
Austausch über medizinische Versorgung, Ehrenamt, Infrastruktur und kommunalpolitische Zusammenarbeit im Vorfeld der Kommunalwahl.FWG Feldatal im Gespräch mit Ortsvorsteher Arnold Hacke über Zukunftsperspektiven für Groß-Felda
FELDATAL (ol). Im Vorfeld der Kommunalwahl führt die FWG Feldatal Gespräche mit den Ortsvorstehern der Gemeinde. In Groß-Felda tauschten sich Markus Schwalm und Lasse Schlosser mit Ortsvorsteher Arnold Hacke über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven aus. Im Mittelpunkt standen die Sicherung der medizinischen Versorgung, die Stärkung des Ehrenamts sowie infrastrukturelle Projekte im Ort. Zudem ging es um finanzpolitische Fragen und die zukünftige Rolle der Ortsteile in der kommunalpolitischen Arbeit.
Im Vorfeld der Kommunalwahl führt die FWG Feldatal Gespräche mit den Ortsvorstehern der Großgemeinde, um Bedarfe, Herausforderungen und Perspektiven in den einzelnen Ortsteilen zu ermitteln, berichtet die FWG Feldatal in einer Pressemitteilung. Für Groß-Felda stand Ortsvorsteher Arnold Hacke den FWG-Vertretern Markus Schwalm und Lasse Schlosser Rede und Antwort.
Infrastruktur sichern – medizinische Versorgung im Fokus
Zu Beginn des Gesprächs wurde nach dem besonderen Charakter Groß-Feldas gefragt. Arnold Hacke betonte die zentrale Rolle des Ortes innerhalb der Gemeinde. Groß-Felda sei infrastrukturell gut aufgestellt und bilde den Mittelpunkt der Kommune. Diesen Status gelte es nicht nur zu bewahren, sondern weiter auszubauen.
Mit Nachdruck verwies Hacke auf die Sicherung der medizinischen Versorgung. Vor dem Hintergrund der angekündigten Schließung der Praxis Harlfinger sowie der absehbaren Aufgabe der hausärztlichen Tätigkeit weiterer Ärzte bestehe dringender Handlungsbedarf. Auch für die Apotheke, deren Inhaber eine Nachfolge suche, müsse zeitnah eine Lösung gefunden werden. Der Erhalt des Bauernmarktes sowie die Förderung von Gaststätten und Kleingewerbe seien weitere zentrale Anliegen.
Handlungsbedarf bei Nachfolgeregelungen und Gastronomie
Als größten aktuellen Handlungsbedarf bezeichnete Hacke erneut die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und die Nachfolgesuche für die Apotheke. Auch im Bereich der Gastronomie sieht er ungenutztes Potenzial. Insgesamt sei Groß-Felda derzeit jedoch solide aufgestellt.
Bilanz der Amtszeit: Infrastruktur und Eigenleistung
Mit Blick auf seine bisherige Amtszeit verwies Hacke auf mehrere umgesetzte Projekte. Als größtes Vorhaben nannte er die fachliche Begleitung des Straßenausbaus in der Pfingstweide. Darüber hinaus wurden Pflasterarbeiten am Friedhof in Eigenleistung durchgeführt, ein Windschutz gestrichen sowie das Backhaus in der Pfingstweide saniert und optisch aufgewertet. Auch der Backofen des Backhauses „Schnepfenhain“ wurde erneuert. In der Feldahalle wurden der Boden sowie die Heizungsanlage ausgetauscht. Die geplante Renovierung der Friedhofsmauer hingegen konnte bislang nicht umgesetzt werden.
Kommunikation mit dem Rathaus
Zur Frage, wie die Anliegen der Bürger im Rathaus Gehör finden, hob Hacke die Bedeutung des direkten Kontakts mit dem Bürgermeister hervor. Terminvereinbarungen seien in der Regel schriftlich im Vorfeld erforderlich und gestalteten sich teilweise schwierig. Komme ein Termin zustande, funktioniere die Abstimmung jedoch gut, wenngleich häufig auf Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung verwiesen werde.
Kommunalpolitik ohne Fraktionszwang
Deutlich sprach sich Hacke für eine sachorientierte Kommunalpolitik ohne parteipolitische Zwänge aus. Auf kommunaler Ebene solle Parteipolitik keine dominierende Rolle spielen. Idealerweise arbeiteten alle 15 Gemeindevertreter konstruktiv in einer Gemeinschaftsliste zusammen. Einen Fraktionszwang halte er für wenig zielführend. Positiv bewertete er in diesem Zusammenhang die Arbeitsweise der FWG, in der eine freie Abstimmung ohne Fraktionsbindung möglich sei.
Ehrenamt stärken und Nachwuchs fördern
Das Ehrenamt bezeichnete Hacke als unverzichtbare Grundlage des Gemeindelebens. Zwar werde dessen Bedeutung häufig betont, in der Praxis nehme jedoch die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung ab. Auch die Unterstützung aus der Bevölkerung gehe zurück. Die Streichung der musikalischen Früherziehung in der Schule wirke sich negativ auf den Nachwuchs von Vereinen wie Posaunenchor und Spielmannszug aus. Hier müsse gezielt gegengesteuert und ehrenamtliches Engagement stärker gefördert werden.
Prioritäten setzen bei knappen Mitteln
Als Ortsvorsteher verfüge er über keine eigenen finanziellen Mittel, erläuterte Hacke. Daher sei es notwendig, Prioritäten klar zu benennen und Projekte sachlich zu begründen, um auf Gemeindeebene Berücksichtigung zu finden.
Blick nach vorn: Jugend, Transparenz und stärkere Einbindung
Für die kommende Wahlperiode kündigte Hacke an, nicht erneut für das Amt des Ortsvorstehers zu kandidieren. Unabhängig davon wünsche er sich die Realisierung eines Pumptracks für die Jugend sowie die Sanierung der Friedhofsmauer. Hier könne sich die FWG aktiv einbringen.
Zudem regte er an, den Ortsbeirat künftig stärker in wichtige Entscheidungen einzubinden. In den vergangenen Jahren sei dies nur unzureichend geschehen. Auch die Protokolle der Gemeindevertretersitzungen sollten aus seiner Sicht ausführlicher und informativer gestaltet werden.
Kommunalpolitische Erfahrung und hohe Wahlbeteiligung
Grundsätzlich würde Hacke eine Gemeinschaftsliste in Feldatal begrüßen. Der FWG bescheinigte er im Vergleich zur Bürgerliste eine langjährige kommunalpolitische Erfahrung, die er als Vorteil betrachte.
Von den Bürgerinnen und Bürgern wünsche er sich eine hohe Wahlbeteiligung: Jede Stimme sei entscheidend für die Zukunft der Gemeinde.
Finanzpolitische Weichenstellungen
Mit Blick auf Bürgermeister und Gemeindevertreter sprach sich Hacke für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge aus. Gleichzeitig müsse ein ausgeglichener Haushalt angestrebt werden. Dabei dürfe nicht ausschließlich über Steuererhöhungen nachgedacht werden; auch Ausgaben und Personalsituation seien kritisch zu prüfen. Mittelfristig könne ein ehrenamtlicher Bürgermeister zur finanziellen Entlastung beitragen.
Darüber hinaus erwarte er Unterstützung bei der Gewinnung neuer Ärzte und bei der Sicherung der Apotheke. Die Chancen zusätzlicher Einnahmen durch den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere Windkraft und Freiflächensolaranlagen – sollten konsequent genutzt werden.
Mit der Interviewreihe setzt die FWG Feldatal ihren Austausch mit den Ortsteilen fort, um konkrete Anliegen aufzunehmen und in die kommunalpolitische Arbeit der kommenden Wahlperiode einfließen zu lassen.
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