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Appenrod und Maulbach feiern 2028 jeweils 875 JahreÜberraschende Wende in der Dorfgeschichte

APPENROD/MAULBACH (ol). Appenrod und Maulbach können im Jahr 2028 jeweils ihr 875-jähriges Bestehen feiern. Nach einer Neubewertung historischer Quellen gilt für beide Homberger Ortsteile das Jahr 1153 als gesichertes Datum der Ersterwähnung. Geplant sind eigene Festprogramme sowie möglicherweise ein gemeinsamer Grenzgang. Für Appenrod soll zudem rechtzeitig zum Jubiläum eine neue Dorfchronik erscheinen.

Die Geschichtsschreibung der Region muss in Teilen neu betrachtet werden: Was bislang als historisch gesichert galt, wurde bei einem Treffen im Rathaus auf den Prüfstand gestellt und neu bewertet. Die überraschende Erkenntnis: Die beiden benachbarten Ortsteile Appenrod und Maulbach teilen sich dasselbe Jahr der urkundlichen Ersterwähnung. Im Jahr 2028 steht für beide Dörfer das 875-jährige Jubiläum an. Dieses soll in beiden Ortsteilen mit eigenen Akzenten gefeiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Homberg (Ohm).

Neue wissenschaftliche Standards setzen Ersterwähnung auf 1153

Bislang ging man in der Geschichtsschreibung davon aus, dass Appenrod im Jahr 1328 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Für Maulbach standen lange Zeit die Jahre 1146 oder 1150 im Raum. Die heutige historische Forschung legt laut Mitteilung jedoch strengere Maßstäbe an.

Wie der ehrenamtliche Archivbeauftragte Dr. Wolfgang Seim bei dem Treffen erläuterte, gilt in der modernen Archivpflege das Prinzip, den „spätesten zugesicherten Zeitpunkt“ für eine Ersterwähnung anzusetzen. Nach der Neubewertung der historischen Quellen gilt für beide Ortsteile das Jahr 1153 als wissenschaftlich gesichertes Datum der Ersterwähnung. Damit können beide Dörfer im Jahr 2028 auf eine 875-jährige Geschichte zurückblicken.

Individuelle Festprogramme und ein verbindender Grenzgang

Um die Weichen für das Jubiläumsjahr zu stellen, kamen die Archivbeauftragten Dr. Wolfgang Seim und Thomas Reichhardt, die Ortsvorsteher Christian Seng und Steffen Luft, der stellvertretende Maulbacher Ortsvorsteher Kevin Reichhardt, Stadtrat Michael Rotter sowie Markus Haumann und Lena Greis von der zuständigen Archivverwaltung zusammen.

Die Beteiligten waren sich einig, dass das Jubiläum in beiden Ortsteilen gewürdigt werden soll. Um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich intensiv mit der Geschichte und Identität ihres jeweiligen Ortes zu beschäftigen, sollen die Veranstaltungen individuell gestaltet werden. So kann jedes Dorf ein eigenes Festprogramm auf die Beine stellen.

Auch die Verbundenheit der beiden Nachbarorte soll eine Rolle spielen. Als gemeinsames Element ist ein Grenzgang im Gespräch. Die traditionelle Wanderung entlang der Gemarkungsgrenze soll die Nachbarschaft symbolisieren und Menschen aus beiden Orten zusammenbringen.

Chroniken halten die Geschichte fest

Auch die jeweiligen Dorfgeschichten sollen schriftlich festgehalten werden. Während für Maulbach bereits seit einigen Jahren eine umfassende Dorfchronik vorliegt, arbeitet derzeit ein Team an einer eigenen Chronik für Appenrod. Sie soll pünktlich zum Jubiläumsjahr 2028 fertiggestellt werden und zum Erwerb bereitstehen. Damit soll die nun neu datierte Geschichte des Ortsteils auch für kommende Generationen dokumentiert werden.

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