesetzt und unter anderem aus Ausgleichsabgaben im Zusammenhang mit der Autobahnmeisterei der A 49 finanziert. Durch die Umgestaltung erhielt die Schwalm mehr Raum für eine natürliche Entwicklung.

Dass die neuen Lebensräume bereits von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten angenommen werden, konnten die Teilnehmer während der Exkursion beobachten. Ein Teilnehmer zeigte Exemplare der Sumpfschafgarbe, während eine jugendliche Teilnehmerin eine Sumpfheuschrecke einfing. In den neu entstandenen Flachwasserbereichen halten sich nach Angaben der Veranstalter Zehntausende Jungfische auf. Gelegentlich nutzen auch Badegäste das weitläufige Gelände zwischen Treysa und Ziegenhain.

Im Anschluss an die Führung nutzten die Mitglieder des BUND Vogelsberg und des BUND Schwalm-Eder die Gelegenheit, sich in einer nahe gelegenen Gaststätte über ihre Arbeit und weitere Naturschutzthemen auszutauschen.

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