
21 Verletzte nach schwerem UnfallszenarioFeuerwehr Alsfeld trainiert Großeinsatz mit rund 150 Einsatzkräften
ALSFELD (ol). Rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und Katastrophenschutz haben bei einer groß angelegten Übung zwischen Reibertenrod und Schwabenrod das Zusammenspiel bei einem schweren Verkehrsunfall trainiert. In dem von Mathis Kruse entwickelten Szenario mussten 21 Verletzte versorgt und teilweise aus sechs zerstörten Fahrzeugen befreit werden. Zusätzliche Störfaktoren sollten die Einsatzkräfte unter möglichst realistischen Bedingungen fordern.
Es war eine der anspruchsvollsten Übungen im Bereich Alsfeld der vergangenen Jahre, die Mathis Kruse konzipiert hatte. Ziel war es, nicht nur die Feuerwehr, sondern auch den Rettungsdienst und die DRK-Kreisverbände vor eine herausfordernde Aufgabe zu stellen, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr Alsfeld.
Dafür wurde bereits am Freitagmittag die Straße zwischen Reibertenrod und Schwabenrod gesperrt. Zahlreiche Unfallfahrzeuge, die zuvor auf dem Firmengelände der Firma Gorsler realistisch verformt worden waren, wurden auf der Straße platziert. Dazwischen standen mehrere Pkw und zwei Lkw, um das Szenario noch authentischer zu gestalten. Zahlreiche Mimen fanden sich vor Beginn der Übung ein, um von der Mimengruppe des DRK-Kreisverbandes Lauterbach realistisch geschminkt zu werden.
Pünktlich um 17.30 Uhr startete die Übung. Als erstes traf das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schwabenrod ein. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit der Betreuung der zahlreichen Verletzten.
Als Alarmstichwort war ein sogenannter H-Klemm 2 Y vorgesehen, der eine größere Anzahl eingeklemmter Personen bezeichnet, sowie ein MANV 30, der eine Lage mit bis zu 30 Verletzten beschreibt.
Neben dem Rettungsdienst Mittelhessen und der Feuerwehr Alsfeld kamen zahlreiche weitere Einheiten aus dem Katastrophenschutz zum Einsatz. Dazu gehörten unter anderem die Feuerwehren Ulrichstein und Lautertal, die Fahrzeuge des Landkreises zum Einsatz brachten. Auch die Rotkreuzeinheiten der Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach sowie die Bergwacht Schotten waren beteiligt.
Die Notärztinnen Susanne Klass und Juliana Halbmeyer machten sich ebenso auf den Weg wie die Leitenden Notärzte Manfred Haas und Dennis Humburg. Henning Schmehl stand als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst zur Verfügung.
Unter den Augen von Nils Freitag, Mathis Kruse und Carsten Schmidt, die als Übungsbeobachter teilnahmen, galt es, Patienten zu sichten, Prioritäten festzulegen, eingeklemmte Personen mit hydraulischem Rettungsgerät zu befreien und die Abtransporte zu organisieren.
Angelika Schäfer, die die Alsfelder Stadtpolitik vertrat, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Auch Kreisbrandinspektor Marcel Büttner machte sich ein Bild von der Lage.
Der Kreis der Gäste wurde bewusst klein gehalten, da den Beteiligten weder der genaue Ort noch das konkrete Szenario der Übung bekannt waren.
Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer hatte insgesamt rund 150 Einsatzkräfte zu koordinieren. Insgesamt mussten 21 Verletzte versorgt und teilweise aus sechs zerstörten Pkw befreit werden. Hinzu kam eine Reihe unbeteiligter Personen, die den Einsatz bewusst störten, um das Stressniveau für die Einsatzkräfte zusätzlich zu erhöhen.
Etwa eine Stunde nach Übungsbeginn waren alle Personen befreit. Parallel zur Arbeit der Feuerwehr waren die Einheiten des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes damit beschäftigt, die Patienten zu stabilisieren und möglichst zügig abzutransportieren.
Als fiktive Zielklinik diente in diesem Fall das Alsfelder Feuerwehrhaus. Dort fand im Anschluss die Nachbesprechung statt. Für die Verpflegung sorgte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld-Mitte 1854 e. V., der den Imbiss für die rund 150 Einsatzkräfte und Beteiligten sponserte.
Die Übung verdeutlichte die Bedeutung des Zusammenspiels von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Katastrophenschutz und weiteren Einheiten – insbesondere bei Einsatzlagen, in denen viele Verletzte gleichzeitig versorgt und mehrere Einsatzstellen parallel abgearbeitet werden müssen.
Fotos: Feuerwehr Alsfeld
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