
Patricia Appel feiert mit Fürst Caso zwei Siege im Osthessen-Cup und blickt nun auf das Finale in AlsfeldGeduld und Leidenschaft zahlen sich aus
ALSFELD (ol). Nach elf gemeinsamen Jahren und zahlreichen Rückschlägen feiern Dressurreiterin Patricia Appel und Fürst Caso ihre bislang größten sportlichen Erfolge. Innerhalb weniger Wochen gewann das für den Ländlichen Reit- und Fahrverein Alsfeld startende Paar zwei Dressurprüfungen der Klasse M. Nun steht am 4. Oktober das Finale des Osthessen-Cups in Alsfeld bevor.
Elf Jahre gemeinsames Training, zahlreiche Rückschläge und immer wieder Zweifel: Der sportliche Weg von Dressurreiterin Patricia Appel und ihrem Pferd Fürst Caso war keineswegs vorgezeichnet. Umso größer ist nun die Freude über die jüngsten Erfolge. Innerhalb weniger Wochen gelangen dem Paar gleich zwei Siege in Dressurprüfungen der Klasse M. Nun richtet die für den Ländlichen Reit- und Fahrverein Alsfeld startende Reiterin den Blick auf das Finale des Osthessen-Cups, das am 4. Oktober in Alsfeld ausgetragen wird, wie der Verein in einer Pressemitteilung berichtet.
Der Osthessen-Cup des Kreisreiterbundes Vogelsberg ist eine regionale Turnierserie für Amateurreiterinnen und Amateurreiter. Ausgetragen werden Dressurprüfungen der Klasse M*. Das „M“ steht für „mittelschwer“. Was zunächst nüchtern klingt, verlangt von Pferd und Reiter bereits ein hohes Maß an Ausbildung, Präzision und gegenseitigem Vertrauen.
In einer solchen Prüfung müssen verschiedene vorgeschriebene Lektionen in einer festgelegten Reihenfolge gezeigt werden. Bewertet wird dabei nicht allein, ob eine Aufgabe ausgeführt wird. Entscheidend ist vielmehr, wie sicher, genau und harmonisch dies gelingt. Übergänge zwischen den Gangarten, Tempowechsel, gebogene Linien und anspruchsvolle Seitwärtsbewegungen sollen möglichst leicht und selbstverständlich aussehen.
Für die Zuschauer entsteht im Idealfall der Eindruck, dass Reiterin und Pferd beinahe ohne sichtbare Signale miteinander kommunizieren. Hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit stehen jedoch jahrelanges Training, fein abgestimmte Hilfen und höchste Konzentration. Schon kleine Ungenauigkeiten können die Wertnote beeinflussen. Hinzu kommt, dass das Pferd trotz ungewohnter Umgebung, anderer Pferde und der Atmosphäre auf dem Turnierplatz aufmerksam und gelassen bleiben muss.
Genau diese langfristige Entwicklung macht die Erfolge von Patricia Appel und Fürst Caso besonders. Seit elf Jahren sind die beiden ein Team. Diese gemeinsame Zeit war, wie Appel selbst sagt, alles andere als einfach.
„Elf Jahre sind wir nun ein Team. Elf Jahre, die alles andere als einfach waren. Einige Rückschläge, noch mehr Zweifel, und am Ende hat es sich gelohnt, mit Geduld, Fleiß und einer großen Portion Leidenschaft zu kämpfen“, blickt die Dressurreiterin auf den gemeinsamen Weg zurück.
In den vergangenen Wochen wurde diese Ausdauer gleich mehrfach belohnt. Nachdem Appel und Fürst Caso beim Dressurturnier in Flieden bereits einen guten vierten Platz belegt hatten, gelang ihnen in Hünfeld der erste gemeinsame Sieg in einer M-Dressur. Beim Turnier in Fulda-Haunetal konnte das Paar seine Leistung noch einmal steigern und auch dort die M-Dressur mit einer Wertnote von 7,5 für sich entscheiden.
Dass Fürst Caso für Patricia Appel eine ganz besondere Bedeutung hat, zeigt bereits sein Name. Hinter „Caso“ verbirgt sich eine persönliche Erinnerung an zwei Pferde, die ihren reiterlichen Weg geprägt haben. Die erste Silbe „Ca“ steht für Calvino, mit dem Appel als Kind ihre ersten sportlichen Erfolge feiern konnte. Die zweite Silbe „So“ erinnert an Socke, ein Pferd, das sie viel zu früh verlor und das, wie sie selbst sagt, „über die Regenbogenbrücke gehen musste“.
So trägt Fürst Caso nicht nur seinen eigenen Namen, sondern bewahrt zugleich die Erinnerung an zwei Pferde, die für Appels Entwicklung als Reiterin und ihre Verbundenheit mit dem Reitsport von großer Bedeutung waren. Die jüngsten Erfolge mit ihm verbinden damit sportlichen Fortschritt mit einer sehr persönlichen Geschichte.
Auch der Modus des Osthessen-Cups stellt besondere Anforderungen. Die Serie besteht aus mehreren Qualifikationsturnieren in Osthessen und im Vogelsberg. Bei diesen Veranstaltungen sammeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ergebnisse für die Gesamtwertung. Dabei zählt nicht allein eine besonders gute Vorstellung, sondern es sind konstante Leistungen über mehrere Turniere hinweg gefragt.
Der Cup richtet sich an Amateurreiterinnen und Amateurreiter verschiedener Altersklassen mit den entsprechenden Leistungsklassen. Damit bietet die Serie ambitionierten Reitsportlern eine Bühne, die ihren Sport mit großem zeitlichem und persönlichem Einsatz betreiben, ohne hauptberuflich als Reiter tätig zu sein.
Die endgültige Entscheidung über die Cupwertung fällt am Sonntag, 4. Oktober, in Alsfeld. Das Finale vor heimischer Kulisse dürfte für Patricia Appel einen besonderen Stellenwert haben. Sie startet für den Ländlichen Reit- und Fahrverein Alsfeld und wird dort nicht nur sportlich gefordert sein, sondern vermutlich auch von vielen bekannten Gesichtern begleitet und unterstützt werden.
Ein Finale bringt zusätzlichen Druck mit sich. Jeder Fehler kann wertvolle Punkte kosten, während eine konzentrierte und harmonische Vorstellung den Ausschlag geben kann. Nach ihren beiden Siegen können Patricia Appel und Fürst Caso dem Saisonhöhepunkt jedoch mit Zuversicht entgegensehen.
Unabhängig davon, wie das Finale ausgeht, haben die beiden bereits etwas erreicht, das sich nicht allein in Siegen und Platzierungen ausdrücken lässt. Ihr gemeinsamer Weg zeigt, dass sportliche Entwicklung Zeit benötigt und dass sich Geduld, Vertrauen und Beharrlichkeit auszahlen können.
Wenn Patricia Appel und Fürst Caso am 4. Oktober in Alsfeld in das Dressurviereck einreiten, liegen deshalb nicht nur wenige Prüfungsminuten vor ihnen. Hinter ihnen stehen elf gemeinsame Jahre voller Arbeit, Rückschläge, Zweifel und neuer Anläufe. Die beiden M-Siege sind der bisherige Höhepunkt dieser Geschichte. Das nächste Kapitel soll nun vor heimischer Kulisse in Alsfeld geschrieben werden.
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