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Kolumne von Mario Eichenauer, Aurum Vermögensmanagement GmbHCrash an den Edelmetall-Märkten

ALSFELD (ol). Nach starken Kursgewinnen kommt es an den Edelmetallmärkten zu einem deutlichen und kurzfristig historischen Einbruch. Gold verliert innerhalb eines Handelstages rund zehn Prozent an Wert, Silber zeitweise sogar bis zu 35 Prozent. Als Gründe gelten unter anderem Gewinnmitnahmen von Spekulanten, ein stärkerer US-Dollar sowie politische und geldpolitische Signale aus den USA. Trotz der hohen Volatilität wird langfristig weiterhin von einer wichtigen Rolle von Gold als Wertaufbewahrungsmittel und von Silber als Industriemetall ausgegangen.

Wenn eine Anlageklasse in wenigen Wochen sehr hohe Kursgewinne erzielt, zieht solch ein Marktsegment schon immer sehr schnell die Spekulanten an. Gold und Silber hatten bereits ein sehr starkes Jahr 2025 hinter sich, mit Kursgewinnen von circa 65 Prozent bei Gold und circa 150 Prozent bei Silber, jeweils in USD. Nach solch einem Kursverlauf mit sehr stark überkauften Werten genügt in der Regel ein kleiner Funke, um der kurzfristig entstandenen Spekulationsblase temporär den Stecker zu ziehen. So zu verfolgen am Freitag der vergangenen Woche, in der Gold ca. 10% an Wert verloren hat und Silber sage und schreibe bis zu 35 Prozent in der Spitze verlor. Und dies geschah nur an einem einzigen Handelstag, so dass man durchaus von einem historischen Ausverkauf sprechen kann.

Welche Gründe gab es dafür?

Wie immer bei solchen extremen Marktbewegungen gibt es nicht den einen Grund, sondern eine Mischung aus verschiedenen Ereignissen, die an diesem Tag zum Tragen kamen. Einerseits hat US-Präsident Trump die Nominierung des von ihm bevorzugten Nachfolgers an der Spitze der US-Zentralbank bekannt gegeben. Es handelt sich um Kevin Warsh, einem ehemaligen Fed Gouverneur. Mit ihm sehen viele Anleger ein Ende der Politik des billigen Geldes, obwohl dies schwer nachvollziehbar erscheint, da Trump aufgrund der historischen US-Schuldensituation die Zinsen als Preis des Geldes unbedingt nach unten bekommen will. Außerdem saß eine Vielzahl von Spekulanten auf exorbitanten Kursgewinnen aus den letzten Wochen und Monaten, von denen viele am Freitag offenbar ihre Gewinne realisiert haben. Damit ist zumindest diese Anlegerschicht aus dem Markt, was die zukünftige Entwicklung sehr wahrscheinlich zumindest etwas schwankungsärmer werden lässt. Außerdem tat ein am Freitagnachmittag stärker gewordener US-Dollar, der die Edelmetalle für internationale Anleger aus anderen Währungsräumen verteuert, sein Übriges dazu, um diesen verlustreichen Tag zu ermöglichen.

Wie geht es nun weiter?

Gold dient, seit Menschengedenken als Wertaufbewahrungsmittel und der Anstieg des Goldpreises spiegelt im Prinzip den Kaufkraftverlust des Papiergeldes wider. Im alten Rom konnte man für eine Unze Gold eine Toga kaufen, während ein Mann heute einen Maßanzug dafür bekommt, zugegebenermaßen einen recht teuren.

Silber hingegen ist das Metall, welches am besten den elektrischen Strom leitet und daher auch schon immer auch als Industriemetall von den Märkten gesehen wird. In den letzten Jahren ist im Rahmen der Energiewende der Verbrauch von Silber in Elektroautos und Solarpanels sehr stark angestiegen. Außerdem wird Silber in den wie Pilze aus dem Boden sprießenden KI-Rechenzentren verwendet, da es für Komponenten wie hochdichte Leiterplatten und Speicher unerlässlich ist.

Aufgrund der immer geringeren Silbervorkommen, der stark gestiegenen Nachfrage und nur sehr langsamen neuen Erschließung von Silberminen spricht vieles dafür, dass sich der Anstieg des Silberpreises auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Silber kommt ungefähr neunmal häufiger in der Erde vor als Gold und bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war demzufolge auch das Gold-/Silber-Ratio (dem Verhältnis von Silberunzen zu einer Unze Gold) bei ca. 15. Der Durchschnitt der letzten 100 Jahre liegt hingegen bei etwa 55. Eine Rückkehr zu den alten Bewertungsmaßstäben würde einen Silberpreis von um die 300 USD bedeuten. Ob dies irgendwann so passiert, muss sich allerdings erst noch zeigen. Hat das „Endspiel“ des aktuellen Geld- und Wirtschaftssystems bereits begonnen?

Mittlerweile gibt es einige professionelle Marktteilnehmer, die vom bereits laufenden Endspiel des bestehenden Wirtschafts-, Politik- und Finanzsystems reden. Nach der Aufhebung des goldgedeckten Papiergeld-Systems in den siebziger Jahren wurde anschließend immer mehr Geld gedruckt um verschiedenste (Finanz-) Krisen zu bewältigen. Dass dies zwingend mit immer höherer Inflation einhergeht ist mehr als nur eine Binsenweisheit.

In der Menschheitsgeschichte sind bisher ausnahmslos alle Fiat-Geldsysteme an ihre natürlichen Grenzen gestoßen und wurden anschließend durch eine neue (Papier-) Währung ersetzt. Langsam befürchten immer mehr Menschen, dass dies auch diesmal nicht anders sein wird und bevorzugen Sachwerte als Vermögensschutz.

Einige Anleger versuchen auch mit Kryptowährungen dieser Misere zu entkommen. Allerdings steht der Bitcoin mit seinen exorbitanten Kursgewinnen symbolisch für den Exzess der Finanzmärkte. Silber hingegen steht für den Übergang in ein energetisches Zeitalter mit zunehmender Rohstoffknappheit. Und Gold wird vermutlich weiterhin mit seiner Funktion als unbestechliche Währung gegenüber dem Papiergeld an Bedeutung gewinnen.

Fazit

Langfristig orientierten Anlegern bieten sich bei den aktuellen Edelmetall-Preisen durchaus attraktive Einstiegs- bzw. Aufstockungsgelegenheiten. Auch die Zinsmärkte sind – solange der Realzins positiv bleibt – interessant für Anleger, die besonders starke Kursschwankungen vermeiden möchten. Viele Einzelaktien, gerade Bluechips und Werte aus der Technologie-Branche, sind nach wie vor sehr hoch bewertet. Sollten weder die Wirtschafts- noch die Unternehmensdaten in der nächsten Zeit diese Bewertungen rechtfertigen, kommt es wahrscheinlich zu deutlichen Korrekturen dieser Unternehmen. Vielleicht sollte man im Aktiensegment eher kleine und mittlerer Unternehmen bevorzugen, die noch nicht so teuer sind oder sich bei Rohstoff-Aktien umschauen, die lt. Fachkreisen eine goldene Zukunft vor sich haben sollen.

Aber wie Sie wissen, die Mischung machts! Ich wünsche Ihnen wie immer ein gutes Händchen für Ihre persönliche Vermögensstruktur! Als bankenunabhängiger Vermögensspezialist beraten wir Sie individuell und ohne hauseigene Produkte. Besuchen Sie uns auf unserer Internetseite www.aurumvm.de oder vereinbaren Sie gerne einen Gesprächstermin unter Tel. 06631/ 8018-440.

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