
Historischer Motorsport im VogelsbergMSC Rund um Schotten lädt zum 36. ADAC/VFV Schottenring Historic Grand Prix ein
SCHOTTEN (ol). Am 15. und 16. August findet der 36. ADAC/VFV Schottenring Historic Grand Prix statt. Rund 250 Fahrerinnen und Fahrer präsentieren historische Motorräder aus mehr als 100 Jahren Motorsportgeschichte. Neben Gleichmäßigkeitsläufen gehören Präsentationsfahrten ehemaliger Seitenwagen-Meister und ein offenes Fahrerlager zum Programm. Besucher erleben den historischen Motorsport aus nächster Nähe.
Auf mehr als 100 Jahre Motorsportgeschichte blickt der Schottenring zurück. Auf einem großen Straßenkurs durch den Vogelsberg wurden sogar Weltmeisterschaften ausgetragen. Am 15. und 16. August lässt sich die Rennatmosphäre mit historischen Maschinen beim 36. ADAC/VFV Schottenring Historic Grand Prix erleben, wie der Motorsportclub Rund um Schotten e.V. in einer Pressemitteilung berichtet.
Im Vergleich zum historischen Vorbild sind die Motorradrennen am Schottenring bescheidener, aber zugleich auch publikumsfreundlicher geworden. Statt einer Streckenlänge von mehr als 16 Kilometern misst der Stadtkurs jetzt 1,4 Kilometer. Dadurch sind während der zwei Tage bis auf die Mittagspause nahezu durchgängig Renn- und Demonstrationsläufe zu erleben.
Allerdings wird in Schotten im Unterschied zu früher nicht mehr auf Bestzeit gefahren. Bei den Gleichmäßigkeitsläufen wird eine möglichst geringe Abweichung von einer vorher gesetzten Referenzzeit zu erreichen. Das wird zwar von den meisten Fahrern als gleichmäßig schnell interpretiert. Doch übertrieben harte Positionskämpfe werden aus Rücksicht auf die historischen Maschinen und die Fahrer vermieden.
Mit rund 250 Fahrerinnen und Fahrern erwartet die Besucher wieder ein beeindruckendes Starterfeld. Die ältesten Maschinen stammen aus den Anfängen des Motorradsports und sind weit über 100 Jahre alt.
Timo Neumann, Schatzmeister des ausrichtenden MSC Rund um Schotten und Mitorganisator des Schottenring Historic Grand-Prix freut sich, dass besonders die älteren Rennklassen wieder mehr Anklang finden. Bei den Vorkriegsmotorrädern, die teilweise mit bemerkenswerten technischen Konzepten und hohen Leistungen überraschen, sind deutlich mehr Starter gemeldet.
Nur selten ist historischer Motorsport so hautnah zu erleben, wie am Schottenring. Auf der langen Gerade rasen die Maschinen zum Teil mit einer Armlänge Abstand zu den Leitplanken mit Höchstgeschwindigkeit vorbei. Auch in der Postkurve wie auch den allermeisten Streckenabschnitten trennen die Zuschauer nur wenige Meter vom Renngeschehen.
So lässt sich die Akrobatik der Beifahrer in den Seitenwagen der Gespanne genau beobachten. Den Höhepunkt der Entwicklung markieren hier die IDM-Gespanne, die als eigenständige Konstruktionen kaum Gemeinsamkeiten mit den klassischen Motorrädern mit Seitenwagen haben. Mit Markus Schlosser, André Kretzer, Tim Reeves und Andreas Nussbaum sind mehrere ehemalige Deutsche Meister im Seitenwagensport in Präsentationsläufen zu sehen.
Damit wird der Schottenring Historic Grand-Prix zu einem lebendigen Museum des Motorradrennsports wie auch der technischen Entwicklung. Wer in deren Details tiefer eintauchen möchte, hat dazu bei einem Besuch im Fahrerlager Gelegenheit. Hier können die Teams bei der Vorbereitung der Maschinen auf die Rennläufe beobachtet werden. Im Gespräch geben Fahrer und Besitzer bereitwillig Auskunft über konstruktive Besonderheiten und den Aufwand, die klassischen Motorräder viele Jahrzehnte nach Produktionsende konkurrenzfähig zu halten.
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