
Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung im VogelsbergZu gut für die Tonne: Foodsharing rettet Lebensmittel und sorgt für Aha-Momente
ALSFELD/FREIENSTEINAU (ol). Bei zwei Aktionen am 26. September in Alsfeld und am 3. Oktober in Freiensteinau verteilte Foodsharing gerettete Lebensmittel an interessierte Bürger. Viele Besucher zeigten sich überrascht, welche Mengen genießbarer Lebensmittel andernfalls entsorgt würden. Die Initiative betont, dass die Tafeln bei der Lebensmittelabholung Vorrang haben und Foodsharing deren Arbeit ergänzt. Mit den Aktionen soll zugleich das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung gestärkt werden.
Erst zögern, dann zugreifen – so lässt sich die Reaktion vieler Menschen bei den jüngsten Lebensmittelverteilungen von Foodsharing beschreiben. Rund um den Tag der Lebensmittelrettung am 26. September in Alsfeld und beim „Bloaer Moat“ am 3. Oktober in Freiensteinau wurden gerettete Lebensmittel an interessierte Bürger verteilt. Die Aktionen stießen auf große Resonanz, heißt es in einer Mitteilung von Foodsharing.
Viele Besucher zeigten sich überrascht, welche Mengen an Lebensmitteln noch genießbar sind und dennoch im Abfall landen würden. Nicht selten reagierten sie mit Kopfschütteln. Die Frage, warum so viele einwandfreie Lebensmittel überhaupt entsorgt werden, beschäftigte zahlreiche Menschen.
Gleichzeitig mussten bei den Verteilungen zunächst einige Hemmungen überwunden werden. Manche Besucher waren unsicher, ob sie die angebotenen Lebensmittel tatsächlich mitnehmen durften. Nach anfänglichem Zögern griffen jedoch viele zu und bewahrten damit Lebensmittel vor der Verschwendung.
„Die Tafel kommt immer zuerst“
Eine Frage wurde bei den Aktionen besonders häufig gestellt: „Was ist denn mit der Tafel?“ Foodsharing legt Wert darauf, deutlich zu machen, dass die Tafeln bei der Abholung von Lebensmitteln Vorrang haben. Die Initiative versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den Tafeln.
Foodsharing übernimmt nach eigenen Angaben ausschließlich Lebensmittel, die von den Tafeln nicht benötigt werden oder die diese nicht abholen können. Auf diese Weise sollen auch solche Lebensmittel weitergegeben werden, die andernfalls möglicherweise entsorgt würden.
Lyn Jantosca, Botschafterin von Foodsharing für Lauterbach und Alsfeld, betont die Zusammenarbeit mit den Tafeln in der Region: „Wir pflegen einen guten Kontakt mit den Tafeln in der Umgebung. Für uns ist ganz klar: Die Tafel kommt zuerst. Wir holen nur das ab, was die Tafel nicht benötigt oder nicht abholen kann. Unser Ziel ist es, möglichst viele Lebensmittel zu retten, die sonst verloren wären.“
Lebensmittelrettung wird sichtbar
Die beiden Aktionen in Alsfeld und Freiensteinau verdeutlichten nach Einschätzung der Initiative, wie wichtig es ist, Lebensmittelrettung sichtbar zu machen und mit den Menschen darüber ins Gespräch zu kommen. Dabei gehe es nicht nur um die Weitergabe von Lebensmitteln, sondern auch um einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.
Die Reaktionen der Besucher zeigten, dass das Thema auf Interesse stößt. Aus anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich vielfach die Bereitschaft, die angebotenen Lebensmittel mitzunehmen und damit vor der Entsorgung zu bewahren.
Für Foodsharing sind solche Aktionen deshalb mehr als reine Lebensmittelverteilungen. Sie bieten Gelegenheit zum Austausch, vermitteln Informationen und machen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam.
Die zentrale Botschaft der beiden Aktionstage lautet: Noch genießbare Lebensmittel sollten nicht im Abfall landen, sondern weiterhin verwendet werden.
Fotos: foodsharing
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