
Vollalarm für Alsfelder Einsatzkräfte - Keine Verletzen gemeldetGroßbrand bei Boomex in Alsfeld: Polizei schätzt Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro
ALSFELD (ol). Der Großbrand, der am Dienstagmorgen beim Anzünder-Hersteller Boomex ausbrach, ist mittlerweile laut Feuerwehr unter Kontrolle. Verletzt wurde offenbar niemand. Die Brandursache ist derzeit laut Polizei noch unklar.
Am Dienstagmorgen ist ein Großbrand auf dem Betriebsgelände der Firma Boomex in der Jahnstraße ausgebrochen. Bei den betroffenen Gebäuden handelt es sich um eine Produktionshalle des Herstellers von Grill- und Feueranzündern.
Über der Stadt waren schon von Weitem große, dunkle Rauchschwaden zu sehen. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor giftigen Gasen. Im Laufe des Tages hieß es schließlich, der Brand sei unter Kontrolle.
Wie die Polizei am Abend mitteilte, wurde die Leitstelle durch den Notruf eines Mitarbeiters sowie die Brandmeldeanlage informiert. „Beim Eintreffen der Feuerwehr stand bereits ein Drittel der Halle, in der vorwiegend Grillanzünder lagerten, in
Vollbrand“, so die Beamten. Die Mitarbeiter der Firma konnten sich wohl alle rechtzeitig in Sicherheit bringen, Berichte über Verletzte gibt es nicht.
„Die betroffene Lagerhalle wurde durch das Feuer erheblich beschädigt. Der entstandene Sachschaden wird nach ersten vorläufigen Schätzungen im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich beziffert“, schreibt die Polizei.
Bereits auf der Anfahrt sei das Ausmaß des Brandes durch die massive Rauchentwicklung erkennbar gewesen, sagte Alsfelds Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer. Ein zentrales Problem stellte die Wasserversorgung dar. „Das Hydrantennetz war nicht ausreichend. Wir mussten mehrere Schlauchleitungen aus offenen Gewässern legen, um genug Löschwasser zur Verfügung zu haben“, so der Stadtbrandinspektor.
Durch die aufwendigen Lösch- und Bergungsarbeiten kam es im Bereich der Einsatzstelle zu Verkehrsbehinderungen. Im Verlauf der Maßnahmen war die Grünberger Straße (B 49) für die Dauer von circa 3 Stunden vollgesperrt.
Neben Einsatz- und Rettungskräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst waren auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk an der Brandstelle im Einsatz. Nachlöscharbeiten der Feuerwehr dauern an, wohl noch den ganzen Silvestertag. Die Kriminalpolizei ermittelt nun die Brandursache.
Auch Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und lobte das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte. „Die Feuerwehr hat zunächst die umliegenden Wohngebäude und das Wohngebiet geschützt. Danach lief ein großer Löscheinsatz mit über 150 Einsatzkräften aus Alsfeld und benachbarten Kommunen wie Lauterbach und Neukirchen“, sagte Paule.
Landrat Jens Mischak sagte, die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren aus Alsfeld und den umliegenden Städten und Gemeinden habe reibungslos funktioniert. „Auch Vertreter des Innenministeriums und des Regierungspräsidiums waren vor Ort. In der Lagebesprechung wurde deutlich, dass hier alle sehr gut zusammengearbeitet haben. Das zeigt, dass unsere Rettungssysteme funktionieren“, so der Landrat. Zu möglichen Folgen für Arbeitsplätze oder zur genauen Brandursache konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden.
Erinnerung an den Großbrand von 2013
Der aktuelle Brand erinnert an den Großbrand von 2013 auf dem Bückinggelände, als ein verheerendes Feuer in einer Lagerhalle für Grillanzünder und Feuerwerksköroer ausgebrochen war. Tagelang kämpften über 100 Feuerwehrleute mehrerer Feuerwehren gegen die Flammen. Mehrere Einsatzkräfte wurden verletzt, der Feuerwehrmann Mathis Kruse geriet bei den Löscharbeiten gar in Lebensgefahr. Es dauerte Wochen, bis die letzten Glutnester gelöscht waren. Die Brandursache in der Lagerhalle für mehrere Firmen ist nie ermittelt worne, weil die Schäden zu groß und flächig ausfielen.
Bei Boomex in Essen brannte es auch schonmal
Bei dem Grillanzünder-Hersteller Boomex hat es auch 2019 bereits einen großen Brand gegeben: Am Stammsitz in Essen brannte eine Lagerhalle vollständig ab, auch dort kämpften Feuerwehrleute mehrere Tage gegen die Flammen.
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