
Kommunalwahlen am 15. MärzKreistagswahl: Fünf Fragen an die VELI-WS
VOGELSBERGKREIS (jal). Demnächst wird ein neuer Kreistag gewählt. Insgesamt sind zehn Listenvorschläge von Parteien und Gruppierungen vorgeschlagen, die ins Kreisparlament einziehen wollen. OL hat Ihnen allen fünf Fragen gestellt. Heute antwortet: die VELI-WS.
Um bestmögliche Vergleichbarkeit zu erlangen, hat OL allen Listen dieselben fünf Fragen gestellt. Nicht alle Adressierten haben geantwortet. Die Antworten, die wir erhalten haben, veröffentlichen wir in der Reihenfolge des Eingangs. Alle Artikel zur Kreistagswahl finden Sie hier.
So hat Unabhängige Vogelsberger Energie- und Landinitiative- Wärme/Wasser/Strom (VELI-WS) geantwortet
Frage 1: Wie wollen Sie konkret dazu beitragen, dass der Vogelsbergkreis als ländlicher Raum attraktiv bleibt – für junge Menschen und Familien, ganz genauso wie für Alte?
In erster Linie durch einen sehr niedrigen, regionalen Strompreis im Vogelsbergkreis. Zum Beispiel in Feldheim nur 12 Cent Brutto/ kWh Strom. Die OVAG ist zu 100% kommunaleigen. An Berufsschulen möglichst viel Berufe beschulen und mit FREUDE lernen. Landesfachklassen in den Vogelsbergkreis und dadurch weniger Verkehr in die Städte. Internet Knotenpunkte nach Mittelhessen oder auch in den zentralen Vogelsbergkreis. Die Knotenpunkte sind alle im Großraum Ffm und Hanau mit jetzt 5 Stück. Rechenzentren in den VB- Kreis zur Abwärmenutzung, weil hier der Stromüberschuss vorhanden ist.
Genau so die zukünftigen Wasserstofferzeugungsanlagen in den Vogelsbergkreis zur Abwärmenutzung und den Wasserstoff dann dem Erdgasnetz beimischen. Unternehmen mit vielen Arbeitskräften unterstützen, aber keine Lagerhallen mit Roboteranlagen und viel mehr Straßenverkehr.
Frage 2: Was ließe sich aus dem Kreistag heraus für den Wirtschaftsstandort Vogelsberg verbessern, damit Unternehmen hierbleiben und sich neu ansiedeln?
Siehe 1. Frage und wir brauchen dezentrale Erzeugung und Speicher (10 kWh pro Haushalt) am Ortstrafo. Kleine Genossenschaften sollen Wärme und Strom managen. Da wir zehnmal mehr Strom erzeugen als verbrauchen, muss der Preis um 50 % sinken – Vorbild ist Feldheim (Brutto 12 Cent/kWh). Wärmepumpen werden so erst wirtschaftlich. Wir fordern Quartierslösungen mit Eigenstromverbrauch nach EU-Recht.
Wasserlieferungen nach Frankfurt sind einzuschränken; wir fordern 50 Cent Aufschlag pro m³ und eine Zweileitungspflicht (Trink-/Brauchwasser) bei Neubauten sowie konsequente Abwassertrennung in Regenwasser und Abwasser. In Berlin muss das Regenwasser am Grundstück versickern. Kein Abwasseranschluss für Regenwasser.
Frage 3: Eine gute, wohnortnahe, medizinische Versorgung ist vielen Menschen wichtig. Wie wollen Sie das im Vogelsbergkreis gewährleisten?
Das Krankenhaus ist lebenswichtig, inklusive einer neuen Geburtenstation. Der ärztliche Bereitschaftsdienst gehört in den Neubau integriert. Wir müssen Bürokratie für Praxen abbauen und junge Ärzte bei der Gründung von Gemeinschaftspraxen unterstützen. Nach dem Studium sollten zwei Pflichtjahre im ländlichen Raum folgen. Essentiell sind Kitas und Bauplätze für Fachkräfte – in Romrod fehlt beides.
Zudem fordern wir fünf Jahre Steuerentlastung nach Praxisübernahme. Gemäß Hessischer Verfassung müssen überall gleiche Lebensbedingungen herrschen, egal ob Stadt oder Land. In Romrod erhält eine junge Ärztin keinen Kita Platz.
Frage 4: Wie beurteilen Sie die aktuelle finanzielle Situation des Vogelsbergkreises, welche Prioritäten wollen Sie im zukünftigen Haushalt setzen, wo muss gespart werden?
Die Kreis- Verwaltung in LAT wuchs in 10 Jahren von 400 auf 1060 Stellen – das ist zu viel. Es ist jetzt 1% der Bevölkerung im VB- Kreis. Wir fordern einen Einstellungsstopp und den Wechsel von teurer US-Software auf kostenlose Lösungen wie LibreOffice und Ubuntu. Alle kommunalen Dächer müssen Solar mit Speicher erhalten. Windkraftpachten von 100.000 €/Jahr und pro Windrad müssen direkt den Kommunen zugutekommen. Statt großer Gaskraftwerke setzen wir auf dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur Stromnetzstabilisierung und Abwärmenutzung (z.B. Hallenbäder, Betriebe und kleine Genossenschaften), um die Unterhaltungskosten für Städte und Gemeinden massiv zu senken.
Das Land zum Windradbauen muss der Kommune gehören oder in Erbpacht übertragen werden. Vom Windrad muss eine Stromleitung direkt in den Ort gehen mit einem Akku Container für 10 kWh/ Haushalt im Ort. Der erzeugte Strom muss zuerst vor Ort verbraucht werden. Nicht erst mal ins Fernleitungsnetz und dann zurück in den Ort, wo sich die Netzbetreiber erst mal die Finger drin waschen.
Frage 5: Wie wollen Sie den ÖPNV im Vogelsbergkreis verbessern und welche Priorität hat eine solche Reform für Sie im Vergleich zu Straßenausbauprojekten?
Der RMV braucht ein Zeitsystem: 3 € für 90 Minuten, ohne Tarif-Dschungel und ohne Nummerneingabe zum Fahrziel. Die aktuellen Preise (z. B. 23 € für ein Familienticket nach Fulda) benachteiligen den ländlichen Raum massiv. Wir fordern die Elektrifizierung aller Verkehrsmittel und mehr Anruftaxis mit Anschlussgarantie. Zur Sicherheit: Zebrastreifen oder rote Markierungen an allen Kreiseln, Radmarkierungen wie in Treysa und angeschraubte Schweller in Spielstraßen (z. B. Romrod).
Mehr Zebrastreifen innerorts, wie in Stockhausen, erhöhen den Schutz für Fußgänger und beenden die Benachteiligung unserer Bürger. Einfach einsteigen und Mitfahren mit der Zeitkarte. Nach Ffm kostet die einfache Fahrt jetzt 20,50€, nach Fulda und Gießen jeweils 11€. Die Ausnutzung des VB- Kreis muss beendet werden. Die Tageskarte in Ffm kostet ca. 7€
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