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Fokus auf Corona-PandemieGründung des Pflegenetzwerks Vogelsbergkreis wird verschoben

VOGELSBERG (ol). Am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflegenden, sollte eigentlich das Pflegenetzwerk Vogelsbergkreis aus der Taufe gehoben werden. Für etwa 30 Partner aus dem Vogelsbergkreis soll das Netzwerk eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Kooperation werden. Durch die Corona-Pandemie wird die Gründung allerdings verschoben.

„In unserer Region macht sich der Fachkräftemangel in Pflege- und Gesundheitsberufen bemerkbar. Das Pflegenetzwerk soll eine Initialzündung sein. Für mehr Kooperation und kürzere Wege zwischen den Akteuren im Gesundheits- und Pflegesektor“, sagt Landrat Manfred Görig in der Pressemitteilung der Kreises. „Es gilt, neue Ideen, pragmatische Lösungen und Zusammenarbeit, die auf ein gemeinsames Ziel, nämlich gutes Leben, auch im Alter, ausgerichtet ist, gemeinsam zu stemmen.“

Eigentlich sollte – pünktlich zum 200. Geburtstag von Florence Nightingale, einer britischen Krankenschwester, die als Vordenkerin der modernen Pflege gilt – das Netzwerk an den Start gehen. Auf Initiative der Arbeitsgruppe „Pflege im Vogelsbergkreis“, angesiedelt im Handlungsfeld Pflege des Bündnisses für Familie, wurden seit Dezember vergangenen Jahres die Weichen für das Netzwerk gestellt. Neben dem seit Jahresbeginn in Kraft getretenen Pflegeberufereformgesetz waren unter anderem Fragen nach den Beteiligten im Pflegenetzwerk, den Zielen, dem Zweck und weiteren relevanten Themen von Bedeutung

Neben Vertretern ambulanter und Pflegedienste, von Senioreneinrichtungen, von Krankenhäusern, der Pflegeakademie, der Agentur für Arbeit, des Pflegestützpunktes und der Fachstelle „Gesundheitliche Versorgung“ des Vogelsbergkreises waren auch Vertreterinnen und Vertreter weiterer Betreuungseinrichtungen aus dem Kreisgebiet bei den Vorbereitungstreffen involviert.

Wann das Netzwerk formell gegründet wird, steht noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass das Netzwerk bald seine Arbeit aufnimmt, um die Zukunft der Pflege im Vogelsbergkreis mitzugestalten.

Ein Gedanke zu “Gründung des Pflegenetzwerks Vogelsbergkreis wird verschoben

  1. Voll erhebender Gefühle / Steh’n wir auf von dem Gestühle…

    Und gedenken im Angesicht des „Tags der Pflegenden“ und „pünktlich zum 200. Geburtstag von [Pflege-Vorkämpferin] Florence Nightingale“ kraftvoll der Verpflichtung, „gutes Leben, auch im Alter […], gemeinsam zu stemmen.“
    Da hätten wir – zumindest auf dem Gebiet kraftvoller Ankündigungen – das Pflege-Problem fast schon gelöst; und zwar ebenso elegant wie zuvor schon das von Wegzug und Braindrain, Abgehängtwerden als ländliche Region, falschem (nämlich schlechtem) Image, Nachwuchsmangel, Demenz etc. pp.
    Eigentlich müsste der gesamte Vogelsberg im Lichte der Leuchtturm-Projekte erstrahlen wie sonst nur die besonders ausgedehnten Windenergie-Parks im nächtlichen Rotlicht. Doch nicht nur vor der Hacke ist es dunkel, wie der Bergmann sagt. Schwarz war in der Vergangenheit oft auch die Rhetorik, wenn es darum ging, potemkinsche Einzelprojekte als flächendeckende Versorgungsstrukturen zu verkaufen oder rein mit dem Mittel der PR-Arbeit das gute Leben durch gute Laune zu ersetzen.
    Jetzt also der Start des schon länger angekündigten Pflegenetzwerks für das gute Leben im Alter, dessen „Initialzündung“ allerdings – schade, schade, schade – aus Pandemiegründen verschoben werden muss. Aber verschoben ist ja nicht aufgehoben, und wo nichts ist, kann man es sich ja trotzdem ausmalen und wenigstens mal drüber reden. Wenn das nur nicht so ungute Erinnerungen wecken würde. Vor Jahren stand der Vogelsberg unter dem Schutzschirm für kommunale Habenichtse. Da war’s dem Känguru als inoffiziellem Wappentier aus der Kreispressestelle leicht um’s Herz und um den leeren Beutel, mit dem man – rein rhetorisch natürlich – um so größere (gedankliche) Sprünge vollführte. Zeit der blumigen Selbstdarstellung (www.vogelsberg.de), der Plakatwände an der Autobahn und der Vogelsberg-Consult, die – von allerlei Förderprogrammen künstlich beatmet – plante, was in Zukunft kommen sollt. Und immer gerade so lange blühte und gedieh, bis die Anschubfinanzierung aufgebraucht war.
    Und nun also – im Angesicht von Corona, Pleitewelle und Gewerbesteuer-Schwund – der nächste Hochsprung-Wettbewerb mit dem Ziel eines guten Lebens im Alter.
    Doch die Älteren unter uns erinnern sich: Das Narrativ vom „guten Leben“ ist so neu und unverbraucht nicht, wie man jetzt den Anschein erweckt (siehe https://www.oberhessen-live.de/2017/09/09/im-vogelsberg-laesst-es-sich-auch-im-alter-gut-leben/).
    Die Weichen wurden heut gestellt / Erst morgen retten wir die Welt!
    Dank umfangreicher Vorbereitung / Mit weit’ren Themen von Bedeutung
    Doch der Erfolg dank kluger Leitung / Steht heute schon in jeder Zeitung.

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