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Feuerwehr und DRK üben gemeinsam den ErnstfallGefahrgutunfall simuliert: Starke ehrenamtliche Zusammenarbeit bei Großübung

MÜCKE (ol). Ein realistisches Gefahrgut-Szenario stellte die Feuerwehr Ruppertenrod und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Mücke bei einer gemeinsamen Einsatzübung vor große Herausforderungen. Simuliert wurde ein Unfall mit einem Gefahrguttransporter, bei dem Natronlauge austrat und mehrere Personen verletzt wurden. Die Einsatzkräfte trainierten Menschenrettung, Absicherung der Gefahrenstelle, Dekontamination und medizinische Versorgung. Die Übung zeigte eindrucksvoll die professionelle Zusammenarbeit der 33 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Die vierstellige UN-Nummer (Stoffnummer) 1824 kennzeichnet eine Natriumhydroxidlösung (Natronlauge), die als international standardisierte Kennzeichnung für den Transport von Gefahrgütern dient. Diese stark ätzende Flüssigkeit verursacht bei Kontakt schwere Verätzungen auf der Haut, irreparable Augenschäden und kann beim Einatmen die Atemwege massiv schädigen.

Mit genau diesem Szenario wurden die Rettungskräfte bei einer Einsatzübung konfrontiert: Der Fahrer eines vermeintlichen Gefahrguttransporters war verunglückt, woraufhin die ätzende Flüssigkeit austrat. Spielende Kinder im direkten Umfeld des Unglücksortes wurden von der Chemikalie getroffen, während andere Passanten in Panik flüchteten. Um ein maximal realistisches Szenario zu schaffen, wurden die „Verletzten“ im Vorfeld von Timo Schneider mit täuschend echten Wunden und Verätzungen geschminkt. Ausgearbeitet wurde diese anspruchsvolle Übung von Ulrich Kratz, dem Wehrführer von Ruppertnrod, wie das DRK Mücke in einer Pressemitteilung berichtet.

Schnelles Eingreifen und professionelle Absperrung

Unter der Leitung von Einheitsführer Tobias Hof rückte die örtliche Feuerwehr Ruppertenrod zügig mit zwei Einsatzfahrzeugen an – darunter ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes. Insgesamt 15 Feuerwehrkräfte waren direkt vor Ort. Nach einer ersten Lagemeldung Übermittlung durch eine Unfallzeuge leiteten die Helfer sofort die Menschenrettung ein. Ein Trupp ging unter schwerem Atemschutz direkt in die Gefahrenzone vor, während parallel die weiteren Einsatzkräfte die Unfallstelle weiträumig absperrten, um die Bevölkerung zu schützen.

Kurz darauf traf das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit 18 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen am Unglücksort ein. Unter der gemeinsamen Leitung von Julia Myska und Ulf Immo Bovensmann starteten die Helfer eine Drohne, da der direkte Zugang zum Kerngebiet für den Rettungsdienst zunächst nicht möglich war. So konnte aus der Luft ein präzises Lagebild verschafft werden. Währenddessen errichtete die Feuerwehr eine Not-Dekontaminationsstelle, um die betroffenen Personen vorab von der gefährlichen Chemikalie zu reinigen und deren ätzende Wirkung zu stoppen.
Im weiteren Verlauf der Übung baute die Besatzung des GW SAN des DRK Mücke unter der Führung von Gruppenführer Jannik Büttner ein Behandlungszelt auf. Hier wurden alle geretteten Verletzten nacheinander zugeführt und unter der medizinischen Leitung von Rettungssanitäter Luca Halbich strukturiert versorgt und stabilisiert.

Hand in Hand im reinen Ehrenamt

Im Einsatzleitwagen des DRK Mücke liefen alle Fäden zusammen: Hier wurden die Informationen, Lagemeldungen und Rückmeldungen der Trupps von Feuerwehr und DRK gebündelt, um der Einsatzleitung jederzeit ein lückenloses Lagebild zu garantieren. Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt, dass Feuerwehr und Rotes Kreuz bei der Menschenrettung blind und Hand in Hand zusammenarbeiten – dies bewies auch die erfolgreiche Rettung der Person direkt am verunglückten Fahrzeug.

Besonders bemerkenswert: Alle 33 beteiligten Frauen und Männer von Feuerwehr und DRK absolvierten diesen hochkomplexen Einsatz vollständig in ihrer Freizeit. Dieses professionelle Engagement unterstreicht die enorme Bedeutung und Leistungsfähigkeit des lokalen Ehren-amtes für die Sicherheit der Bürger.

Fotos: DRK Mücke

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