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„Dickdarmkrebs erfolgreich bekämpfen“: Dr. Lancee referiert im Rahmen der Krankenhaus-VortragsreiheWenig Aufwand – jahrelange Sicherheit

ALSFELD (ol). Bei Darmkrebsoperationen biete das Alsfelder Krankenhaus eine sehr gute Qualität, sagte Chefarzt Dr. Steffen Lancee. Er habe schon viele solcher Operationen durchgeführt und mit ihm hatte der Förderverein des Krankenhauses somit einen wahren Experten für den jüngsten Vortragsabend gewinnen können, schließlich ging es um das Thema „Dickdarmkrebs erfolgreich bekämpfen“.

65.000 Neuerkrankungen gebe es laut Pressemitteilung in Deutschland pro Jahr, führte Lancee aus. 26.000 Menschen würden pro Jahr an Darmkrebs sterben. Wie das verhindert werden könne, dazu gebe es eine ganze Reihe von Empfehlungen. Der Chefarzt riet, auf die Ernährung zu achten, nicht zu rauchen, Übergewicht zu vermeiden, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen und sich regelmäßig zu bewegen „Wenn sie diese Sachen beachten, dann können Sie vorbeugen“, sagte der Allgemein- und Viszeral-Chirurg.

Stammbaumanalyse und Früherkennungsuntersuchungen

Indes: Es gebe Familien, in denen Darmkrebs – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – vermehrt auftrete. Lancee habe in diesem Fall eine Stammbaum-Analyse und natürlich Früherkennungsuntersuchungen empfohlen. Generell gelte: Ab 55 solle man eine Darmspiegelung vornehmen lassen. „Gute Vorsorge kann man inzwischen ambulant machen lassen. Mit modernen Medikamenten kann eine Darmspiegelung schonend und mit geringen Beschwerden durchgeführt werden“, sagte der Chirurg.

Wie wichtig die sei, das machte er am Beispiel Schweden fest: Dort sei Vorsorge Pflicht, die „Anzahl der Krebserkrankungen ist seitdem massiv zurückgegangen“. Denn durch Vorsorge werden die noch harmlosen Polypen, die später einen Krebs auslösen könnten, entdeckt und abgetragen. „Mit wenig Aufwand haben Sie für Jahre Sicherheit“, sagte der Chefarzt. Nach einer Spiegelung habe man zehn Jahre Ruhe. Komme es doch zu einer Krebsdiagnose, sei das nicht das Ende des Lebens, machte Lancee Mut. „Ein Siechtum gibt es beim Darmkrebs eigentlich nicht.“

Personenbezogene Medizin

Entscheidend sei das Stadium der Erkrankung. Krebs, der im Frühstadium entdeckt werden, lasse sich gut therapieren. Jeder Fall, der im Alsfelder Krankenhaus behandelt werde, werde übrigens mit anderen Ärzten – auch aus anderen Kliniken – besprochen. Tumor-Board nennt sich diese Konferenz, in der die Ärzte gemeinsam beraten, wie der Patient therapiert wird. „Es gibt heute personenbezogene Medizin“, machte Lancee deutlich. Die Zeiten, in denen jeder dieselbe Chemo bekam, seien vorbei. Sie würden versuchen mit allen Daten, die gesammelt werden, die beste Medizin für den Patienten zu finden.

Zum Abschluss seines Vortrags habe Dr. Steffen Lancee einen Blick in die Zukunft geworfen: „Durch die Digitalisierung wird es so viele Hilfsassistenten geben, dass unsere Arbeit noch genauer werden wird.“ Aber: „Der Roboter allein kann den Arzt nicht ersetzen.“

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