
Drei Gedenkveranstaltungen im Speier HausEin Gedenken und Erinnern
ALSFELD (ol). Eine Gedenkfeier, ein Konzert und 15 Stolpersteine für Angenrod: Im Rahmen der Feierlichkeiten „750 Jahre Angenrod“ hat die Gedenkstätte Speier Haus drei verschiedene Veranstaltungen zum Gedenken und Erinnern geplant.
Die Gedenkstätte Speier Haus Angenrod lädt am 7. September zur ersten Gedenkveranstaltung an die Deportation der letzten jüdischen Angenröder, am 18. September zu einem Konzert mit Flex a Ton/Christiane Burkard und am 29. September zur Verlegung von 15 Stolpersteinen mit Gunter Demnig ein. Die Veranstaltungen sind Teil der Jubiläums-Feierlichkeiten „750 Jahre Angenrod“. So au der Pressemitteilung.
Gedenkfeier am 7. September
Bereits am Mittwoch, den 7. September, 19 Uhr wird an die Verschleppung von acht jüdischen Angenröder am gleichen Datum 1942 erinnert. Die Gedenkstätte Speier Haus ist ab 18 Uhr geöffnet, um die Ausstellung zur jüdischen Seite des Vogelsbergs zu betrachten. Um 19 Uhr wird Pfarrer a. D. Walter Bernbeck das Gedenken gestalten, im Anschluss hält Otto Volk (Marburg) einen Vortrag über Alsfeld im dritten Reich.
Damit bettet er die Deportationen aus Alsfeld und Angenrod in den Prozess der Entrechtlichung, Unterdrückung und Gewalt an und gegen Juden ein. Im September 1942 wurden auch an anderen Orten im Vogelsberg diejenigen Juden deportiert, die es nicht mehr geschafft hatten zu flüchten.
Manche waren krank, andere zu alt und die meisten nicht reich genug, um rechtzeitig Visa für sichere Länder zu bekommen. Aus Angenrod holte die Polizei in einem offenen Lkw ab: Frieda Abt, Bertha Oppenheimer, Minna und Sally Wertheim sowie Leopold und Johanna Speier mit ihren Kindern Liselotte und Alfred. Sie starben im KZ Auschwitz oder im besetzten Polen.
Konzert am 18. September
Zur Monatsmitte lädt die Gedenkstätte zu dem krankheitsbedingt verschobenen Konzert von Flex a Ton mit Christiane Burkard ein. Das Trio spielt am Sonntag, 18. August, um 17 Uhr auf dem Synagogenplatz/Judengasse Alsfeld-Angenrod auf, für Getränke wird gesorgt. Bei Regen wird im Gemeinschaftshaus Musik gemacht. Auch an diesem Tag wird die Gedenkstätte eine Stunde zuvor, also ab 16 Uhr, für Rundgänge in der Ausstellung geöffnet.
Die Musikerinnen sind in der Region bekannt: Uli Schimpf – Saxofon/Klarinette/Percussion, Elke Saller – Marimbaphon/Cajon, Dharbuka, Percussion und Christiane Burkard – Akkordeon/mimische Moderation.
Die musizierende Schauspielerin Burkard (Theater Mimikri), die studierte Schlagzeugerin Saller (Mutare Ensemble, Frauenorchester Köln) und die tingelnde Weltmusikerin Schimpf (Schäggi Bädsch, Hakim Ludin) finden ihre musikalische Schnittmenge in der Vorliebe für Melodien und Rhythmen osteuropäischer Volksmusik. Melancholisch verträumt, fröhlich lebhaft, feurig und kraftvoll bietet das Instrumental-Trio ihre Bearbeitungen traditioneller Titel sowie Eigenkompositionen dar.
Die drei Frauen haben sich während der letzten Jahrzehnte über musikalische Projekte schätzen gelernt, dazu zählen Die 8 Ohren, Flex à Ton und Uliana Banda. Das Triokonzert in dieser Konstellation ist eine Premiere und wird gewisse Eigenarten einer jeden Künstlerin als auch eine gelungene Verschmelzung des scheinbar Unvereinbaren präsentieren.
Verlegung Stolpersteine am 29. September
Schlusspunkt im September ist die Verlegung von Stolpersteinen am 29. September in Angenrod. Auf Anregung aus dem Ort selbst werden 15 der Gedenksteine von Künstler Gunter Demnig verlegt, Beginn ist um 9.30 Uhr vor dem Haus „Der untere Mühlweg 10“ (neben dem Synagogenplatz/Judengasse). Dort lebte Frieda Abt, geb. Bauer, die 1942 im Alter von 68 Jahren in den Tod deportiert wurde.
Weitere Verlegestellen sind „Am Backhaus 6“ und „Am Backhaus 8“ sowie vor den Häusern „Judengasse 4“ und Judengasse 1“. Schlusspunkt wird am Haus Leuseler Straße 3 sein, in dem sich heute die Gedenkstätte Speier Haus befindet. Allein dort werden sechs Stolpersteine in Erinnerung an Leopold und Johanna Speier und ihre Kinder gesetzt. Im Anschluss ist das SpeierHaus zum Besuch der Dauerausstellung zum jüdischen Landleben sowie einer kleinen Zusammenstellung zu den Opfern der Verfolgung im 3. Reich geöffnet. Für Getränke ist gesorgt.
Das Konzert und die Verlegung der Stolpersteine werden unterstützt von der Ovag, der Staatskanzlei Hessen, der VR Bank HessenLand und der Sparkasse Oberhessen.
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