
Ein oberhessischer Workshop über sparsamen Umgang mit Ressourcen und den Austausch über Alltagserfahrungen aus mehreren JahrzehntenNachhaltig wie Oma
ALSFELD (ol). Wie nachhaltig war der Alltag früher – und was lässt sich davon heute noch nutzen? Darum geht es beim Geschichts- und Zukunftsworkshop „Freeg dai Omma“ am 4. Oktober im Freiwilligenzentrum Alsfeld. Gemeinsam werden Erfahrungen und praktische Tipps rund um Ressourcenschonung, Einkaufen, Kochen, Energiesparen und Wiederverwendung gesammelt. Mundart und Musik gehören ebenfalls zum Programm.
Einmachen, wiederverwenden, reparieren und aus wenig möglichst viel machen: Viele Verhaltensweisen, die heute unter dem Begriff Nachhaltigkeit zusammengefasst werden, gehörten früher ganz selbstverständlich zum Alltag. Um den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen früher, heute und morgen geht es beim Geschichts- und Zukunftsworkshop „Freeg dai Omma“ (Frag deine Oma) am Sonntag, den 4. Oktober, von 15 bis 17 Uhr im Freiwilligenzentrum Alsfeld, Volkmarstraße 3. Mundart, Musik und praktische Mitmachtipps gehören ebenfalls zum Programm, heißt es in einer Mitteilung des Geschichtsvereins Lastoria. Monika Felsing gestaltet den Workshop in Zusammenarbeit mit dem AZN – Naturerlebnishaus Heideberg.
Früher wurde eingemacht und aufgehoben, was noch verwendet werden konnte. Kaputte Dinge wurden repariert oder Kleidungsstücke gestopft. Was heute als „Upcycling“ bezeichnet wird, hieß damals „Umarbeiten“. Gerade in Notzeiten verstanden es viele Menschen, mit wenigen vorhandenen Mitteln auszukommen und Dinge weiterzuverwenden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können eigenes Wissen und persönliche Erinnerungen in den Workshop einbringen und gemeinsam praktische Tipps sammeln. Dabei geht es unter anderem um die Frage, was sich beim Einkaufen, Putzen oder Kochen für Klima, Umweltschutz und Gesundheit tun lässt, welche Tricks früherer Generationen sich bewährt haben und wie Energiesparen im Alltag gelingen kann.
„Omas Haushalt war nachhaltig“, sagt die Workshopleiterin. „Doa kennder ouch è Kaddoffel droff penn!“ Und gepellt werden Kartoffeln in Oberhessen natürlich mit einem Kneipchen („Knäibche“), einem kleinen Schälmesser.
„Insè Ommas huh dè Miehwääg erfonne“ heißt einer von rund 300 Coversongs, die Monika Felsing in der Mundart ihres Heimatdorfes geschrieben hat. Die Historikerin, Journalistin, Bloggerin und Dialektautorin stammt aus Ober-Gleen und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in Oral-History-Projekten des gemeinnützigen Bremer Geschichtsvereins Lastoria sowie zu Themen wie Erzählkultur, Naturschutz, Nachhaltigkeit, Demokratie und Menschenrechte. Auch die 17 Punkte der Agenda 2030 hat sie ins Owengliejer Pladd übersetzt. Beispiele für Nachhaltigkeit in Hessen hat sie zudem in ihrem Buch „08/18: Ein hessischer Beitrag zur Rettung der Welt“ zusammengetragen.
Der Workshop soll dazu anregen, sich mit der eigenen Familiengeschichte im Hinblick auf den Umgang mit Ressourcen auseinanderzusetzen und zugleich das eigene Verhalten zu hinterfragen. Gemeinsam gesammelte Tipps für Haushalt, Einkauf und Freizeit können anschließend von Familien, Landfrauen- und Heimatvereinen, Schulklassen sowie Kindergarten-, Konfirmanden-, Klima- und Naturschutzgruppen ausprobiert und weiterentwickelt werden. „Manches Oma-Wissen ist moderner denn je“, sagt Felsing. „Und was ist nachhaltiger als Mundart?“
Anmeldungen sind bis zum 30. September per E-Mail an mail@lastoria-bremen.de möglich. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden werden erbeten. Der Workshop wird vom Geschichtsverein Lastoria e.V. in Kooperation mit dem AZN – Naturerlebnishaus Heideberg e.V. durchgeführt und im Rahmen der Förderung des BNE-Netzwerks Vogelsberg durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unterstützt.
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