
Nachwuchs der Kinderfeuerwehren aus Mücke zeigt Kreativität, Gemeinschaftssinn und Feuerwehrwissen80 Kinder legen Feuerwehrabzeichen „Tatze“ in Atzenhain ab
ATZENHAIN (ol). Beim Kinderfeuerwehrabzeichen „Tatze“ haben 80 Kinder aus den Mücker Kinderfeuerwehren in Atzenhain die Stufen 1 bis 4 absolviert. Neben feuerwehrtechnischen Aufgaben standen kreative und soziale Projekte im Mittelpunkt der Veranstaltung. Gemeindejugendwartin Michaela Wißner lobte insbesondere den Zusammenhalt der beteiligten Wehren.
Es sind manchmal die kleinen Gesten, an denen man erkennt, wie groß eine Gemeinschaft werden kann. Ein sauber gebundener Feuerwehrknoten, ein selbst gebasteltes Knotenmännchen, ein frisch bepflanztes Hochbeet oder ein Präsent für ältere Mitmenschen: Am Samstagvormittag wurde auf dem großen Freigelände in Atzenhain sichtbar, was Kinderfeuerwehr im besten Sinne bedeutet. Nicht nur das frühe Heranführen an die Feuerwehr, sondern auch das Einüben von Verantwortung, Zusammenhalt und einem wachen Blick für das eigene Dorf, so heißt es in der Pressemitteilung der Feuerwehr Mücke.
Bei der siebten Auflage des Kinderfeuerwehrabzeichens „Tatze“ legten insgesamt 80 Kinder aus dem Mücker Kinderbereich die Stufen 1 bis 4 ab. Das Abzeichen gilt als begehrter erster Nachweis für die jüngsten Mitglieder der Feuerwehrfamilie. Im Mittelpunkt standen dabei nicht Leistungsdruck oder Wettbewerb, sondern Spiel, Spaß und Motivation. Die „Tatze“ soll Kinder zur Mitarbeit ermutigen, den Betreuenden neue Impulse für Gruppenstunden geben und zugleich zeigen, wie lebendig die Arbeit der Kindergruppen in den Freiwilligen Feuerwehren nach innen und außen wirkt.
Gemeindejugendwartin Michaela Wißner begrüßte die Kinder mit ihren Betreuenden und Helfenden sowie Vertreter aus Feuerwehr und Kommune. Mit dabei waren vom Team der Gemeindebrandinspektion Bernd Wißner und Marco Knöß, die 1. Beigeordnete Jutta Schütt-Frank, Frank Wingefeld aus dem Jugendbereich auf Kreisebene sowie der stellvertretende Gemeindejugendwart Marco Puchowski.
Teilgenommen hatten die Kinderfeuerwehren aus Flensungen, Nieder-Ohmen, Ruppertenrod, Ober-Ohmen, Sellnrod, Höckersdorf und Atzenhain. Und wer glaubte, dass es bei der „Tatze“ nur um ein Abzeichen gehe, wurde schnell eines Besseren belehrt. Denn für den Feuerwehrnachwuchs gab es einiges zu tun: Feuerwehrknoten gehörten für alle Stufen dazu, während die Aufgaben mit jeder Stufe anspruchsvoller wurden. Stufe 1 richtete sich an Kinder bis sechs Jahre, Stufe 2 bis sieben Jahre, Stufe 3 bis acht Jahre und Stufe 4 bis neun Jahre.
Die Zahlen zeigten, wie breit die Kinderfeuerwehrarbeit in Mücke inzwischen aufgestellt ist: 23 Kinder absolvierten die Stufe 1, 24 Kinder die Stufe 2, 13 Kinder die Stufe 3 und 20 Kinder die Stufe 4.
Ein besonderer Blickfang war auch in diesem Jahr der Kreativ- und Sozialteil. Hier zeigten die Kinderfeuerwehren, dass Feuerwehrnachwuchs nicht nur Blaulicht und Technik bedeutet, sondern auch Fantasie, Fürsorge und Gemeinsinn. Die Kinder aus Ober-Ohmen präsentierten Bilder von ihrem Einsatz im Ort: Sie hatten Ecken gefegt und Unkraut gejätet. In Höckersdorf sammelten die Kinder im Dorf Geld, um eine Patenschaft für den Steppenfuchs im Vogelpark Schotten zu übernehmen. Die Kinderfeuerwehr Sellnrod überraschte zu Ostern alle Menschen über 80 Jahre mit einem Präsent, guten Wünschen und einem bunten Osterei. In Flensungen entstanden liebevoll gestaltete Knotenmännchen, die an die Gruppen verteilt wurden. Nieder-Ohmen brachte Bewegung auf das Gelände: Dort wurde der Schlauch geschwungen, zu Feuerwehrmusik getanzt und rhythmisch gezeigt, wie viel Freude in der Nachwuchsarbeit steckt. Dafür gab es reichlich Applaus. Die Atzenhainer Kinder bepflanzten ihr Hochbeet aus dem vergangenen Jahr neu und fertigten aus Milchtüten kleine Blumenvasen. In Ruppertenrod wurde der Feenwald auf dem Geiseberg neu gestaltet, gereinigt und mit selbst gebauten Feen geschmückt.
Auch die Erste Beigeordnete Jutta Schütt-Frank zeigte sich beeindruckt von den kreativen Ideen und dem bunten Miteinander. Für alle Kinder gab es einen Ausweis für das Kinderfeuerwehrabzeichen sowie den jeweiligen Pin zum Anstecken. Damit wurde aus dem Vormittag nicht nur ein schöner Termin im Kalender, sondern für viele Kinder auch ein sichtbares Zeichen: Ich gehöre dazu.
Gemeindejugendwartin Michaela Wißner dankte der Feuerwehr Atzenhain für die Ausrichtung der „Tatze“. Ein besonderer Dank galt zudem den Wehren, die die Veranstaltung unterstützten, obwohl sie selbst keine eigene Kinderfeuerwehr haben. Gerade dieser Zusammenhalt mache deutlich, wie sehr die Kinderfeuerwehrarbeit in Mücke von gemeinsamer Verantwortung getragen werde. Trotz eigener großer Baustellen habe die Atzenhainer Feuerwehr die Veranstaltung gemeistert und „gewuppt“, wie Wißner anerkennend hervorhob.
Wie es in Atzenhain Tradition ist, durfte auch ein besonderer Nistkasten nicht fehlen. Dafür ging ein Dank an den Spender.
Bei Würstchen, Gruppenbild und der anschließenden Übergabe der Auszeichnungen klang der Vormittag aus. Am Ende blieb der Eindruck einer Veranstaltung, bei der jedes Kind seinen Platz gefunden hatte. Und vielleicht ist genau das die schönste Botschaft dieses Tages: Bei der Kinderfeuerwehr zählt nicht nur, wer eine Aufgabe richtig löst. Es zählt, dass Kinder lernen, gemeinsam anzupacken, Verantwortung zu übernehmen und mit Freude Teil einer starken Gemeinschaft zu sein. An diesem Samstag in Atzenhain waren deshalb alle Kinder Sieger.
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