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Kommunalwahlen am 15. MärzKreistagswahl: Fünf Fragen an die SPD

VOGELSBERGKREIS (jal). Demnächst wird ein neuer Kreistag gewählt. Insgesamt sind zehn Listenvorschläge von Parteien und Gruppierungen vorgeschlagen, die ins Kreisparlament einziehen wollen. OL hat Ihnen allen fünf Fragen gestellt. Heute antwortet: die SPD.

Um bestmögliche Vergleichbarkeit zu erlangen, hat OL allen Listen dieselben fünf Fragen gestellt. Nicht alle Adressierten haben geantwortet. Die Antworten, die wir erhalten haben, veröffentlichen wir in der Reihenfolge des Eingangs. Alle Artikel zur Kreistagswahl finden Sie hier.

So antwortet die SPD:

Frage 1: Wie wollen Sie konkret dazu beitragen, dass der Vogelsbergkreis als ländlicher Raum attraktiv bleibt – für junge Menschen und Familien, ganz genauso wie für Alte?

„Heimat mit Zukunft“ ist unsere Idee für den Vogelsberg. Eine Region, die lebendig, gerecht und voller Chancen ist, wo man jung sein und alt werden kann. Einfach ein Ort, an dem man gerne lebt – heute und morgen. Um das zu erreichen, wollen wir klare Prioritäten setzen und uns um die Dinge kümmern, die den Vogelsberginnen und Vogelsbergern wichtig sind und die ihren Alltag einfacher und besser machen:

Starke Schulen für schlaue Köpfe. Eine zuverlässige Ganztagsbetreuung für Familie und Beruf. Einen wirtschaftsstarken Vogelsberg für sichere Jobs. Einen besseren ÖPNV für mehr Mobilität. Mehr Ehrenamt, Sport, Kultur, Inklusion und Teilhabe für echten Zusammenhalt. Eine moderne Infrastruktur für eine gute Zukunft. Wohnortnahe Medizin und Pflege für eine sichere Versorgung. Mehr Wohnungen für ein bezahlbares Zuhause. Erneuerbare Energien für das Klima und bezahlbare Strompreise. Eine digitale Verwaltung für weniger Bürokratie.

Frage 2: Was ließe sich aus dem Kreistag heraus für den Wirtschaftsstandort Vogelsberg verbessern, damit Unternehmen hierbleiben und sich neu ansiedeln?

Wir wollen, dass Menschen im Vogelsberg sichere Arbeitsplätze haben. Deshalb setzen wir auf eine Politik, die Wachstum schafft. Mit zukunftsfähiger Infrastruktur, starken Berufsschulen für die Fachkräfte von morgen, einer verlässlichen Ganztagsbetreuung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, guten Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten, Glasfaser und Mobilfunk in jedem Ort, ausreichend Gewerbeflächen sowie einer digitalen Kreisverwaltung, die Dinge möglich macht und sich als Partner der Wirtschaft versteht. Mit diesem Gesamtpaket machen wir den Vogelsberg auch für Unternehmen und die benötigten Fachkräfte attraktiver.

Frage 3: Eine gute, wohnortnahe, medizinische Versorgung ist vielen Menschen wichtig. Wie wollen Sie das im Vogelsbergkreis gewährleisten?

Wir wollen sicherstellen, dass die Wege zum Hausarzt oder zur Apotheke nicht immer länger werden. Medizinische Versorgung und Pflegeangebote müssen erreichbar bleiben, nicht nur auf dem Papier, sondern direkt vor der Haustür. Damit das gelingt, werden wir weiterhin nicht nur bereits im Vogelsbergkreis tätige Ärztinnen und Ärzte unterstützen, sondern auch gezielt medizinischen Nachwuchs fördern und anwerben. Gute Ansätze wie das kreiseigene Stipendienprogramm für Medizinstudierende, die Kooperation mit Universitäten, den Weiterbildungsverbund und die Fachstelle gesundheitliche Versorgung wollen wir fortführen und weiterentwickeln.

Dort, wo sich trotz allem keine selbstständig tätigen Ärztinnen und Ärzte mehr finden, ist die Erweiterung des bestehenden, vom Landkreis mit betriebenen kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), eine mögliche Option. Zudem ist der Neubau des Kreiskrankenhauses in Alsfeld ein starkes Signal für die Zukunft, denn er sichert das Krankenhaus als einen Eckpfeiler der medizinischen Versorgung und als Arbeitgeber für rund 600 Menschen. Für eine kreisweit gutes Versorgung ist auch zukünftig die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern in Lauterbach und Schotten wichtig.

Frage 4: Wie beurteilen Sie die aktuelle finanzielle Situation des Vogelsbergkreises, welche Prioritäten wollen Sie im zukünftigen Haushalt setzen, wo muss gespart werden?

Damit der Landkreis in Zukunft investieren kann und zudem die Städte und Gemeinden, in denen das Leben stattfindet, nicht finanziell ausbluten, setzen wir klare Prioritäten und heben Einsparpotenziale. Wir wollen, dass Verwaltungsaufgaben effizienter erledigt werden und die, für die es keinen Bedarf mehr gibt, ganz wegfallen. So und mit der weiteren Digitalisierung der Verwaltung schaffen wir Luft im Haushalt. Gleichzeitig werden wir gegenüber Land und Bund deutlich einfordern: Wer Aufgaben bestellt, muss sie auch bezahlen. Sparen ja, aber mit Augenmaß und dort, wo Bürokratie den Fortschritt bremst, nicht dort, wo die Bürger es spüren.

Frage 5: Wie wollen Sie den ÖPNV im Vogelsbergkreis verbessern und welche Priorität hat eine solche Reform für Sie im Vergleich zu Straßenausbauprojekten?

Mehr Bus, mehr Bahn, mehr Möglichkeiten – wir wollen den ÖPNV besser machen. Damit das gelingt, soll der Vogelsbergkreis eine geförderte Modellregion für einen ländlichen ÖPNV werden. Ideen wie Mitfahr-Apps, On-Demand-Verkehre oder die Vernetzung bestehender Angebote können so ausprobiert werden. Auch machen wir Druck beim Ausbau der Vogelsbergbahn, inklusive der Reaktivierung der Haltestellen in Schwalmtal und Wallenrod und wollen, dass das Schnellbus-Angebot des RMV (X-Linien), das es bisher in Alsfeld und Schotten gibt, auch auf andere Kreisteile ausgeweitet wird. Gute Mobilität ist Lebensqualität. Deshalb wollen wir mehr in unsere Kreisstraßen investieren und für sichere Radwege sorgen. Unser Ziel: Sicher und bequem ans Ziel kommen, egal ob jung oder alt.

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